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Trauer um Conny Temmen

Eine Momentaufnahme aus glücklichen Tagen. Foto: S. Puck, Archiv

Kronberg (pu) – Eine unfassbare Nachricht verbreitete sich die letzten Tage wie ein Lauffeuer in der Burgstadt und sorgte für tiefe Bestürzung, Sprachlosigkeit und große Trauer: Völlig überraschend starb am 29. Mai die durch ihr großes Engagement vielen Kronbergern bekannte Cornelia „Conny“ Temmen. Erst 57-jährig war sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Dieter am Vortag erfüllt von der Vorfreude auf dem Weg zum wenige Stunden zuvor geborenen zweiten Enkelkind aus heiterem Himmel bewusstlos zusammengebrochen und jäh mitten aus dem Leben gerissen worden.

Unermessliche Lücke

Sie hinterlässt eine unermessliche Lücke im Kreise ihrer Familie, Freunde, Nachbarn und Bekannten. Ihr gewohnt zuverlässiger und mit ihrem typischen mädchenhaften Lächeln begleiteter Einsatz beim Straßentheaterfestival „Da Capo“ am Stand des Altstadtkreises ist noch ganz frisch vor Augen und lediglich eines von zahllosen Beispielen für Connys unermüdliche Intention, dort anzupacken, wo Hilfe benötigt wurde, ganz gleich, ob in der Familie oder im Gemeinwesen. Das „Wir“, so beschreiben es alle, die sie kannten, stand dabei stets im Mittelpunkt.

Gute Seele

Die Wiege des am 7. Januar 1961 in Bad Homburg geborenen Töchterchens der Familie Schildknecht stand von Anfang an in Kronberg im Taunus. Im Alter von 17 Jahren lernte sie ihren damals fußballspielenden späteren Ehemann Dieter kennen und lieben, als sie eine Freundin regelmäßig zum EFC-Sportplatz begleitete. Vier Jahre später, 1982, trat das junge Paar in der Johanniskirche vor den Traualter. Als Tochter Julia „Jule“ das Licht der Welt erblickte, war das Familienglück perfekt.

Bei Conny Temmen liefen zeit ihres Lebens zahlreiche Fäden zusammen, sei es bei der Organisation von Familienfeiern, Geschenken oder Veranstaltungen. Nie in den Vordergrund drängend prägte sie als „gute Seele“ das Geschehen im geliebten Fachwerkhäuschen im Herzen der Altstadt in der Tanzhausstraße und weit darüber hinaus. Zu ihrem Verständnis warmherzig gepflegter Nachbarschaft zählte das jederzeit offene Ohr für alles Anliegende. Diese Gespräche fanden nicht selten zur nächtlichen Stunde auf dem berühmt-berüchtigten Bänkchen im Gässlein statt. Selbstredend zählte sie auch zum Organisationsteam des beliebten Tanzhausfestes.

Mit der 1996 getroffenen Entscheidung, den beiden Vereinen Aktionskreis Lebenswerte Altstadt (ALA), auch bekannt als Altstadtkreis) und Thäler Kerbeverein beizutreten, stellte sie zweifellos richtungsweisende Weichen. Von nicht minderer Bedeutung das Jahr 2001. Damals übernahm sie eine tragende Rolle als Stellvertreterin von ALA-Gründer und Vorsitzenden der ersten Stunde, Hans Willi Schmidt, der darüber hinaus als Thäler Borjermaster an ihrer Seite war, als ihr als Miss Bembel die Schärpe angelegt wurde und die beiden als Thäler Pärchen die Regentschaft über das Thal übernahmen.

