Steinbach (stw). Der im vergangenen Jahr begonnene interreligiöse Dialog wurde in der fast zeitgleichen Phase der Fastenzeit der Christen und der Muslime fortgesetzt. 120 Menschen folgten der Einladung und trafen sich im Bürgerhaus. Die Kooperationsveranstaltung der katholischen Bonifatiusgemeinde, des RUMI Kulturzentrum Frankfurt und der Sozialen Stadt Steinbach wurde von Menschen jeden Alters besucht, die sich mit ihren meist unbekannten Tischnachbarn sehr angeregt unterhielten und nicht zuletzt auch über religiöse Themen austauschten. Quartiersmanagerin Bärbel Andresen freute sich sehr, alle Gäste zu begrüßen, unter anderem Imam Taher Nawaz von IFIS, Pfarrerin Evelyn Giese von der evangelischen St. Georgsgemeinde und Stadtrat Jürgen Euler als Vertreter des Magistrats der Stadt Steinbach.
Imam Eset Mavinehir des RUMI Kulturzentrums Frankfurt und Pastoralreferent Christof Reusch von der katholischen Gemeinde St. Bonifatius beschäftigten sich in ihren Präsentationen mit dem Thema Religion und Demokratie – mal aus dem muslimischen und mal aus dem christlichen Blickwinkel. Im Anschluss an das gemeinsame Fastenbrechen stellten sie Fragen an die Gäste, die sich auf das zuvor Gehörte bezogen. So war dann nochmal Gelegenheit zum Zuhören, Nachdenken und für weiteren Austausch. Dazwischen erklangen türkische und englische Lieder, bezaubernd gesungen und mit der Gitarre begleitet von Hümeyra Becene und Ahmet Subasi. Alle genossen die Atmosphäre im geschmückten Raum, die große Freude des Zusammenseins und die liebevolle und leckere Umsorgung an den Tischen. Es war eine beeindruckende Zusammenarbeit vieler engagierter Menschen, die nochmal mehr das Besondere dieses Abends unterstrich.
Der interreligiöse Dialog wird in diesem Jahr noch mit zwei Veranstaltungen fortgesetzt. Erste Wunschthemen wurden bereits unter den Gästen erfragt und aufgelistet und auch bereits ein Vorbereitungsteam gebildet.
Wir sitzen am gleichen Tisch
Ein Ausschnitt aus Eset Mavinehirs Abschlussgebet: „Heute sind wir hier zusammengekommen – mit unterschiedlichen Sprachen, aus verschiedenen Kulturen, aber mit derselben Sehnsucht: eine gerechtere, eine barmherzigere, eine lebenswertere Welt. Wir teilen das gleiche Brot, sitzen am gleichen Tisch, spüren die gleiche Menschlichkeit. Unsere Unterschiede trennen uns nicht – sie bereichern uns. Denn Du, O Gott, beurteilst uns nicht nach Herkunft oder Sprache, sondern nach der Aufrichtigkeit unserer Herzen.“
Wer Interesse hat, im Vorbereitungsteam für die kommenden interreligiösen Dialoge mitzumachen, meldet sich bei Christof Reusch in der katholischen Gemeinde oder bei Bärbel Andresen im Stadtteilbüro.