„Lauf! Den kriegst du!“, ruft Trainer Toni Malachow. Und die kleine Letizia hüpft los, kriegt den Ball gerade noch unter ihren Schläger und spielt ihn zurück über‘s Netz. Sie lacht triumphierend.
Es ist Freitagnachmittag, Ballschultraining beim Kelkheimer Tennisverein KTEV. Eine Ballschule der besonderen Art, denn erstmals nehmen vier behinderte Kinder daran teil. Letizia (7) und der zwei Jahre ältere Miran haben eine Fehlstellung des Fußes und Probleme beim Laufen. Medin (6) und Soban (7) sind autistisch und haben Sprachstörungen.
Wenn sie aber alle gemeinsam durch die Halle tollen, ist von ihren Handicaps wenig zu merken. Da zählt nur die Freude an Sport und Spiel. Für Toni Malachow, Leiter der Ballschule, ist das Training mit behinderten Kindern zwar neu, „aber eigentlich gibt es kaum einen Unterschied“, meint er. „Ab und zu passieren schon mal kleine Stürze, deswegen spielen wir auch in der Halle. Und Manches muss ich vielleicht anders als sonst erklären. Aber das ganz Besondere an diesem Training ist das Strahlen in den Augen der Kinder, das Gefühl, dass man ihnen eine neue Welt eröffnet.“
Regelmäßig mit von der Partie und stets mittendrin ist Elke Repp vom FUD-Team der Lebenshilfe Main-Taunus. Sie unterstützt Familien mit behinderten Kindern und hat die vier Kinder aus dem Main-Taunus-Kreis ausgewählt. „Es ist schon eine tolle Sache, was KTEV und Rothenberger hier auf die Beine gestellt haben. Die Kinder sind mit so viel Begeisterung dabei, da lohnt sich das Engagement.“
„Die tolle Sache“ - das ist die Initiative „TENNIS FOR ALL“, eine Kooperation des KTEV und der „TOOLS FOR LIFE“-Stiftung der Firma Rothenberger. Im letzten Jahr fiel der Startschuss für die Zusammenarbeit, mit der Kinder und Jugendliche mit Behinderung, aus Flüchtlings- oder auch aus sozial schwachen Familien über den Tennissport stärker integriert werden sollen.
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