Die Fußballjugend trainiert mit dem Weltmeister

Trainingsspaß für die Nachwuchs-Fußballer mit Uwe Bein. Fotos: Scholl

Mammolshain – Was die Jugendfußballer aus Schneidhain und Mammolshain an den drei Tagen vom 30. März bis 1. April erwartete, ist nicht alle Tage möglich. Kein Geringerer als Uwe Bein, Fußballweltmeister von 1990, trainierte mit seiner mobilen Fußballschule die Jugendlichen der SG BW Schneidhain e.V. und des FC 1910 Mammolshain.

Im Rahmen eines Gewinnspiels der Taunussparkasse hatte die Jugendfußballabteilung der SG BW Schneidhain das dreitägige Fußballcamp „Mobile Fußballschule mit Uwe Bein“ gewonnen. Ausgerichtet wurde das Fußballcamp unter der Leitung von Herbert Appel jedoch nicht in Schneidhain, sondern auf dem Sportplatz „Am Hasensprung“ in Mammolshain.

Diese ungewöhnliche Konstellation hat, wie Thomas Rettig, Jugendleiter der Fußballabteilung in Schneidhain, zu berichten wusste, zwei Gründe. Zum einen war es den Schneidhainer Fußballern bedauerlicherweise nicht erlaubt, das Camp auf dem ortseigenen Platz durchzuführen. Zum anderen waren die Mammolshainer Fußballer gerne bereit, helfend einzuspringen, denn die Vereine aus Schneidhain und Mammolshain kooperieren schon länger erfolgreich in der Jugendarbeit. Es ist für die kleinen „Ortsvereine“ zunehmend schwieriger, neben den größeren Vereinen zu bestehen und ein attraktives Sportangebot für Kinder und Jugendliche auf die Beine zu stellen. Obwohl beide Ortsmannschaften erfolgreich in den entsprechenden Ligen spielen, ist heute Kreativität gefragt, um neue Mitglieder zu gewinnen.

Wie Theo Parpan, Jugendleiter Fußball in Mammolshain anführt, gehen die kleineren Vereine neue Wege und kooperieren gerne und mit Erfolg. Ein Ergebnis dieser gemeinsamen Arbeit ist auch die angestrebte Spielgemeinschaft im Jugendfußball beider Vereine ab August, um die Ressourcen zu bündeln und attraktive sowie erfolgreiche Mannschaften aufstellen zu können.

Für die mobile Fußballschule konnten sich die Jugendlichen beider Vereine sowie deren Freunde aus umliegenden Vereinen und Kunden der Taunussparkasse anmelden. Glücklich, wer einen Gutschein der Taunussparkasse vorweisen konnte. Dadurch ermäßigte sich der Beitrag um fast 50 Prozent. Ungefähr 50 Kinder und Jugendliche, darunter auch einige Mädchen, nahmen an dem Camp teil. Es fand zum dritten Mal im Hochtaunuskreis statt und wurde von den beiden Vereinen innerhalb von nur etwas mehr als drei Wochen organisiert.

Die Sparkassenversicherung, Hauptsponsor des mobilen Fußballcamps, stellt jedem Teilnehmer ein Trainingsset, bestehend aus einem Trikot, einer Hose und Stutzen zur Verfügung. Darüber hinaus können sich die Vereine über je einen Satz Trikots freuen und dank des Sponsorings ist für das Mittagessen an den Trainingstagen und für allerlei Leckereien in den Pausen gesorgt.

Der charmante Weltmeister und Namensgeber der Fußballschule, Uwe Bein, stellt erfreulicherweise nicht nur seinen berühmten Namen zur Verfügung. Er ist persönlich gemeinsam mit seinem Team aus vier Trainern die ganzen drei Tage vor Ort und übernimmt hier höchstpersönlich das Torschusstraining. Die Trainer der Fußballschule blicken alle auf eine erfolgreiche Fußballkarriere zurück und sind heute lizensierte Trainer, die genau wissen, dass im Sport nichts von alleine kommt, aber vieles durch professionelles Training möglich wird.

Die teilnehmenden Jugendlichen im Alter von sechs bis 16 Jahren durften sich dann auch an einem professionellen Training erfreuen. Jeder Trainer hat seine „Lieblingstrainingsmethode“.

Während Uwe Bein der erfolgreiche Torschuss am Herzen liegt, ist Wolfgang Bartusch ein Freund des Koordinations- und Techniktrainings. Uli Zinke, selbst ehemaliger Torwart, ist ein Anhänger des Spielaufbaus, während Herbert Appel mit Vorliebe auf das Thema „Fallrückzieher und Flugkopfball“ hinarbeitet. Dirk Bein wiederum lässt die Kids dribbeln und „abgeben“, was das Zeug hält. Die Campteilnehmer lassen sich von dem sympathischen, aber bestimmten Auftritt der Trainer und dem professionellen Training sofort „einfangen“ und legen sich gleich zu Beginn mächtig ins Zeug. Es gilt, den durchaus anspruchsvollen Anweisungen der Trainer zu folgen und bei erfolgreichem Abschluss einer Übung das erworbene Lob einzuheimsen. Hin und wieder rauften sich die Profis schon mal die Haare, wenn der Torschuss aus fünf Metern Entfernung das Tor weit verfehlt, aber dank erfolgreicher Motivation und professioneller Tipps klappte es im nächsten Anlauf erheblich besser.

Auf dem Platz herrschte ein wohl organisiertes Chaos und für jeden Betrachter wurde deutlich, dass die Teilnehmer bei den unterschiedlichen Übungen in den Kleingruppen viel Spaß haben. Ein Anspruch der Fußballschule ist es auch, dass die jungen Spieler gemeinsam lernen, im Team zu trainieren, zu spielen und mit Sieg oder auch Niederlage umzugehen.

Am Ende eines jeden Trainingstages stand die Vergabe einer besonderen Ehrung. Einen Pokal bekam derjenige, der die größte soziale Kompetenz an diesem Tag gezeigt hat. Ein wichtiger Beitrag zu dem Verständnis, dass „Fair Play“ und „soziales Verhalten“ wichtige Bestandteile des Fußballspiels und auch des täglichen Lebens sind. Da aber der sportliche Einsatz der jugendlichen Teilnehmer ebenfalls leistungsgerecht gewürdigt werden soll, bekamen die trainingsbesten Spieler am Ende des Trainingscamps eine besondere Auszeichnung.

Gemeinsames Gruppenfoto vom Fußballcamp mit Sponsor.

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