Oberems (kw) – Eine Umfrage der Gemeinde versucht gegenwärtig zu ermitteln, was mit der Oberemser Alten Schule geschehen soll. Verkauf, Übernahme durch einen Verein oder Wohnungen sind die vorgegebenen Optionen. Aber warum nur diese Optionen?
Die Bürgerinitiative Oberems e.V. (B.I.O.) schreibt dazu in einer Mitteilung: Fairerweise sollte man sagen, dass erst durch eine Initiative der WGS in der Gemeindevertretung erreicht wurde, dass man über Optionen spricht und das Thema „Alte Schule“ wieder offen diskutiert werden kann. Gegenstimmen kamen mehrheitlich von der CDU-Fraktion. Ginge es nach ihr, würden die Oberemser gar nicht gefragt.
Fakt ist aber auch, dass vor der Umfrage niemand mit den Oberemsern über die Auswahl der Optionen gesprochen hat, um herauszufinden, welche Ideen aus ihren eigenen Reihen kommen. Es gibt auch keine Ortsbeiräte, die nahe genug an der Bevölkerung sind, um Ideen und Wünsche einzusammeln und in die Gemeindegremien zu tragen. Daher fühlen sich viele Oberemser übergangen. Kurz, Oberems hat keine Stimme.
Um ihre Meinung kundzutun, brachten Aktivisten zwei Banner an der Alten Schule an, auf denen zu lesen war „Die Alte Schule gehört den Oberemsern“ und „Unsere Alte Schule soll nicht verhökert werden“.
Um nun endlich die Oberemser persönlich zu Wort kommen zu lassen, lud die B.I.O. am 26. Februar zu einer Versammlung im Alten Rathaus ein – und die Resonanz war groß. Im voll besetzten großen Saal wurde, moderiert von Dirk Trippe (B.I.O.), angeregt diskutiert. Das Für und Wider der genannten Optionen wurde abgewogen. Aber vor allem wurden viele Ideen vorgetragen. „Ein Raum, der die Interessen sowohl junger als auch älterer Menschen widerspiegelt und ein Treffpunkt sein kann“, kombiniert mit Elementen, welche die Oberemser Geschichte zeigen. Möglicherweise ein „Co-Working-Bereich mit Meetingzone für Gewerbetreibende“. Ein „Ausstellungsort“, eine „Begegnungsstätte“, eine „Belebung des Dorfzentrums“.
Was auch immer es werden könnte, die Oberemser baten B.I.O., den Prozess weiterzuführen und die Botschaft dieses Abends weiterzutragen. Ein schöner Effekt war auch, dass sich spontan eine Gruppe fand, die das Brotbacken im Backes wieder betreiben möchte.
Mehrheitlich sprach man sich dafür aus, dass die Alte Schule in Gemeindebesitz bleiben soll und die Sanierung von Dach und Fassade unabhängig von der Innengestaltung vorangetrieben wird, um einen weiteren Verfall des Gebäudes zu verhindern.
Und schließlich bitten die Oberemser die politisch Verantwortlichen um Respekt und die Möglichkeit, über ihr geschichtliches Erbe selbst zu bestimmen. Denn das ist nun der Plan.