Der Winter, der im Sommer begann

Von Bernd Ehmler

Friedrichsdorf. Achtung, Feieralarm: Bei der Open-Air-Après-Ski-Party der Freiwilligen Feuerwehr Seulberg am Placken kamen 700 Besucher. Mehr geht eigentlich nicht. Kein Wunder, die Schneekanone war im August aktiv, denn das Partymotto lautete „Wenn der Winter im Sommer beginnt“.

Bei der Open-Air-Après-Ski-Party der Seulberger Feuerwehr gab es Winterfreuden im Hochsommer. Allerdings nur musikalisch und Trachtenkleidungstechnisch. Denn die „Trenkwalder“, die schon seit 30 Jahren mit ihren mit Apres-Ski- und Hüttengaudi-Konzerten unterwegs sind, gaben ein abendfüllendes Konzert am Placken. Bereits zum dritten Mal sind sie nach Seulberg gekommen und waren schwer beeindruckt, vor 700 Leuten zu spielen.

Weitere Highlights des Fests waren das Baumstammsägen und das Maßkrugstemmen. Acht Frauen und acht Männer traten hier an. Bei den Frauen siegte Roswitha Pfeiffer, bei den Männern Christoph Vögtle. Er war in der Lage den gefüllten Maßkrug über sechs Minuten ausgestreckt zu stemmen. „Das ist neuer Rekord“, stellte Stadtbrandinspektor Ulrich Neeb erstaunt fest. Zur Belohnung gab es fü beide Sieger einen Hubschrauberrundflug über Friedrichsdorf. Das Fest wurde offiziell mit dem Fassanstich durch den Wehrführer Maximilian See eröffnet. Er versprach, das Fass mit zwei Schlägen anzuzapfen. Sollte er es nicht schaffen, wolle er seiner Jenny am Sonntag einen Antrag machen. Jenny wird wohl noch ein wenig warten müssen, denn Maximilian See schlug das Fass in der Tat mit zwei kräftigen Schlägen an.

Geheimnis um Sellwicher Sangria

Neu bei dieser Après Ski-Party war die Sellwischer Sangria, die von Yvonne Pansdorf, Anne Sawader-Pfeiffer und Jeanette Strobel serviert wurde. „Das Rezept bleibt ein Geheimnis“, sagten die drei Damen, die das Getränk in einem kleinen Plastiksack mit Strohalm ausschenkten. Das Einzige, was man sehen konnte, war, dass eine Apfelscheibe in der Sangria schwamm. Aber sie schmeckte hervorragend und wurde oft geordert.

Neu war auch die Junggesellenversteigerung. Hier meldeten sich zunächst vier Kandidaten; spontan meldete sich noch Yves, der hier die Chance seines Lebens sah. Stadtbrandinspektor Ulrich Neeb stellte die fünf Kandidaten vor und interessierte Damen hatten die Möglichkeit, für ihren Kandidaten zu bieten. Die Summe, die am Ende der Party zusammenkam, wurde an den Elternverein für leukämie-und krebskranke Kinder in Friedrichsdorf gespendet. Die Junggesellen erzielten Preise zwischen 35 und 150 Euro, so dass am Ende 500 Euro zusammenkamen. Die Damen, die sich einen der Junggesellen ersteigert hatten verpflichteten sich, 24 Stunden mit ihm zusammen zu sein. „Alles Weitere ergibt sich dann“, meinte Ulrich Neeb. Die Junggesellen wurden in Handschellen „ihrer“ Dame übergeben.

Viel Spaß und Gaudi hatten die Besucher den ganzen Abend über unter dem aufgespannten XXL-Fallschirm, der an einem Kranwagen hängend den ganzen Placken abgedeckt hatte.

Die „Trenkwalder“ haben vom 7. bis 10. November ihr Heimspiel, dann feiern sie ihr „30 Jahre Trenkwalder-Jubiläum“ in Wildermieming mit großem Fan-Treffen. Stadtbrandinspektor Ulrich Neeb möchte mit vielen Interessierten dort hinfahren. „Wir wollen die Trenkwalder damit unterstützen“, sagte er. Circa 220 Euro soll die Reise für die Zeit kosten. Die „Trenkwalder“ hingegen haben versprochen, nächstes Jahr am 22. August wieder nach Seulberg zu kommen.

Am Sonntag ging es mit dem Tag der offenen Tür weiter. Eine 30-köpfige Blasmusikkapelle spielte zum Frühschoppen auf. Rund um den Festplatz versammelten sich diverse Fahrzeuge von Feuerwehr und Hilfsorganisationen. Kinder konnten sich auf einer Hüpfburg austoben, sich schminken lassen oder an einer Feuerwehr-Olympiade teilnehmen.

Spannend ebenfalls wie die Mini- und Jugendfeuerwehr das Bilden einer Rettungsgasse zeigten. Mit Bobbycars simulierten sie einen Unfall und nachfolgende Bobbycarfahrer bildeten sofort eine Rettungsgasse. Der Tag der offenen Tür war für Familien mit Kindern gedacht, die einen umfassenden Einblick in die Arbeit der Feuerwehr bei Würstchen, Steaks vom Grill, kühlen Getränken sowie Kaffe und Kuchen erhalten konnten. Das Interesse war groß, die Veranstaltung zählte etwa 600 Besucher.

Wehrführer Maximilian See (l.) schafft es, mit zwei kräftigen Schlägen das Fass Bier anzustechen. Foto: Ehmler

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