Aus dem Jahr 1999 datiert eine weitere Idee, die ewig mit dem Namen Conny Temmen verbunden bleibt. Unter Federführung von ihr und ALA-Schatzmeisterin Charlotte Engel wurde unter der Prämisse „Vereine für Vereine und Bürger für Bürger“ ein Team auf die Beine gestellt, das seitdem sowohl bei städtischen Veranstaltungen wie beispielsweise dem Partnerschaftsabend als auch bei besonderen Geburtstagen örtlicher Vereine als Geschenk für die Bewirtung der Gäste Sorge trägt.

Als feste Größe im Thäler Kerbeverein zeichnete Conny gemeinsam mit ihrer seelenverwandten Schwägerin Renate „Reni“, Simone Hotter und Stefan Mausolf, der vor sechs Jahren dazustieß, für die 2004 aus der Taufe gehobene Findungskommission verantwortlich, die potenzielle Kandidaten für das kommende Thäler Pärchen auf ihre Tauglichkeit überprüft. Ein Meilenstein in der Historie des 1967 gegründeten Thäler Kerbevereins.

Mitten in Vorbereitungen

Aktuell war die Verstorbene mitten in den Vorbereitungen zur in wenigen Wochen beginnenden 50. Thäler Kerb. Unvorstellbar daher der Gedanke, dass ihr vertrautes Gesicht sowohl bei den restlichen anstehenden Vorbereitungsarbeiten als auch beim zweitägigen Volksfest selbst fehlen wird. Gleiches gilt für die Ende August terminierten Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des ALA, dessen bisherige Projekte zweifellos teilweise die Handschrift der mit ihrer Heimatstadt tief verwurzelten Kronbergerin tragen, allem voran das Tanzhausplätzchen samt Brünnchen.

Ihre Herzlichkeit, ihr offenes Ohr für jedermann, ihr Einfühlungsvermögen und ihre spontanen Ideen ließen Urlaube und häufige Fahrten in die Partnerstädte mit Familie, Nachbarn, Freunden und Vereinen zum unvergesslichen Ereignis werden. Conny Temmen war Mitglied in den Kronberger Partnerschaftsvereinen Le Lavandou, Porto Recanati und Ballenstedt. Des Weiteren zählte sie zu den ehrenamtlichen Frauen und Männern der ersten Stunde der Flüchtlingshilfe Kronberg, bis zuletzt war sie in der Kleiderkammer aktiv.

An Bekanntheit gewann die gelernte Arzthelferin ferner durch das von ihr im Temmen-Haus jahrelang betriebene Modegeschäft und später durch das nur wenige Meter entfernt liegende, nicht minder zum beliebten Treffpunkt avancierte „Klaa Kronbersch“, wo sie einmal mehr ihre Schwägerin „Reni“ an ihrer Seite hatte.

Nach Schließung dieses Lädchens nutzte Conny Temmen jede sich bietende Gelegenheit, ihre Tochter und den kleinen Enkel Nicolaus zu besuchen. Wie weggeblasen waren ihre vor dessen Geburt kurzzeitig bestehenden Gewöhnungsschwierigkeiten mit der Rolle als Oma, die sie, kaum, dass der Kleine das Licht der Welt erblickte, mit aller Begeisterung ausfüllte.

Abschied

Als sie am Tag der Ankunft seines neugeborenen Bruders Justus aufbrach, ahnte niemand, dass es ein Abschied für immer werden würde. Ihr Verlust wiegt schwer. Conny Temmen wird jedoch durch die gemeinsam mit ihr erlebten unvergesslichen Momente ewig einen festen Platz im Herzen ihrer Familie, Freunde, Nachbarn und Bekannten haben, die alle jedoch unabwendbar wehmütig an zwei Begriffe denken müssen, die so eng mit der Verstorbenen verbunden sind. Besonders lustige, kritikwürdige oder schmerzvolle Situationen kommentierte „Conny“ stets mit einem „ohne Worte“. Nun sind nach ihrem völlig überraschenden Tod die Menschen, die sie liebten und schätzten und die am Freitag um 11 Uhr in der Johanniskirche Abschied nehmen müssen – ohne Worte ….

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