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„Vergesst die klugen Köpfe nicht!“: Eugen-Kogon-Preis 2018 geht an Alfred Grosser

Stadtverordnetenvorsteher Alexander von Bethmann und Bürgermeister Leonhard Helm verkündeten im Rathaus die Entscheidung des Kuratoriums. Foto: Sura

Königstein (aks) – Das Geheimnis ist gelüftet: Der zwölfte Eugen-Kogon-Preis geht dieses Jahr an den Publizisten und Politologen Professor Dr. Dr. h.c. Alfred Grosser, so die einstimmige Entscheidung des 14-köpfigen Kuratoriums, die vom Vorsitzenden des Kuratoriums und Stadtverordnetenvorsteher Alexander von Bethmann und von Bürgermeister Leonhard Helm im Rathaus feierlich verkündet wurde. Am 16. März wird der Preisträger, der Eugen Kogon noch persönlich kannte, im Haus der Begegnung erwartet.

Eugen Kogon, 1903 in München geboren und am 24. Dezember 1987 in Königstein gestorben, war ein deutscher Publizist, Soziologe und Politikwissenschaftler. Der christlich geprägte Gegner des Nationalsozialismus, der das Grauen des Konzentrationslagers Buchenwald sechs Jahre selbst erlitt, gilt als einer der intellektuellen Väter der Bundesrepublik Deutschland und der europäischen Integration in Deutschland.

Die Stadt Königstein verleiht seit 2002 den Eugen-Kogon-Preis. Erster Preisträger war der frühere polnische Außenminister Władysław Bartoszewski, die Laudatio hielt damals Alfred Grosser, der Eugen Kogon, zusammen mit Henri Frenay und Altiero Spinelli, zu den drei eigentlichen „Schöpfern von Europa“ zählte. Zu den Trägern des Eugen-Kogon-Preises der Stadt Königstein gehören auch Stéphane Hessel, Hildegard Hamm-Brücher, Hans Maier sowie das Maximilian-Kolbe-Werk. Der Eugen-Kogon-Preis für das Jahr 2012 war dem ehemaligen Staatspräsidenten der Tschechischen Republik, dem Schriftsteller Václav Havel, zuerkannt worden. Der Preis wurde posthum am 22. Februar 2013 verliehen, die Laudatio hielt der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher. 2015 ging der Preis an den Künstler Gunter Demnig, der in ganz Deutschland „Stolpersteine“ zur Erinnerung an deportierte Juden verlegte und 2017 an Professor Dr. Alfons Nossol, emeritierter Erzbischof, dem es gelang zwischen Deutschen und Polen eine besondere Verbindung aufzubauen.

Alfred Grosser, 1925 in Frankfurt geboren und 1933 aufgrund seiner jüdischen Herkunft nach Südfrankreich emigriert, erhielt 1939 die französische Staatsbürgerschaft. Der 92-Jährige, der noch immer als spritziger Redner gilt, setzte sich Zeit seines Lebens für die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich ein und forderte ein auch auf politischer und gesellschaftlicher Ebene vereintes Europa. Für sein Lebenswerk erhielt Grosser das Große Verdienstkreuz mit Stern, den „Grand Prix“ de l’Académie des Sciences morales et politiques, den Friedenspreis des deutschen Buchhandels sowie 2013 den Theodor-Wolff- Preis und 2014 den Henri-Nannen-Preis und verschiedene Ehrendoktorwürden. Er bezeichnet sich selbst als „Atheist, der dem Christentum nahe steht“. Helm betonte, es sei ihm und dem Kuratorium ein Anliegen, für diesen Preis Intellektuelle mit „Ecken und Kanten“ zu finden: „Die Demokratie braucht Vorbilder, an denen man sich reiben kann.“

Die Laudatio werden der Sohn Eugen Kogons, Dr. Michael Kogon, und die Enkelin, Beate Kogon Aboulghei, halten.

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