Ein Licht im Rushmoor-Park leuchtet für die Verstorbenen

Hochtaunus (how). Eine ganz besondere Atmosphäre entsteht, wenn unzählige Kerzen entzündet werden und der Rushmoor-Park zwischen Oberhöchstädter Straße und Aumühlenstraße in Oberursel im Lichterglanz erstrahlt: Der Caritasverband Hochtaunus lädt alle Trauernden zu einem Lichterfest für Samstag, 6. November, um 18 Uhr dorthin ein.

Unter dem Motto „Ein Licht leuchtet für unsere Verstorbenen, der Trauer einen Raum geben“ bieten die Mitarbeiter des Hospizes St. Barbara gemeinsam mit der Seelsorgerin Anita Novotny an, nochmals über Gefühle, Gedanken und Erinnerungen mit Gleichgesinnten zu sprechen. „Damit kann vielleicht dem einen oder anderen ein wenig Leichtigkeit geschenkt werden, auch wenn dies nur für einen kurzen Moment ist. Wir möchten ein Zeichen setzen und da sein für die Menschen, die unter Corona-Bedingungen keinen Raum für ihre Trauer gefunden haben.“, sagt Vera Thöne, Mitarbeiterin im Sozialdienst des Hospizes. Gemeinsam blickt sie mit ihrer Kollegin Regina Ruppert, Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes, auf die Jahre 2020 und 2021 zurück:

Kein Händeschütteln, keine Umarmungen, mindestens einen Meter Abstand zu anderen Menschen halten, in Zeiten der Trauer und des Abschiednehmens mussten dies Angehörige und Freunde von Verstorbenen in den vergangenen beiden Jahren akzeptieren: Hygienevorgaben von Bestattungsinstituten in der Corona-Krise. Damit wurden sie vor eine besondere Herausforderung gestellt und mussten auf eine andere, oftmals schwierigere Art, Abschied nehmen.

„Im Austausch mit Trauernden“, erzählt Thöne, „sprechen diese oft von einem seltsamen, traurigen Zustand: ‚Es funktioniert, aber es stimmt nicht – irgendwas fehlt…!‘ Doch wenn ich dann nachfrage, was genau, bekomme ich oftmals keine klare Antwort. Das, was fehlt, ist nichts, was sie wirklich sehen oder hören können. Aber sie spüren den Unterschied, den Unterschied zu einer Beerdigung unter normalen Umständen.“

„Die Beerdigung eines Menschen ist ein wichtiges Element im Trauerprozess. Familienmitglieder und Freunde stützen sich gegenseitig“, fügt Ruppert hinzu. „Ein guter Seelsorger – ob kirchlich oder nicht – findet Worte, wo den Trauernden die Worte fehlen. Er trifft den richtigen Ton, mitfühlend und herzlich, und kann den Raum für die Trauernden halten: Die Angehörigen dürfen sich entspannen, so seltsam es klingt. Sie dürfen ihre Tränen fließen lassen. Sie dürfen schmunzeln, lachen, sich von Erinnerungen wegtragen lassen. Die Dankbarkeit und Freude über das, was miteinander gelungen ist, über all die schönen gemeinsamen Momente. Das alles hat vielen Trauernden in der Corona-Krise gefehlt.“

Trauern als ein natürlicher, gesunder Prozess, der umso eher zu einem guten Abschluss kommt, je mehr die Menschen mit ihren Gefühlen verbunden sind, dazu soll dieser Abend einen stimmungsvollen Rahmen geben. Eine Anmeldung bis 2. November hilft bei der Planung. Selbstverständlich sind auch spontane Teilnehmer willkommen. Für den Lichterzauber werden Kerzen vorhanden sein. Außerdem wird Glühwein und Punsch angeboten. Mit einer Spende kann die Arbeit des Hospizes St. Barbara unterstützt werden.

Ausführliche Informationen und Anmeldung bei Vera Thöne, Sozialdienst, Hospiz St. Barbara, Kronberger Straße 7, 61440 Oberursel, Telefon: 06172-59760150, E-Mail: hospiz[at]caritas-hochtaunus[dot]de, oder bei Regina Ruppert, ambulanter Hospizdienst St. Barbara, Kronberger Straße 7, 61440 Oberursel, Telefon: 06172-59760153, E-Mail: hospizdienst[at]caritas-hochtaunus[dot]de.



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