Oberems (as) – Die Oberemser haben gesprochen. Zumindest 173 Bürgerinnen und Bürger, die sich an der Umfrage der Gemeinde Glashütten zur Zukunft der Alten Schule Oberems beteiligt haben. Das Meinungsbild ist eindeutig. 137 Oberemser haben für die Variante A gestimmt: Demnach soll das derzeit entkernte Gebäude im Besitz der Gemeinde Glashütten bleiben, in Eigenregie saniert und drei bis vier kleine Wohneinheiten zur Vermietung (vor allem an Oberemser) geschaffen werden. Nur 36 Umfrageteilnehmer waren gegen diese Variante.
Fast umgekehrt die Ergebnisse bei den Varianten B und C. Für die Idee, die für viele Oberemser immens wichtige Alte Schule für einen symbolischen Preis an einen örtlichen Verein oder eine Genossenschaft zu verkaufen, welche (wie die Gemeinde auch) die historische Optik erhalten müsste, votierten 35 Bürger, 136 stimmten dagegen. Und für die im Dorf bisher am heftigsten abgelehnte Variante, das Gebäude an einen Investor zu verkaufen, stimmten doch noch 36 Teilnehmer, während dies 135 ablehnten.
Die Möglichkeit, weitere Bemerkungen zu machen, wurde stark in Anspruch genommen. Das brachte auch bekannte, zum Teil neue Kritikpunkte zu Vorschein, auch hinsichtlich der Variante A. Die kleinen Wohneinheiten seien mit 30 Quadratmetern zu klein, generell würden mehr Wohnungen allein schon für Feuerwehrleute gebraucht und für den Ertrag seien die Sanierungskosten viel zu hoch. Bisher ist dafür im Glashüttener Finanzhaushalt der Jahre 2025 und 2026 schon mehr als eine Million Euro vorgesehen. Ein Kostenrahmen von 750.000 Euro sollte eingehalten werden, sagte ein Bürger bei der nachträglich anonymisierten Befragung, eventuell sollte auch ein anderes Architekturbüro beauftragt werden, um die Kosten für die Gemeinde und damit den Steuerzahler in Grenzen zu halten.
Auch das Interesse, dass die Alte Schule für die Öffentlichkeit zugänglich bleibt, wurde deutlich. Die Ideen Dorfcafé und „Bistro-Atmosphäre“ mit Zeitschriftenecke im Erdgeschoss wurden ebenso vorgeschlagen wie ein Dorfmuseum im Obergeschoss. Mitunter wurde private Mithilfe angeboten, denn daran war das Leuchtturmprojekt „Begegnungsstätte/Café“ im Rahmen der Leader-Region Hoher Taunus bisher unter anderem gescheitert. Ein Teilnehmer bot an, in den beiden unteren Wohnungen ein „Tagesmuttergeschäft“ zu betreiben.
Kommentieren möchte Bürgermeister Thomas Ciesielski für den Gemeindevorstand das Ergebnis nicht. Es habe sich schließlich nur um einen Auftrag der Gemeindevertretung vom Dezember 2024 gehandelt, dieses Meinungsbild einzuholen. Die Ergebnisse werden in der aktuellen Gremienrunde diskutiert, mit einer Abstimmung zur Zukunft der Alten Schule wird in der Sitzung der Gemeindevertretung am 27. März gerechnet.