Oberhöchstadt (kb) – Wolfgang Lang, der in Oberhöchstadt allseits bekannte Vereinsmensch und ehemalige Ortsvorsteher, wird am kommenden Freitag 75 Jahre alt. Die SPD gratuliert mit einer Rückschau auf sein Wirken.
Ein Leben für und in der SGO
Wolfgang Lang ist fußballverrückt, das behauptet er selbst. Schon als Kind spielte der im Jahr 1949 in Remlingen bei Würzburg geborene und mit seiner Familie nach Oberhöchstadt Gezogene Fußball bei der damaligen SKG Oberhöchstadt. Auch wenn er Anfang der 1970er Jahre kurzzeitig für den FC Oberursel respektive die TG Wernborn dem Ball hinterherjagte, blieb er seinem Stammverein immer als Mitglied treu. Zwischen den Jahren 1978 und 2023 arbeitete der gelernte Buchdrucker im Vorstand der Abteilung Seniorenfußball der SKG Oberhöchstadt und ab dem Jahr 1982 bei der wiedergegründeten SG Oberhöchstadt. Heute kümmert sich Lang mit seiner Frau Branka bei den Heimspielen „seiner“ SGO um die Bewirtung sowohl der Besucher als auch der Sportler.
Eine der größten Herausforderungen war für Wolfgang Lang der Umzug des Vereins vom Sportgelände an der Altkönigstraße auf den neuen Kunstrasenplatz bei der Altkönigschule. Denn für die neue Sportanlage musste er gemeinsam mit dem damaligen ehrenamtlichen Sportdezernenten Klaus Georg Pfeifer (SPD) erhebliche Überzeugungsarbeit leisten. „Gerade mit Blick auf die Jugend war der Umzug für mich unumgänglich. Auf die Jugendarbeit, aber auch auf die erste Mannschaft des Vereins, bin ich stolz. Auch unsere Senioren haben sich weiterentwickelt, stehen heute an der Spitze der Kreisoberliga, und fast alle Spieler sind Eigengewächse“, lautet das Fazit von Wolfgang Lang.
Gewiss trug der Umzug auch dazu bei, dass sein Herzensverein mit der modernen Sportanlage nun DFB-Stützpunkt für den Nachwuchs wurde. Für mehr als 45 Jahre ehrenamtliches Engagement für den Fußballsport erhielt Wolfgang Lang Ehrenbriefe des Hessischen Fußballverbandes und des Landes Hessen.
Früh hatte der Umzug der SGO für Wolfgang Lang noch einen weiteren Aspekt: „Als noch niemand an das Baugebiet ‚Altkönigblick‘ dachte, hatte ich dieses städtische Gelände als Fläche für den sozialen Wohnungsbau im Blick“. Während die SGO inzwischen auf ihrem neuen Sportgelände heimisch ist, wird es noch dauern, bis sich auf dem früheren Sportgelände etwas bewegt.
Langs zweiter „Verein“: Die SPD
Seit dem Jahr 2004 ist Wolfgang Lang Mitglied der SPD. Überzeugt hatte ihn der ehemalige und leider zu früh verstorbene SPD-Ortsvereinsvorsitzende Claus Ziegann – in Wolfgang Langs „zweitem Wohnzimmer“, dem Haus Altkönig: „Ich bin sozialdemokratisch erzogen worden. Mein Vater war Gewerkschafter, und Fragen der Gerechtigkeit spielten in unserer Familie immer eine große Rolle“.
Vereinsmensch, kein Politiker
Für die Wahlperiode zwischen den Jahren 2011 und 2016 gehörte der leidenschaftliche Buchdrucker, der noch heute in einer Druckerei arbeitet, der Stadtverordnetenversammlung sowie dem Ortsbeirat Oberhöchstadt an. Mit viel Herzblut übte er das Amt des Oberhöchstädter Ortsvorstehers aus, um in der Folge mit einem gewissen Erfahrungswert festzustellen: „Ich bin kein Politiker, ich bin ein Vereinsmensch durch und durch. Kameradschaft und Geselligkeit gibt es nicht in der Politik“. Konsequent nahm Lang nach 2016 kein Mandat mehr an und engagierte sich stattdessen im Vorstand des Ortsvereins. Hier packt er etwa bei der alljährlichen traditionellen SPD-Ostereiersuche und beim spätsommerlichen Obstwiesenfest der SPD mit an, verwaltet das Ortsvereinsarchiv, beschafft zu jeder Wahl die Plakate und hängt sie auf. „Wolfgang Lang ist die gute Seele im Hintergrund. Keine großen Reden, sondern Anpacken. ‚Geht nicht‘ gibt es bei ihm nicht. Als einer der führenden Organisatoren des SPD-Obstwiesenfests und der Ostereiersuche ist Wolfgang Lang für uns absolut wichtig“, macht der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Thomas Kämpfer den Stellenwert für die Kronberger Sozialdemokraten deutlich.
Gemeinsam mit Anneliese Hecking und Hans-Georg Kaufmann organisiert der Jubilar zudem seit einigen Jahren den „Knodderberg“ – eine Veranstaltung, bei dem die örtliche Politik „humoristisch beäugt“ wird.