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Wenn die Seele malt

Dr. Sabine Balzer-Brandt, Leiterin der Klinik Dr. Steib und die Gestaltungstherapeutin Brigitte Torke vor dem Bild eines Klienten, der Raupe und Schmetterling malte. Foto Sura

Königstein (aks) – Dr. Balzer-Brandt, Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie und Leiterin der Klinik Dr. Steib, begrüßte die zahlreich erschienenen Besucher im Rathaus und dankte Walter Krimmel als Stellvertreter des Bürgermeisters für die Möglichkeit, die bewegenden Bilder, die in ihrer Klinik entstanden sind, hier auszustellen. Die Königsteiner Klinik ist eine Fachklinik für Psychiatrie, Neurologie und Psychosomatik und feierte 2016 ihr 60-jähriges Bestehen.

Gestaltungstherapie sei ein wichtiger Bestandteil für die positive Entwicklung von psychisch kranken Menschen, so Dr. Balzer-Brandt. Sie biete den kreativen Raum für neue Entwicklungen. Sie betonte, dass es hier nicht vorrangig um Kunstwerke gehe, sondern um das Improvisieren, das Experimentieren, die Expression von Gefühlen, um das Unterbewusste zu reflektieren. Zu sehen sind viele bunte und farbenfrohe Werke, die von Hoffnung und Zuversicht zeugen, von traumwandlerischer Leichtigkeit und von einer Sonne, die inmitten von Düsternis strahlt.

Krimmel freut sich sichtlich über die Ausstellung, die die ganze Woche während der Öffnungszeiten besucht werden kann. Er ist beeindruckt von den Werken, die Patienten während der Therapie zu Papier gebracht haben und „die ihre Seele und ihr Innerstes zeigen, dazu gehört Mut“.

Brigitte Torke erklärte im Anschluss ihre Arbeit in der Gestaltungstherapie. Die ausgestellten Bilder stammten von Klienten, die die Klinik gestärkt verlassen haben. Die meisten Patienten kämen zu ihr und sagten: „Ich kann doch gar nicht malen“. Deshalb mache sie eine Körperübung, bevor es mit dem Malen losgehe, damit die Menschen weg kommen vom Außen und vom Kopf. Es sei wichtig, dass sie zu sich kommen, sich fühlen. Sie gebe dann ein Thema vor, das sei wie ein Impuls und danach werde in Ruhe und Stille gemalt.

Die meisten Patienten sind erstaunt über sich selbst und können ihre eigene Kreativität gar nicht glauben. „Manchmal fehlen die Worte.“ Oft seien es Fantasiereisen von der hässlichen Raupe zum wunderschönen bunten Schmetterling, der seine Flügel entfaltet und fliegen kann. Diese Metamorphose geschieht in der familiären Atmosphäre der Klinik Dr. Steib, in der sich die Patienten behütet fühlen. Aus dieser Sicherheit könne neues Wachstum entstehen, so beschreibt es Torke. In den Bildern zeigt sich dies mit vielen schwungvollen leichten Linien und mit viel Farbe und jeder Betrachter kann darin etwas anderes finden, das ihn berührt.

Die Ausstellung ist bis 30. März zu den Öffnungszeiten des Rathauses, Burgweg 5, zu sehen: Montag, Dienstag, Freitag von 8.30 bis 12 Uhr, Donnerstag von 7.15 bis 12 Uhr und Montagnachmittag von 15.30 bis 18.45 Uhr. Am Mittwoch ist das Rathaus geschlossen.

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