CDU-Stadtverband nominiert Andreas Becker als Bürgermeisterkandidat

Von links: Landrat Ulrich Krebs, der Vorsitzende der Findungskommission Reinhard Bardtke (daneben), die beiden stellvertretenden CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Felicitas Hüsing (Dritte von links) und Mathias Völlger (Zweiter von rechts) sowie Stadtverordnetenvorsteher Andreas Knoche (ganz rechts) und CDU-Bundestagsmitglied Norbert Altenkamp, der auf die Fortsetzung der Serie hofft, nachdem die letzten elf Bürgermeisterwahlen in seinem Wahlkreis zugunsten der CDU-Bewerber ausgingen, wollen den frisch nominierten Andreas Becker (neben seiner Frau Simone) nach Kräften unterstützen. Fotos: Puck

Kronberg (pu) – Was infolge seiner seit mehr als einem Jahr auffälligen Präsenz in der Öffentlichkeit nahe lag und bereits von den Spatzen von den Dächern gepfiffen wurde, ist nun offiziell bestätigt: Etwas mehr als 24 Stunden, nachdem der von SPD, Bündnis90/Die Grünen und Unabhängiger Bürgergemeinschaft (UBG) unterstützte Christoph König im Zuge eines Pressegesprächs seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt publik gemacht hatte (wir berichteten), nominierte der CDU-Stadtverband den Fraktionsvorsitzenden Andreas Becker zum zweiten Anwärter. Die Wahl des zwölften Kronberger Bürgermeisters ist für den 7. Juni 2020 festgesetzt.

30 Jahre

Im Detail sprachen von 53 am 30. Oktober zur Nominierungsveranstaltung in der Stadthalle anwesenden Mitgliedern 48 dem 48-jährigen Oberhöchstädter ihr Vertrauen aus und die Unterstützung für sein Vorhaben zu, 30 Jahre nach Altbürgermeister Rudolf Möller ab 1. Dezember 2020 die CDU-lose Zeit auf dem Rathauschefsessel beenden zu wollen. Zwei Anwesende stimmten nach Aussage von Wahlleiter und Landrat Ulrich Krebs mit „Nein“, drei enthielten sich der Stimme. Die zweite Amtszeit des aktuellen Bürgermeisters Klaus Temmen (parteilos), der am 19. August bekanntgegeben hatte, für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung zu stehen, endet einen Tag vorher, am 30. November.

Arbeit der Findungskommission

Nach Aussage von Reinhard Bardtke, dem Vorsitzenden der im Sommer 2017 vom Stadtverbandsvorstand beauftragten fünfköpfigen Kandidaten-Findungskommission, hatten sich nach sondierenden Erstkontakten durch direkte Ansprache aller Amts- und Mandatsträger und schriftlicher Bitte mögliche Kandidaten zu empfehlen, mehr als zehn potenzielle Bürgermeisterkandidaten herauskristallisiert, darunter von Anfang an Andreas Becker, „der in der Nennung einen Spitzenplatz einnahm.“ Die neben Bardtke aus Felicitas Hüsing, Brigitte Möller, Alfred Olbricht und Stefan Möller bestehende Findungsriege, die im Spätsommer 2018 infolge Olbrichts bedauerlichen Todes durch Alice Wengorz ein neues Mitglied erhielt, sah sich, wie Bardtke betonte, nicht nur im Kronberger Stadtgebiet um, sondern blickte auch über den Tellerrand hinaus. Im Endeffekt sei jedoch Andreas Becker aus allen nachfolgenden intensiven Gesprächen als klarer Favorit hervorgegangen, „weshalb wir ihn nun einstimmig und voller Überzeugung für die Nominierung als Bürgermeisterkandidat vorschlagen!“

Beherrschen der Spielregeln

Im Anschluss verriet die stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende Felicitas Hüsing, was die Findungskommission vom Kandidaten als Inhaber eines politischen Spitzenamtes erwarte, etwa das Beherrschen der „Spielregeln der Politik“. So gelte es einerseits „die Verantwortung und Dienstvorgesetzteneigenschaft für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt, andererseits die wirtschaftliche Verantwortung für ein millionenschweres Anlagevermögen wie beispielsweise öffentliche Gebäude, Straßen und die Infrastruktur der Wasserversorgung zu übernehmen.“ Darüber hinaus erstrecke sich das Leistungsspektrum von Ordnungsfunktionen über die Dienstleistungen im Jugend-, Schul-, Kultur- und Sozialbereich bis zur Straßenreinigung und Abfallentsorgung, von der Flächen- und Bebauungsplanung bis zur Förderung der Wirtschaft und der Beschäftigung. Doch damit nicht genug. Die überzeugende Repräsentation von Kronberg im Taunus nach außen, der offene Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern, die konstruktive Zusammenarbeit über politische Grenzen hinaus sowie der Einsatz für nachhaltige Lebensqualität und die Entwicklung von Visionen für Kronberg stellten sehr hohe Anforderungen an das Amt des Bürgermeisters.

