Mammolshain (kw) – Am heutigen Donnerstag steht in der Königsteiner Stadtverordnetenversammlung die Beschlussvorlage zur Abstimmung, das neue Feuerwehrgerätehaus Mammolshain „Am Mönchswald“ zu errichten. Bislang konnte man nach der fast einmütigen Bürgerversammlung in Mammolshain und dem Bekenntnis der Fraktionen der ALK und CDU, die gemeinsam eine Mehrheit im Parlament besitzen, davon ausgehen, dass die finale Zustimmung zum Wunsch-Standort der Mammolshainer Wehr reine Formsache sein würde.
Doch die FDP will noch einmal Bewegung in das Thema bringen und hat beantragt, ein Feuerwehrhaus am Fuße des Steinbruchs hinsichtlich der Geeignetheit und Baukosten zu prüfen. Der Vorschlag überrascht insofern, dass dieser Standort schon länger nicht mehr zu den drei in der engeren Auswahl stehenden gezählt hatte, für die die Stadt Planungen in Auftrag gegeben hat.
Die Begründung: Angesichts der bekannten Finanzlage der Stadt Königstein beanstandet die FDP, dass ein Standort ausgewählt wurde, dessen Baukosten nach den vorläufigen Grobkostenschätzungen ca 1,5 Millionen Euro teurer ist als die anderen untersuchten Standorte. Zudem zweifeln die Liberalen daran, dass wegen der extremen Hanglage das Gebäude dort für die geschätzten 4,7 Millionen Euro gebaut werden kann. Gegen den Standort „Am Mönchswald“ spreche auch, dass zahlreiche benötigte Parkplätze wegfallen. In einer nachgezogenen Pressemitteilung fragte die FDP ob dieses „per Akklamation zum Favoriten ernannten“ Standorts: „Aber wie steht es da mit dem Geld-Zusammenhalten?“ und ob der „Eckruf aus der Finanzenlage der Stadt gehört wurde?“
Die FDP ist der Auffassung, dass der Standort im Steinbruch besser geeignet ist und wesentlich geringere Baukosten verursacht. Von der Kronthaler Straße aus gesehen, befindet sich rechts hinter der Schranke, die das Gelände gegenwärtig absperrt, eine ebene Fläche, die groß genug sei, um dort ein Feuerwehrgebäude mit drei Fahrzeughallen und ausreichenden Stellplätzen für die Feuerwehrleute zu errichten.
Prüfen lassen möchte die FDP auch, ob durch ein eingeschossiges, ebenerdiges Gebäude Baukosten gespart werden können. Zurzeit werde dieses Gelände als Bauschuttlager sowie Auto- und Baggerfriedhof mit Verschmutzungsgefahren für das Erdreich „zweckentfremdet“, so die FDP.
Allerdings, das räumt der Antrag ein, müsste der Zufahrtsweg von der Kronthaler Straße auf einer Länge von 150 Metern befestigt und verbreitert werden. Man darf gespannt sein, ob sich die Stadtverordneten auf den Prüfantrag einlassen und damit für eine Verzögerung des Projekts sorgen. Die Freien Demokraten glauben nach der Behandlung des Antrags im Bau- und Umweltausschuss sowie im Haupt- und Finanzausschuss selbst nicht mehr an eine Erfolgschance, ließ deren Fraktionsvorsitzender Michael-Klaus Otto durchblicken.