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Auf Burgfräulein Charlotte I. wird im August Sophia I. folgen

Sophia Hees (vorne ganz links) wird das aktuell amtierende Burgfräulein Charlotte I. im August ablösen. Zu beiden Repräsebtatinnen mit ihrem jeweiligen Hofstaat und dem Präsidium des Burgvereins Fotos: S. Puck

Königstein (pu) – Bis zum Sommer und der am 23. August zum Auftakt des 69. Königsteiner Burgfestes anstehenden Krönung des künftigen Burgfräuleins sind es zwar noch ein paar Monate hin, doch hinter den Kulissen sind die Vorbereitungen auf das dreitägige Volksfest längst in vollem Gange. Einen Einblick in das, worauf sich Königsteiner und auswärtige Besucher freuen können, verrieten die Aktiven des Burgvereins am Sonntag im Rahmen ihres Neujahrsempfangs im Foyer des Hauses der Begegnung. Vor allem aber wurde eines der best gehüteten Geheimnisse der Burgenstadt gelüftet – der Name der Nachfolgerin des derzeitigen Burgfräuleins Charlotte I. Pignataro. 

„Jetzt kommt der spannende Moment“, spannte Burgvereinspräsidentin Birgit Becker die zahlreich Erschienenen noch ein paar Minuten auf die Folter, verriet zunächst einige Details aus der Biografie der zukünftigen Regentin in der Erwartung, der eine oder andere könne daraus bereits Rückschlüsse ziehen. Ein Einsehen habend gab sie schließlich die ersehnte Neuigkeit preis: „Das Burgfräulein 2019 heißt Sophia Hees!“

Einmal mehr also eine Nachkommin der aus der Hees-Dynastie, einer der bekanntesten Königsteiner Familien, die in die Fußstapfen ihrer älteren Schwestern Verena und Lisa tritt und als Repräsentantin dem Burgfest und der Stadt Glanz und Ausstrahlung verleihen will.

Bei der Bewältigung ihrer zahlreichen Aufgaben setzt die 21-jährige Studentin der Kommunikations- und Medienwissenschaften auf die Unterstützung und den großen Erfahrungsschatz von Familienangehörigen: Tante Anke Brauns als eine ihrer Hofdamen und ihren Patenonkel Alexander Hees als Junker, die beide schon Verena und Lisa Hees begleiteten. Das Hofstaat-Quartett komplettieren ihre Freundin Victoria Krönung als zweite Hofdame und – und damit setzt die designierte Hoheit einen besonderen Akzent – ihr zweiter Junker Jan Philipp Staab. Dass Sophia I. für das verantwortungsvolle Amt das notwendige Rüstzeug mitbringt, bewies sie schon 2010, als sie mit Bravour die Abschiedsrede für ihre älteste Schwester Verena I. hielt. 

Von nun an wird es Schlag auf Schlag gehen, schon zwei Tage später stand für Sophia Hees  und ihrem Gefolge mit dem Besuch in der Nähstube der erste Termin der Vorbereitungsphase an. In diesem Zusammenhang lenkte Birgit Becker den Blick auf Nähstubenleiterin Inga Ernst und deren seit nunmehr vier Jahrzehnten währendes außergewöhnliches Engagement. Unzählige Gewänder entstanden unter ihrer Regie. 

Der Einladung des Burgvereins, vor dem an Fahrt aufnehmenden Jahr mit dieser stilvollen Veranstaltung, die musikalisch von den Falkensteiner Mandolinern unter Leitung von Natalie Alencova umrahmt wurde, gemeinsam anzustoßen, die letzten zwölf Monate Revue passieren zu lassen und die Vorfreude auf Kommendes zu wecken, waren Honoratioren, Lokalpolitiker, Vereine, Freunde und Bürger gefolgt. Dies vor Augen bescheinigte Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) den Gastgebern, die Veranstaltung werde „von der Gesellschaft wahr und wichtig genommen.“ Das fast durchgängige Regenwetter hielt neben den Königsteinern unter anderem auch Staatsminister a. D. und Kreistagsvorsitzender Jürgen Banzer (CDU), den Ersten Kreisbeigeordneten Uwe Kraft (CDU) und Burgfest-Schirmherr Alexander Fürst zu Stolberg Roßlar nicht von einer Teilnahme am Neujahrsempfang ab. An gekrönten Häuptern mangelte es ebenfalls keineswegs. Zum amtierenden Burgfräulein Charlotte I. samt Hofstaat und ihrer Vorgängerin Helen I. gesellte sich die Lavendelkönigin der Städtepartnerschaft Le Cannet-Rocheville-Königstein, Anna I. Wie Vereinsmitglieder auf einen Blick feststellten, waren zusätzlich 13 ehemalige Burgfräuleins aus den vergangenen Jahren anwesend. 

