Der Verein Heckstadt sieht sich noch nicht am Ziel: Lebensqualität soll weiterhin verbessert werden

Bei Jung und Alt beliebt: Der Oberhöchstädter Sommer ist ein echter Publikumsmagnet. Die Vorbereitungen für das diesjährige Ereignis laufen bereits.Fotos: privat

Oberhöchstadt (hmz) – Wann wird aus dem Ganzen mehr als die Summe seiner Teile? Ganz einfach: Wenn untereinander starke Bindungen entstehen, die in der Folge für eine gute und erfolgreiche Vereinsarbeit sorgen, die das Miteinander, die Aktivitäten und Interessen teilen und andere zu begeistern wissen. Das schafft seit 15 Jahren der Verein „Heckstadt Freunde Oberhöchstadts“.

Wer durch den Ortsteil geht, wird bald feststellen, dass vieles die Handschrift der sehr rührigen Mitglieder trägt. Sie setzen sich für den Umweltgedanken ein und engagieren sich unter anderem für mehr Blühstreifen, um den Lebensraum für Insekten zu verbessern, oder forcieren die Wiederherstellung des ortsnahen Erholungsgebietes „In den Fichten“. Die Liste der Aktivitäten des Vereins Heckstadt ist lang. Etwa die Renovierung und Bestuhlung der Friedhofskapelle im Jahr 2011, die von Oberhöchstädtern täglich geöffnet und saubergehalten wird. An zentralen Stellen wurden Sitzbänke aufgestellt, und im Jahr 2016 ist in Abstimmung mit der Stadt und dem Partnerschaftsverein Kronberg-Porto Recanati der gleichnamige Platz grundsaniert worden. „Das ging damals nur mit der finanziellen Unterstützung der Bürger sowie derortsansässigen Unternehmen“, erinnern sich die Vorsitzende Gabi Holler und ihre Stellvertreterin, Brigitte Alsheimer.

Historisches erhalten

Der Platz wurde zum Zentrum des Stadtteils, und nicht nur der vom Verein initiierte „Oberhöchstädter Sommer“ belebt ihn, „sondern auch die Menschen, die hier eine Ruhezone finden“. Michael Vetter, seit der Gründung des Vereins dabei, bemüht sich, Typisches aus Oberhöchstadt zu finden, seien es zuletzt die Entdeckung eines ehemaligen Schnitz-Clubs oder historische Fotos und Dokumente. Aktuell bereitet er wieder eine Ausstellung vor, die im Rahmen des Weihnachtsmarktes im Dalleshaus zu sehen sein wird. „Der Erhalt oder die Wiederherstellung historischer Orte ist ein Teil des Vereinsziels.“ Die Mitglieder reinigen und erhalten seit Jahren historische Grabsteine und die Inschriften des Ehrenmals. Ein besonderes Projekt wurde jetzt abgeschlossen: die Umsetzung des Grabsteins der Gemeindeschwestern Anni Schöddert und Käthe Ullmann, die über vier Jahrzehnte hinweg einen unverzichtbaren Beitrag zur medizinischen Versorgung in Oberhöchstadt leisteten. Da die Liegezeit des Grabes abgelaufen war und die Angehörigen der Schwestern nicht in der Lage waren, die anfallenden Kosten für die Räumung zu übernehmen, entschied sich der Verein Heckstadt, den historischen Grabstein zu retten. „Dank der tatkräftigen Begleitung durch Richard Schmidt, der das Projekt im Verein maßgeblich koordinierte, sowie der Unterstützung der Firma Uhlemann gibt es eine neue Ruhestätte.“

Das Wir-Gefühl stärken

„Seit unserer Gründung im Jahr 2010 haben wir zahlreiche Projekte und Veranstaltungen ins Leben gerufen, die das kulturelle und soziale Leben in Oberhöchstadt bereichern.“ Dazu würden unter anderem das jährliche Beeren- und Blechkuchenfest zählen, diverse Sommerwanderungen, Erzählcafés sowie das Weihnachtsbaumschmücken, Grenzgänge und der Weihnachtsmarkt. „Diese Aktivitäten fördern den Zusammenhalt in unserer Gemeinde und bieten vielfältige Gelegenheiten zur Begegnung und zum Austausch“, so Brigitte Alsheimer.

„In einer Zeit, in der die Anonymität in der Gesellschaft zunimmt, ist es uns ein besonderes Anliegen, Menschen zusammenzuführen und ihnen Plattformen für einen persönlichen Austausch anzubieten. Unsere Veranstaltungen sollen dazu beitragen, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und soziale Bindungen zu fördern.“

Ein besonderer Höhepunkt in der noch jungen Vereinsgeschichte war die Verleihung des Bürgerpreises im Jahr 2024 durch die Taunus Sparkasse in der Kategorie „Alltagshelden“. Diese Auszeichnung „würdigt unser kontinuierliches Engagement für die Gemeinschaft und hat uns in unserer Arbeit sehr bestärkt“. Der Vereins-Vorstand versteht es, die unterschiedlichen Meinungen und Interessen seiner Mitglieder innerhalb eines knappen Zeitbudgets zu bündeln, und sie gehen mit der Zeit. Neuem stehen sie aufgeschlossen gegenüber, und das bedeutet eben auch neue Herausforderungen und Aufgaben. Kronbergs Stadtteil Oberhöchstadt hat einen dörflichen Charakter, ohne ein Dorf zu sein. Der Verein Heckstadt Freunde Oberhöchstadt weiß aber, die Vorteile einer guten „Dorfgemeinschaft“ zu nutzen. Es braucht Begegnung, Austausch und Treffpunkte. „In unserem Verein ist das Wir-Gefühl zu spüren, und da wir uns für das urbane Leben einsetzen und es mitgestalten, sind wir auch für unsere Mitbürger attraktiv.“ Der Verein trifft sich regelmäßig zu „Stammtischen“, und in diesem Rahmen ist angedacht, auch Referenten einzuladen. Nach dem Keramikmarkt steht als nächste große Veranstaltung der Oberhöchstädter Sommer an. Geplant sind sechs Veranstaltungen, darunter drei für Kinder. Aus Sicht des Vereins gibt es noch viel zu tun, „um die Lebensqualität in unserem Stadtteil zu erhalten und zu verbessern. Jeder, der dazu beitragen möchte, gerne auch mit neuen Ideen, ist willkommen“.

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