Schloßborn (kw) – Der Karnevalverein 1910 Schlossborn „Die Krautköpp“ erlebt in diesen Wochen eine Kampagne wie aus dem Bilderbuch. Sowohl die beiden großen Sitzungen als auch die zwei Kinder- und Jugendsitzungen am vergangenen Wochenende waren restlos ausverkauft. Beim Motto „Reif für die Insel“ zeigte sich, dass die Bürger zwischen Bundestagswahlkampf und Sorgen um einen Bruch zwischen den USA und Europa wirklich mal reif gewesen sind für etwas Frohsinn, Narretei, einfach mal einen freien Kopf. „Das Publikum war grandios, die Stimmung richtig, richtig gut und das Feedback fast schon überschwänglich gut“, fasste die Zweite Vorsitzende des KV, Sabrina Glomb, ihre Eindrücke der vergangenen Wochen zusammen. Der KV Schlossborn verfügt nicht nur über die bekannt guten Garden, sondern hat auch weniger Nachwuchsprobleme als so manch anderer Verein. In diesem Jahr konnte mit dem 14-jährigen Basti Beck ein Büttenredner von der Jugendsitzung zur großen Sitzung hochgezogen werden, der mit seinem Vortrag „Eltern sind peinlich“ auch bestens bei den vielen anwesenden Eltern ankam. Auch die Tanzgruppe „Die Halbstarken“, das sind ausnahmsweise mal nur Jungs, waren erstmals im Abendprogramm dabei.
Stark: 37 Zugnummern
Mit so viel neuem Schwung steuert der Karnevalverein jetzt auf den absoluten Höhepunkt der diesjährigen Kampagne zu: den nur alle fünf Jahren stattfindenden Fastnachtszug am Samstag, 1. März, ab 14.11 Uhr. Zumal dieser deutlich größer ausfallen wird als zuletzt vor fünf Jahren. Waren es damals noch 23 Zugnummern, so kündigt Sabrina Glomb für den Samstag 37 Zugnummern an. Vorneweg wird der Komiteewagen des KV Schlossborn mit der Ersten Vorsitzenden Elke Pfabe fahren. Um das Motiv wird im Ort wie üblich noch ein großes Geheimnis gemacht, es dürfte sich aber um das Zugmotto „Inselfeeling in Krautmannshausen – Zu rhythmischen Klängen feiern wir die Sause“ drehen. Es folgt die größte Fußgruppe, die Gardemädchen des Vereins, die nach Größe von den Konfettis bis zur Maxigarde aufgereiht werden. Das wird bei rund 120 Tänzerinnen mit Sicherheit ein eindrucksvolles Bild geben. Insgesamt werden sich Fußgruppen und Wagen ungefähr die Waage halten, man könne hier in etwa abwechselnd aufstellen, sagt Sabrina Glomb. Mit dabei sind viele befreundete Karnevalsvereine aus der Gemeinde und aus Fischbach, Niederjosbach, Heftrich, Vockenhausen, auch die Plaschis aus Königstein sind mit dem Komitee und einer Garde dabei und die MuShoBa des Fanfarencorps Königstein wird nicht zu überhören sein. Die letzte Zugnummer wird wie immer die motorisierte „Zugente“ sein. Sabrina Glomp selbst wird mit der Frauengruppe „Die Schlippcher“ als Fische verkleidet das Inselfeeling erleben, hofft aber natürlich, nicht durch die Straßen Schloßborns schwimmen zu müssen. „Wir hatten schon jedes Wetter. Hauptsache ist, dass es trocken bleibt, auch für die Gardemädchen in ihren Röckchen.“ Im Moment sieht die Wetterprognose jedenfalls schon mal gut aus.
Das würde nicht nur alle Teilnehmer freuen, sondern auch die Anwohner und die Besucher. Rund 1.500 Menschen werden wieder dabei sein, wenn sich der närrische Lindwurm durch Schloßborn schlängelt, ist die grobe Schätzung der Veranstalter. „Der ganze Ort hat richtig Lust darauf“, weiß die Zweite Vorsitzende. Vor den Häusern und in den Höfen werde wieder für viele Stände mit Getränken und Selbstgebackenem gesorgt sein. Da können sich die Zuschauer versorgen, während die Teilnehmer sicher die ein oder andere mobile Verpflegung erhalten.
Das ist eben die Besonderheit, wenn eine Veranstaltung nur alle fünf Jahre stattfindet und nicht zur Routine wird: Dann bleibt sie ein echtes Highlight, auf das sich alle freuen können.
Neuer Startort und mehr Sicherheit
Ein paar organisatorische Änderungen gibt es auch beim diesjährigen Festzug. Wegen der Baustelle in Ruppertshain muss die Umleitung über Ehlhalten freigehalten werden. Deswegen wird sich der Umzug diesmal nicht im Industriegebiet aufstellen, sondern in der etwas engeren Grabenstraße. Die Zugstrecke bleibt unverändert nach dem veränderten Start: Der liegt jetzt in der Königsteiner Straße, es geht weiter in die Weiherstraße, vorbei am Hotspot an der Bushaltestelle Frankenbach, wo Sven Gossenauer den Umzug kommentieren wird, weiter über die Kröfteler Straße, die Wiesenstraße, den Amselweg, die Glashüttener Straße, erneut die Kröfteler Straße, Caromber Platz (WC) und dann nach links hinein in die Weiherstraße und zurück zur Kreuzung Königsteiner Straße, wo sich der Zug nach gut anderthalb Stunden auflösen wird.
Auch in einem kleinen Ort wie Schloßborn musste der Veranstalter gemeinsam mit dem Ordnungsamt der Gemeinde und der Polizei ein Sicherheitskonzept entwickeln. Dazu gehört auch, dass der Verein Terrorsperren in Form von Siebeneinhalb-Tonnen-Lkws an die Zufahrten zur Zugstrecke platziert – jeweils besetzt mit Fahrern, damit etwaig benötigte Rettungsfahrzeuge durchgelassen werden können. Man möchte ja den Umzug und die Schloßborner Fastnacht unbeschwert feiern können.
Und diese Feier ist nach Ende des Umzugs natürlich noch längst nicht zu Ende. Ein Großteil der Gäste macht sich dann auf den kurzen Fußweg zur Mehrzweckhalle, wo bei der After-Umzugsparty DJ Andi auflegen wird.