Rüstzeug

Als Rüstzeug zur Bewältigung jeglicher Anforderungen und Herausforderungen in einem derart umfangreichen und komplexen Aufgabengebiet wirft der 48-Jährige seine Fähigkeiten und Erfahrungen als Diplom-Verwaltungswirt (FH), Betriebswirt (VWA), Fachstellenleiter Bereich Finanzen der Kreisverwaltung des Wetteraukreises und stellvertretender Fachdienstleiter in die Waagschale. Seine Kronberger Politikkarriere begann 1993 als Stadtverordneter (bis zum aktuellen Zeitpunkt) und Mitglied im Ortsbeirat Oberhöchstadt. Vor zehn Jahren wurde er Nachfolger von Karl-Heinrich „Charly“ Hofmann als CDU-Fraktionsvorsitzender. In der aktuellen Legislaturperiode fungiert er zusätzlich, ebenso wie sein bisher einziger Konkurrent, als stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher. Beide sitzen im Haupt- und Finanzausschuss, König als Vorsitzender, Becker als sein Stellvertreter.

Andreas Becker zeichnet ferner hohes soziales und gesellschaftliches Engagement aus. Als engagierter Christ war er bereits als Jugendlicher 13 Jahre lang Mitglied im Vorstand der katholischen Jugend von St. Vitus als Jugendstufenleiter, Pfarrjugendleiter sowie als Schatzmeister tätig. Darüber hinaus brachte er sich mehrere Jahre im Pfarrgemeinderat seiner Heimatpfarrei ein und ist seit 1995 als Kommunionhelfer tätig. Ein offenes Ohr für die Belange von Kindern und Jugendlichen hat er außerdem als Mitglied im Vorstand des Stadtjugendrings Kronberg, davon über 20 Jahre als dessen Vorsitzender. Dazu kommen Mitgliedschaften im Partnerschaftsverein Kronberg Le Lavandou, der Freiwilligen Feuerwehr 1891 Oberhöchstadt und der Freunde und Förderer der Kronberg Academy. Verheiratet ist er mit Ehefrau Simone, das Paar hat einen zwölfjährigen Sohn.

Ziele

Auf die Stimmenmehrheit-Eroberungs-Fahnen hat sich Andreas Becker geschrieben, er wolle als Bürgermeister gleichzeitig „die positiven, wertvollen Errungenschaften von Kronberg erhalten und bewahren“, die Burgstadt dennoch mit neuen Ideen, Konzepten und Visionen weiterentwickeln. Dies soll durch die Sicherung der finanziellen Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit von Kronberg ebenso gelingen wie die Förderung eines breiten kulturellen Angebots mit einem regen Vereinsleben und bürgerschaftlichem Engagement, des Weiteren durch den Schutz der Umwelt und Natur für die nachfolgenden Generationen. Dabei setzt er auf das seit Jahren zitierte Drei-Säulen-Modell für städtische Finanzen – Schulden tilgen, investieren, Bürger entlasten – die „maßvolle und bedachte“ Schaffung von bezahlbarem Wohnraum (Stichwort: Einheimischen Modell), die konsequente Umsetzung der Digitalisierung und die Erschließung neuer Fördermittel für Kronberg. Nach seinen Worten will er außerdem weiterhin für attraktive Spielplätze und sichere Schulwege Sorge tragen und „Brückenbauer sein zwischen Jung und Alt, zwischen Alteingesessenen und Neubürgern.“

Die stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende Felicitas Hüsing erklärte abschließend: „Wir sind überzeugt davon, dass Andreas Becker als ‚Kronberger Bub‘ die geeignete Persönlichkeit ist, die Anliegen aller Kronberger Bürgerinnen und Bürger mit Besonnenheit, Weitblick, Engagement und Herzblut zu vertreten.“

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