Dank

In ihrer Begrüßungsansprache schloss Burgvereinspräsidentin Birgit Becker alle in ihren warmherzigen Dank ein, die „uns in all unseren Aktivitäten und bei der Vereinsarbeit tatkräftig oder finanziell unterstützt und geholfen haben, stellvertretend das Rote Kreuz, die Freiwillige Feuerwehr, die Polizei, die Mitarbeiter der Stadt, Sponsoren, vereinsinterne und -externe Helfer.“ Eine langjährige Wegbegleiterin bat sie zur Übergabe eines Blumenstraußes zu sich ans Rednerpult. Es handelte sich dabei um die zum Monatsende in den Ruhestand wechselnde Stadtarchivarin Beate Großmann-Hofmann, die Becker zufolge seit dem Ersterscheinen der Burgfest- Bücher 2005 „eine der wichtigsten Helferin war, die uns jederzeit zur Seite gestanden hat.“ Seitdem hätten die jeweiligen Vorbereitungsarbeiten stets mit einem Treffen im Stadtarchiv begonnen, in dessen Verlauf die versierte Hüterin von Königsteins Stadtgeschichte über wichtige Jubiläen des kommenden Jahres informierte, als Autorin von Artikeln aktiv und somit maßgeblich für die Zusammenstellung der historischen Beiträge zuständig. Umso dankbarer ist das Präsidium des Burgvereins, dass Großmann-Hofmann weiterhin ihre Hilfe angeboten hat. „Für sie ist nie etwas zu viel und nichts kompliziert, davon durften wir lange profitieren und tun das auch immer noch“, brachte es Becker, das blumige Dankeschön überreichend, auf den Punkt. 

Rückblick

Mit Worten des Dankes, der Anerkennung und des Respekts ging es direkt weiter, denn sowohl das amtierende Burgfräulein Charlotte I. als auch Vorgängerin Helen I. und ihr jeweiliges Gefolge reihen sich nahtlos in die Schar derer ein, die durch ihr Engagement, Zeit und Herzblut, das sie in die Ausübung ihres Amtes investiert haben, beeindrucken. „Man spürt, beziehungsweise hat gespürt, dass ihr große Freude habt, die Stadt und den Burgverein zu repräsentieren. Das strahlt ihr aus und das spüren die Menschen, die euch treffen und getroffen haben“, sparte Becker nicht mit Lob.  

Nach der Jahresmitgliederversammlung im März im Hotel Königshof fand die Burgfest-Buchvorstellung Anfang Mai im Kurbad-Restaurant statt. Die emsigen Mitglieder des Burgvereins investieren nicht nur viel Zeit und Kraft in die Vorbereitungen des größten Königsteiner Festes, sondern stehen auch anderen Vereinen bei deren Aktivitäten zur Seite, wie etwa den Rittern bei ihrem Pfingstturnier mit einem Getränkestand im Innenhof der Burg. Zu den unbestrittenen Höhepunkten zählte der Besuch der Feierlichkeiten des 45-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft Le Cannet-Rocheville und Königstein in Le Cannet. Während dieser mehrtägige Aufenthalt in Südfrankreich ungetrübt war, wurde das 68. Königsteiner Burgfest von den Kartenfälschungen, die in großem Maß betrieben wurden und „die uns vom Präsidium, allen Sicherheitskräften und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung viel Zeit und Kraft gekostet hat“ überschattet.  Nach Aussage Beckers war das Präsidium   bis Anfang dieses Jahres damit beschäftigt. 

