Glosse Hochtaunus

Fritz: Meine Güte, zieht’s bei euch auch so? In meinem Schloss hört es sich an, als würden die Wölfe heulen.

Ursel: Jetzt hab dich nicht so, endlich geht einmal ein Lüftchen, der Regen füllt die Grundwasserreserven wieder auf, und es liegt kein Abfall mehr herum in der schönen Adenauerallee in meinem Orschel.

Philipp: Aber es muss ja nicht gleich Bäume umwerfen. Im Taunus liegen sie kreuz und quer über die Straße. Und wie leicht fällt einer auf eine Telefonleitung. Dann ist man abgeschnitten von der Welt.

Ursel: Dann nehmen wir eben ein Handy.

Philipp: … das aus dem guten alten Telefon weiterentwickelt worden ist.

Fritz: Was ihr für Probleme habt. Wer Diener und Mägde schicken kann, muss sich mit solchem Unfug nicht beschäftigen.

Ursel: Pass bloß auf! Diener ist ja in Ordnung. Aber die Frauen kannst du jetzt nicht mehr so einfach scheuchen. Schließlich haben wir jetzt einen Frauentag. Erst am Freitag haben die Damen demonstriert und gefeiert.

Philipp: Fortschritt ist wichtig. Sonst hätten wir immer noch kein Telefon. Und gute Fortschritte machen auch die Baustellen in Friedrichsdorf.

Fritz: Was gibt’s denn da zu bauen. Die Hugenotten, die ich hier angesiedelt habe, haben doch alles so schön hergerichtet.

Philipp: Aber ohne Eiskeller. Das ist Fortschritt!

Ursel: Habt ihr denn keinen Kühlschrank?

Fritz: Bei dem Wetter kann ich meinen Schampus auch draußen kalt stellen.

Ursel: Musst aber aufpassen, dass dir den die emanzipierten Frauen nicht klauen. Die saufen sich womöglich Mut für ihren Kampf gegen die Männer an.

Philipp: So schlecht geht es denen doch gar nicht. Ich habe extra der Frauen liebstes Kommunikationsmittel erfunden: die Quasselstrippe!

Fritz: Kommt denn bei diesen Konversationen eigentlich auch etwas Produktives heraus?

Ursel: Nee, nur heiße Luft wie bei dem Gebabbel mit euch.

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