Oberhöchstadt (kb) – Der Verein Heckstadt Freunde Oberhöchstadts e.V. nimmt sich einer besonderen Aufgabe an: Der Erhalt des Grabsteins von Anni Schröddert und Käthe Ullmann, zwei Gemeindeschwestern, die über viele Jahre hinweg einen unverzichtbaren Beitrag zur medizinischen Versorgung in Oberhöchstadt leisteten. Dieser historische Grabstein, der sich im mittleren Teil des Oberhöchstädter Friedhofs befindet, soll nicht nur erhalten bleiben, sondern an einen gut sichtbaren Ort verlegt werden – an die Kapelle des Friedhofs.
Die Gemeindeschwestern Schröddert und Ullmann, die 1929 nach Oberhöchstadt kamen, sorgten für die erste medizinische Betreuung der Dorfgemeinschaft. Sie führten wichtige Aufgaben aus, wie die Betreuung schwangerer Frauen, die Durchführung von Untersuchungen und Wiegestunden sowie die Pflege von Kranken und älteren Bürgern. Sie kümmerten sich um die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung, wenn schwere Fälle an Ärzte aus Oberursel oder Kronberg weitergeleitet wurden. Ihre Tätigkeit war von unschätzbarem Wert, und ihre Gräber zeugen heute noch von ihrem selbstlosen Dienst an der Gemeinschaft.
Doch die Pflege des Grabes übernahmen in den letzten Jahren nicht die Angehörigen der Schwestern, sondern der Verein Heckstadt. Als die Liegezeit des Grabes vor zwei Jahren ablief, stellte sich heraus, dass die Angehörigen, die im Raum Köln wohnen, weder in der Lage noch bereit waren, für die Räumung und die anfallenden Kosten aufzukommen. Der Verein Heckstadt erkannte in dieser Situation die Gelegenheit, den Grabstein als Gedenkstein zu bewahren und ihn für die Zukunft sichtbar zu machen.
„Es war uns ein großes Anliegen, das Andenken an die beiden Schwestern zu ehren und den Grabstein zu retten“, erklärte Richard Schmidt, Mitglied des Vereins und Koordinator des Projekts. „Die Schwestern haben über Jahrzehnte hinweg einen so wichtigen Beitrag für die Dorfgemeinschaft geleistet, dass wir das Gedenken an sie auch für kommende Generationen bewahren möchten.“
Der Verein trat mit den Angehörigen der Schwestern in Kontakt und konnte eine Vereinbarung treffen, dass der Verein über das Grab verfügen darf. Die Abräumkosten werden vom Verein übernommen, und der Grabstein wird von der Firma Uhlemann aus Kronberg überarbeitet und an die Kapelle des Friedhofs versetzt. Die Stadt Kronberg hat dem Vorhaben zugestimmt, sodass der Grabstein künftig nicht nur ein Teil der Geschichte, sondern auch ein zentrales Gedenkstück auf dem Friedhof sein wird.
Die Gesamtkosten für die Abräumung, die Überarbeitung des Grabsteins und die Verlagerung belaufen sich auf rund 1.000 Euro.
Der Verein freut sich über Spenden zur Finanzierung dieses Vorhabens mit dem Verwendungszweck „Grabstein Gemeindeschwestern“ auf das Konto des Vereins Heckstadt Freunde Oberhöchstadt e.V., IBAN: DE04 5019 0000 6000 6986 42, BIC: FFVBDEFF.
„Wir möchten den Grabstein an einem gut sichtbaren Ort aufstellen, damit die Erinnerung an die Schwestern lebendig bleibt und ihre Verdienste für die Gemeinde weiterhin gewürdigt werden“, betonte Richard Schmidt.
Der Verein wird die Öffentlichkeit rechtzeitig über den genauen Zeitpunkt der Verlagerung informieren und lädt alle Interessierten ein, sich an diesem besonderen Projekt zu beteiligen.
Die Arbeit des Vereins Heckstadt und der Einsatz für den Erhalt dieses wichtigen Zeitzeugnisses unterstreichen das Engagement, das Erbe der Gemeindeschwestern auch für die kommenden Generationen sichtbar und spürbar zu machen.