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Bürgermeister Helm: Kunstwerkstatt sollte Kompromissbereitschaft zeigen

Königstein – Zum letztwöchigen Bericht der Königsteiner Woche bezüglich der Kunstwerkstatt Königstein stellt Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) zunächst richtig, dass deren Geschäftsführerin Sabine Mauerwerk sehr wohl noch Stadträtin für die ALK ist (siehe auch Richtigstellung in dieser Ausgabe), sie sei sogar ehrenamtliche Kulturdezernentin. Zusammen mit dem Vorstandsmitglied der Kunstwerkstatt, Gabriela Terhorst, die ebenfalls für die ALK im Magistrat sitzt, verankert sie nach den Worten des Rathauschefs die Interessen der Kunstwerkstatt in den wichtigsten Gremien der Stadt. Dabei sei selbstverständlich, dass die Repräsentantinnen der Kunstwerkstatt an entsprechenden Abstimmungen nicht teilnehmen.

Klare Worte

Der Blick auf die in der letzten Woche vorgestellte mögliche Lösung erfordert aus Sicht Helms aber klare Worte: „Natürlich hat die Stadt Königstein großes Interesse am Erhalt der Kunstwerkstatt und unterstützt sie gerne“, unterstreicht der Bürgermeister. Dennoch müssen dabei auch Budget und Gleichbehandlung im Fokus bleiben. Daher könne eine Lösung nicht zu jedem Preis erfolgen. „So wie bei allen städtischen oder städtisch geförderten Projekten sind hier Augenmaß, Bescheidenheit und Kompromissbereitschaft gefordert. Auch die Kunstwerkstatt muss in der Lage sein, hier Spielräume auszuloten und gegebenenfalls von den bisherigen Forderungen Abstriche hinzunehmen. Maximalforderungen bringen niemanden weiter, am wenigsten die Kunstwerkstatt“, macht der Bürgermeister deutlich.

In Bezug auf die von der Stadt vorgeschlagene Interimslösung der früheren Neuapostolischen Kirche in der Schneidhainer Straße erklärt Helm, dies „sollte deswegen nur eine vorübergehende Lösung sein, weil mit den beiden daneben liegenden Grundstücken – das Gelände der Autowerkstatt und das des Wertstoffhofes und der Stadtwerke – die bereits lange auch in städtischem Besitz sind, längerfristig eine städtebauliche Gesamtplanung angedacht werden soll.“

Die frühere Kirche habe eine Größe von etwa 150 Quadratmetern. Die Vertreterinnen der Kunstwerkstatt würden aber zwingend eine Nutzungsfläche von 300 Quadratmeter als Mindestmaß ansehen. Helm rechnet zur Verdeutlichung der Sachlage vor: „Am liebsten wäre es ihnen, die Kirche bis zu den Grundmauern abzureißen und neu zu bauen. Bei einem Baupreis je Quadratmeter von schätzungsweise 3.000 Euro reden wir hier also von 900.000 Euro Baukosten. Selbst wenn man an den bestehenden Bau nur die fehlenden 150 Quadratmeter anbauen würde, schlüge dies immer noch mit 450.000 Euro zu Buche!“

Wenn diese Kosten die Stadt zu einem großen Teil übernehmen soll, müsse dies, führt der Bürgermeister vor Augen, natürlich von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden. Es würde demzufolge nicht reichen, nur die Magistratskollegen zu überzeugen. „Wenn hier aber solche Investitionen getätigt werden, kann es sich dann auch nicht mehr nur um ein Provisorium handeln und der Stadt würde die Möglichkeit genommen, zu einem späteren Zeitpunkt das wertvolle Gesamtgelände mit etwa 1.000 Quadratmetern für andere Zwecke nutzen zu können“, erläutert der Rathauschef. Auch deswegen ist Helm nach wie vor gegen den massiven dauerhaften Ausbau auf dem wertvollen Grundstück. Er sieht für diese Lösung im Wert von fast zwei Millionen Euro weder bei der Kunstwerkstatt noch der Stadt ausreichende Finanzierungsmöglichkeiten noch Mehrheiten in den Gremien. „Dabei spielt dann natürlich auch die Gleichbehandlung anderer Königsteiner Vereine und Einrichtungen eine Rolle“, so der Bürgermeister abschließend. (pu)

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