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Ab sofort städtische Dienstwagen teilen: E-Car-Sharing

Gegen Gebühr kann man neuerdings bei der Stadtverwaltung ein Elekto-Auto mieten.

Foto: Friedel

Königstein (hhf) – „Kommen Sie mal mit Ihrem Führerschein im Rathaus vorbei“, diese Aufforderung hatte bislang etwas Bedrohliches, aber das ändert sich gerade. Wer nämlich dazu noch einen vorher beantragten Zahlencode mitbringt, kann sich registrieren lassen, um anschließend einen von zwei Dienstwagen zu nutzen, gegen Gebühr, versteht sich. Ab sofort bietet die Stadtverwaltung nämlich ein „öffentliches Car-Sharing“ an, fungiert also als Mietwagenanbieter.

Hinter dieser Idee steckt eine frühere Entscheidung dafür, zwei elektrisch angetriebene Dienstwagen – zwei Renault ZOE (für zero emission) – zu mieten, um damit einen kleinen Fahrzeug-Pool für Dienstfahrten der Mitarbeiter zu schaffen. Im Stadtbild fallen die kleinen Flitzer der Frankfurter Firma „mobileeee GmbH“ schon länger auf, erst recht, wenn sie vor dem Rathaus an ihren Ladestationen stehen.

Car-Sharing wird immer beliebter

Was Behörden und Firmen gerne nutzen, hat sich längst auch im privaten Bereich durchgesetzt – gerade im urbanen Umfeld verzichtet mancher moderne Mensch gerne auf ein eigenes Auto. Ohne sich um die Wartung kümmern zu müssen oder Steuern zu bezahlen, nimmt er sich eben einen Mietwagen, wenn es denn einmal nicht mit Bus und Bahn geht, das rechnet sich durchaus.

Umweltfreundlich ist solches Verhalten auch, besonders, wenn man auch noch auf Elektroantrieb umsteigen kann.

Noch sind zwar die Lastwagen vom Bauhof noch nicht für einen Umzug zu haben, doch macht die Stadt nun mit den flotten Kleinwagen einen wesentlichen Schritt nach vorne: „Vom Stehen werden die Autos nicht besser“, begründet Bürgermeister Leonhard Helm die Aktion, eine bessere Auslastung schaffe sogar einen Mehrwert für die Stadt. Die fungiert nämlich ohnehin als „Ankermieter“ für ihren kleinen Fahrzeugpool, dessen Gefährte bislang aber nach Feierabend und am Wochenende zum Stillstand verdonnert waren. Genau diese Ruhezeiten sollen jetzt Bürgern zugute kommen, wenn diese in ihrer Freizeit ein Auto brauchen oder auch einfach mal eine Probefahrt mir einem E-Mobil machen wollen.

Über eine App kann ein Kalender eingesehen werden, der zeigt, wann ein „Zugriff auf Dienstfahrzeuge“ von außen möglich ist. In der Regel bedeutet das montags ab 18 Uhr, dienstags bis donnerstags ab 16.30 Uhr und freitags ab 13 Uhr, am Wochenende sogar ganztägig, das genügt bei einer Reichweite von 120 bis 150 Kilometern pro „Tankfüllung“ durchaus. Start- und Endpunkt der Fahrten ist immer das Rathaus, wo Ladesäulen und freie Parkplätze davor garantiert sind. Am Flughafen abstellen geht also nicht, ein Abend im Einkaufszentrum oder ein Wochenende bei Omi schon. Innerhalb der vorgegebenen Zeiten verspricht mobileeee ein „flexibles Handling“ bezüglich buchen, stornieren und verlängern.

Moderne Ausstattung notwendig

Solche Flexibilität verlangt freilich nach modernsten Methoden, daher sind Smartphone und Kreditkarte Voraussetzung für das E-Car-Sharing – für Einzelne vielleicht ein Hindernis, doch wer sich für die Bedienung eines Elektroautos interessiert, dürfte auch anderweitig mit aktueller Technik vertraut sein. Auch bei älteren Mitbürgern hat der Bürgermeister diesbezüglich eine gewisse Neugier beobachtet und rät: „Mut zu Neuem“, so wie es die Stadtverwaltung vorgemacht hat. Königstein, das bestätigt auch Ilker Yilmaz von „mobileeee“, ist nämlich die erste Kommune, die auf diese Weise in das Car-Sharing einsteigt.

Und so funktioniert’s:

Zuerst muss auf dem Smartphone eine kostenlose App installiert werden, die über weitere Details informiert, zu bekommen über die Homepage der Stadt Königstein oder unter www.mein-EcarSharing.de. Mit dieser App muss man sich zunächst anmelden und einen Zahlencode anfordern. Der ist wichtig, um vorab den Führerschein zu „validieren“, ein Vorgang, der alle sechs Monate wiederholt werden muss. Das funktioniert entweder kostenlos am Empfang im Rathaus zu dessen Öffnungszeiten oder permanent im Internet per Post-Ident-Verfahren (kostet 5,90 Euro). Um danach ein Fahrzeug zu buchen, muss man den akkreditierten Führerschein hochladen und Daten der Kreditkarte eingeben. Über diese wird auch abgerechnet, ab Ende Oktober sollen auch Sepa-Lastschriften möglich sein.

Das Smartphone öffnet schließlich auch das Fahrzeug (der Schlüssel liegt im Handschuhfach), sollte also ebenfalls vor Fahrtantritt geladen werden.

Die App bietet dazu eine „Schritt für Schritt-Anleitung“, im Auto – das äußerlich mit dem Namen „Königstein“ beschriftet ist – klebt auch die Nummer einer Hotline, die rund um die Uhr Hilfen zur Bedienung, aber auch bei einem Unfall anbietet. Die App erinnert sogar daran, das Laden nicht zu vergessen, ab 50 Prozent Akkustand.

Miteinander

„Allzeit gute Fahrt“ wünscht die Stadtverwaltung, dazu trägt insbesondere Antonio Santos bei, der sich als Administrator um Schadensmeldungen, aber auch Sauberkeit kümmern wird. Gerade bei so einem kleinen Fahrzeugpool, darauf weist Ilker Yilmaz hin, ist natürlich das „Miteinander“ wichtig, in Sauberkeit ebenso wie in Pünktlichkeit, daher sollte man immer einen „Zeitpuffer“ einplanen, um die Vereinbarungen einzuhalten. Bürgermeister Leonhard Helm ist sicher, dass sich das System „einpendeln“ wird, er will aber auch die Entwicklung des Bedarfs beobachten und über weitere Maßnahmen nachdenken, zum Beispiel bei hoher Nachfrage, aber auch über die Möglichkeit, größere Nutzfahrzeuge zu sharen. Preise schließlich richten sich nach Zeit und Entfernung, sie enthalten Versicherung und Energiekosten, eine „Fremdladung” zum Beispiel am Wochenende kostet etwa 5,70 Euro. Über die Pauschale hinaus gefahrene Kilometer schlagen mit je 20 Cent zu Buche, im Übrigen gilt die folgende Tabelle:

Stundentarif: 6 Euro (inklusive 25 km)

Übernachttarif: 20 Euro (inklusive 25 km)

Tagestarif: 50 Euro (inklusive 100 km). Wochenendtarif: 70 Euro (inklusive 100 km).

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