Ermittlungen eingestellt

Auf entsprechende Nachfrage der Königsteiner Woche erklärte Schatzmeister Alexander Freiherr von Bethmann, dieser Tage sei ihm ein Schreiben der Polizei zugegangen, dass die Ermittlungen eingestellt worden seien. Ein aus seiner Sicht unzufriedenstellendes Ergebnis mangels Klarheit über die Identität und Vorgehensweise der Kartenfälscher. Nichtsdestotrotz werde man, so von Bethmann, diesem Vorgang Rechnung tragend die eh schon sorgfältigen Kontrollen der Eintrittskarten nochmals verstärken. Darüber hinaus mache sich das Präsidium aktuell Gedanken über die Möglichkeit der Veränderung des Papiers, damit Fälschungen noch schneller ins Auge fallen. 

Birgit Becker gab in ihrer Begrüßungsansprache ihrem Bedauern Ausdruck, dass die Leidtragenden der Kartenfälschungen und der am Auftaktabend versuchten Erstürmung der Burg durch eine große Gruppe auswärtiger junger Leute, die sich kostenlosen Eintritt auf die Burg verschaffen wollten, die Gäste am Burgtor waren, die gekommen waren, um ein fröhliches Burgfest zu feiern. Nur durch die gute Zusammenarbeit mit allen Sicherheitskräften und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung sei Schlimmeres vermieden worden. Gleichwohl sei insgesamt ein fröhliches und friedliches Burgfest auf der Burg gefeiert worden.

In Erinnerung bleibende Veranstaltungen des letzten Jahres waren nach den Worten Beckers außerdem die Drei-Burgen-Wanderung zum 5-jährigen Bestehen des Drei-Burgen-Weges und der vom Dauerregen überschattete jüngste Königsteiner Weihnachtsmarkt. „Unser bewährtes Helferteam hat sich von dem schlechten Wetter nicht abhalten lassen. Trotz Regen fanden sich Besucher an unserer Hütte ein, worüber wir dankbar und erfreut waren. Außerdem sind wir froh, dass wir trotzdem unsere Kosten mehr als decken konnten“, erklärte Becker. 

Vorschau

Die kommenden Wochen und Monate sind für die Burgvereinsmitglieder von Arbeit und Terminen geprägt. So findet die Jahresmitgliederversammlung am 29. März statt, der Ort wird rechtzeitig bekannt gegeben. Das Burgfest-Buch, das am 14. Juni im Kurbad-Restaurant vorgestellt werden soll, befindet sich in Vorbereitung.

Die größte Konzentration liegt naturgemäß auf den Vorbereitungen des vom 23. bis 25. August stattfindenden 69. Burgfestes. Die Detailplanungen sind laut Becker noch nicht abgeschlossen, Eckpunkte stehen allerdings. Bei aller Freude darüber, dass der im vergangenen Jahr erstmalige Betrieb eines eigenen Weinstandes auf dem Burgfest großen Anklang fand, tüfteln die Verantwortlichen wiederum an Neuem und Besonderen. Am Burgfestsamstagmorgen wird es demnach von 9 bis 14 Uhr ein Burgfrühstück mit Markt auf der großen Festwiese der Burg geben, das heißt, bei kostenlosem Eintritt werden die Besucher die Möglichkeit haben auf der Burg zu frühstücken und dort einzukaufen. Händeringend gesucht werden aktuell noch helfende Hände. Einen Früh- oder Dämmerschoppen wird es dieses Mal nicht geben. Zum Jahresabschluss ist wiederum die Teilnahme beim Königsteiner Weihnachtsmarkt geplant. 

Das vorbildliche Engagement und die zahlreichen Einsätze des Vereins und seiner Repräsentantinnen schätzt auch Bürgermeister Leonhard Helm, der hervorhob, die Stadt profitiere von dieser mehr als positiven Außenwirkung. Zu recht zähle das Burgfest zu den hochgehaltenen Traditionen. „Tradition verbindet uns mit der Stadt, dem Land und dem Boden und diese Bodenständigkeit zählt zu den wesentlichen Punkten für das Leben in dieser Stadt, die sowohl die Tradition pflegt als auch Bewegung und Veränderung vorantreibt!“

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