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Stadtfüchse – Der Kleine Fuchsbandwurm – Wie kann ich mich schützen?

Der Kleine Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der im Dünndarm des Fuchses lebt, der aber nicht nur den Fuchs befällt. Neben Kleinnagern, die immer in die Infektionskette einbezogen sind, können in seltenen Fällen auch Katzen und Hunde sowie der Mensch betroffen sein. Die Fuchsbandwurmerkrankung des Menschen (Echinokokkose) ist selten, geht allerdings mit einem schweren Krankheitsbild einher und macht eine langwierige Behandlung notwendig.

Der Fuchsbandwurm entwickelt sich überwiegend in einem Wildtierzyklus mit dem Fuchs als Hauptendwirt und Kleinsäugern, meist Nagetieren, als Zwischenwirt. Der Fuchs als Endwirt beherbergt den geschlechtsreifen Wurm und scheidet die Bandwurmeier mit dem Kot aus. Kleinnager (Mäuse, Bisamratten) nehmen die Eier mit ihrer pflanzlichen Nahrung auf und werden dadurch zu infizierten Zwischenwirten. In den inneren Organen der Zwischenwirte entwickeln sich die Bandwurmeier zu den sog. Bandwurmfinnen (Echinokokkus). Die Kleinnager werden vom Fuchs als Hauptbeute gefressen und so entwickelt sich die Bandwurmfinne im Endwirt Fuchs in dessen Darm zum geschlechtsreifen Wurm. Mit diesem Bandwurm als Endwirt infizieren können sich nicht nur Füchse, sondern auch Hunde und Katzen, wenn sie den Zwischenwirt fangen. Der Nachweis der Echinokokkose beim Tier ist meldepflichtig. Es besteht jedoch keine tierseuchenrechtliche Verpflichtung oder Vorgabe zur Durchführung von Untersuchungen der Wildtierpopulation bzw. von Bekämpfungsmaßnahmen. Der kleine Fuchsbandwurm kommt in Europa fast überall vor. Ausnahmen sind die unmittelbaren Küstenregionen des Mittelmeeres, die iberische Halbinsel, Skandinavien nördlich von Dänemark und die britischen Inseln.

In Deutschland ist der Kleine Fuchsbandwurm fast überall präsent, wobei die Befallsrate jedoch von Südwest nach Nordost deutlich abnimmt. In Hessen liegt die Anzahl der untersuchten Füchse in den letzten zehn Jahren im Schnitt bei 107 Tieren und die Befallsrate schwankt zwischen 28,4 bis 66,5%, allerdings ist keine signifikante Steigerung in den Jahren 2005 bis 2015 erkennbar. Im Hochtaunuskreis gab es in den Jahren 2014, 2015 und bislang in 2016 keinen Nachweis des Fuchsbandwurms. Im Durchschnitt kann man jedoch davon ausgehen, dass jeder zweite Fuchs Träger des Fuchsbandwurms ist.

Übertragungsweg und Krankheitsbild

Die Fuchsbandwurm-Erkrankung des Menschen ist sehr selten. Jährlich geht man von ca. 20-30 Neuinfektionen in der Bundesrepublik Deutschland aus. Um sich zu infizieren, muss der Mensch die Bandwurmeier über den Mund aufnehmen.

Die Aufnahme der Wurmeier geschieht durch kontaminierte Hände entweder nach direktem Kontakt mit infizierten Endwirten, an deren Fell die Eier haften können, oder durch Umgang mit kontaminierter Erde bzw. kontaminierten Lebensmitteln. Das Problem für den Menschen sind also weniger die betroffenen Füchse selbst, sondern viel mehr ihre Hinterlassenschaften: mit dem Kot scheiden die Tiere infizierte Eier aus und können dabei Pilze, Beeren oder Fallobst in Bodennähe verunreinigen. Über diese Lebensmittel kann sich dann der Mensch infizieren. Im Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurms ist der Mensch ein Fehlzwischenwirt, weil er die Infektion nicht an einen Endwirt weitergeben kann.

In den Organen des Menschen findet aber – wie bei echten Zwischenwirten – eine Finnenentwicklung statt. Vornehmlich Leber und Lunge werden befallen. Der Erreger verursacht einen schlauchförmigen krebsartigen Gewebeumbau, der die Organe ohne Behandlung weitgehend zerstört.

Vorsichtsmaßnahmen – das Risiko minimieren

Füchse leben mittlerweile zum Teil unbemerkt konstant innerhalb der Gemeinden in unserer unmittelbaren Nachbarschaft. In Anbetracht des insgesamt geringen Erkrankungsrisikos erscheinen weitreichende Vorsorgemaßnahmen wie Einschränkungen bezüglich des Aufenthaltes - auch von Kindern – in Garten, Wald und Wiese oder der Verzicht auf Obst und Gemüse aus Freiland- und Gartenanbau sowie Pilze und Beeren aus dem Wald nicht verhältnismäßig. Eine Maßnahme zur Risikominimierung beinhaltet, den eigenen Lebensbereich, dazu zählt insbesondere der Garten, für den Fuchs wenig anziehend zu gestalten.

Vorsorgemaßnahmen allgemein

• Gemüse, Früchte und Salat insbesondere vor dem Rohverzehr gründlich waschen. Gekochtes Gemüse, eingemachtes Obst, Marmelade etc. sind unbedenklich, da Erhitzung auf 60°C die Bandwurmeier sicher abtötet. Durch Einfrieren werden die Bandwurmeier nicht abgetötet.

• Nach Tätigkeiten im Freiland, vor allem nach Kontakt mit Gras, Erde usw. die Hände gründlich waschen.

• Katzen und Hunde, die im Freiland Mäuse fangen, sollten regelmäßig gegen Bandwurmbefall behandelt werden.

Füchse in der Stadt

Es ist bekannt, dass seit einigen Jahren Füchse vermehrt in Städten angetroffen werden. Zum Teil werden in den Städten höhere Populationsdichten als in freier Landschaft beobachtet. Diese Tiere sind nicht eingewandert, sondern in der Nachbarschaft der Menschen geboren und aufgewachsen. Sie zeigen wenig Scheu, reagieren wenig auf Störungen und sind auch tagsüber aktiv. Auch diese Tiere können mit dem Kleinen Fuchsbandwurm befallen sein, allerdings sind bevorzugt solche Tiere befallen, die an der Peripherie von Städten leben, da die Kleinnager als Fuchsbandwurmzwischenwirte bevorzugt auf größeren Grünflächen vorkommen. Innenstadtfüchse, die sich eher von Abfall, Katzenfutter usw. ernähren, sind seltener befallen. Das Risiko sollte ernst genommen werden. Bei regelmäßigem Fuchsbesuch im Garten ist es zur Vorsorge ratsam, den Fuchskot konsequent vom Grundstück abzusammeln, z.B. mit Hilfe einer umgestülpten Plastiktüte, die anschließend samt Inhalt entsorgt wird. Jagdmaßnahmen führen in der Stadt nicht zu einer Verminderung der Population, da aufgrund der hohen Vermehrungsrate der Füchse freiwerdende Habitate in kurzer Zeit durch andere Tiere neu besetzt werden.

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