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Die Kurharmonix in der Stadtbibliothek

Die Kurharmonix warten auf ihr Publikum.

Königstein – Eine Annonce im Berliner Lokal-Anzeiger am 18. Dezember 1927 zur Gründung eines „einzig dastehenden Gesangs- ensembles“ war Anlass für die Königsteiner Stadtbibliothek und die Kurharmonix, sich für einen Konzertabend der besonderen Art zusammenzutun. Geschichtliche Vorträge sind in der Bibliothek nichts Neues – in weitgehend gesungener Form aber schon eher. Die damals beworbene Vokalgruppe ist später unter dem Namen Comedian Harmonists weltweit berühmt geworden. Ihrer Musik und insgesamt dem Close-Harmony-Gesang haben sich die Kurharmonix verschrieben. So ließen sie sich das 90-jährige Gründungsjubiläum natürlich nicht entgehen. Beginnend mit „Das ist die Liebe der Matrosen“ sangen sie sich quasi von Lied zu Lied durch deren Geschichte. Es gab nicht nur die bekanntesten Stücke wie „In der Bar zum Krokodil“ oder „Der Onkel Bumba aus Kalumba“ zu hören.

Auch weniger bekannte Titel wie „Die Puppenhochzeit“ oder „Jetzt trinken wir noch eins“ kamen zum Vortrag.

Insgesamt war die Reihenfolge, soweit möglich, durch das jeweilige ursprüngliche Veröffentlichungsjahr bestimmt. Zwischen den einzelnen Liedern flossen in die Moderation immer wieder Informationen aus der doch recht kurzen Karriere dieser ersten Deutschen Boygroup ein.

Da die Zeit aber nicht in den 20er- und 30er-Jahren stehen geblieben ist, gab es passend zum einen oder anderen Stichwort auch Lieder anderer Interpreten aus späteren Jahrzehnten zu hören – sozusagen „Comedian Harmonists und mehr“. Für das „und mehr“ standen an diesem Abend zum Beispiel „Sh‘ Boom“ aus der Doo-Wop-Ära, „Italienisch klingt so wunderbar“ von Gert Wildens Vielharmonikern und das Wise Guys-Stück „Probier’s ‘mal mit ‘nem Bass“.

In Anlehnung an den Film Comedian Harmonists erklang zum Schluss „Auf Wiederseh’n, My Dear“ – vielen sicher besser bekannt als „Gib mir den letzten Abschiedskuss“. Die Zuhörer brauchten sich nur noch den aus dem Bahnhof ausfahrenden Zug dazu vorzustellen.

Ohne Zugabe entließ das zum Teil internationale Publikum die Kurharmonix nicht von der Bühne – besser gesagt von der Empore. Dafür wurde es mit einem stacheligen Blumengruß, dem „Kleinen grünen Kaktus“, belohnt. In der zweiten Zugabe mutierten die Königsteiner Sänger zeitweilig zu einem Blasorchester. Im Mittelteil von „You’re Sixteen“ brachten sie gekonnt ihre Kazoos zum Einsatz. Auch wenn die Geschichte der Comedian Harmonists als Gesangsformation ohne Happy End blieb und im Jahre 1935 durch die politisch erzwungene Auflösung endete, so dauert doch der Erfolg ihrer Lieder bis in die Neuzeit an. Wortwitz, freche Texte und schöne Melodien haben sie einfach zeitlos werden lassen. Auch helfen dabei Gruppierungen wie die Kurharmonix sicher etwas mit. Alles in allem war das Konzept aus Geschichte und Konzert gelungen und der Abend in der bis auf den letzten Platz besetzten Stadtbibliothek ein Erfolg.

Für die Stadtbibliothek war der Inhalt der beiden Spendenzylinder sicher ein kleines vorweggenommenes Weihnachtsgeschenk.

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