Der internationale Tag der Farbe wird jedes Jahr am 21. März gefeiert. Es ist ein Tag, der der Anerkennung und Bedeutung von Farbe im Leben und der Auswirkung, die Farbe auf Emotionen, Wahrnehmungen und Kreativität hat, gewidmet ist. Der Tag wurde 2008 von der International Color Association (AIC) ins Leben gerufen und wird seitdem von Menschen auf der ganzen Welt gefeiert. Auch Friedrichsdorf hat allen Grund, sich seiner bunten Vergangenheit zu erinnern. Denn wo man Stoffe herstellte, war das Färberwesen nicht weit. Die Kenntnisse der Friedrichsdorfer Hugenotten zum Fertigen hochwertiger Fasern wie Flanell fand ihre Vollendung mit der Farbgebung. Hierin waren sie bis zum Aufkommen von Chemiefarben große Meister. Jeder Textilproduzent besaß seine eigenen Rezepturen zum Anrühren der weltweit bezogenen Zutaten: Indigo, Waid, Krapp, Reseda, Blauholz oder Cochenille. Da die Sache, angereichert um verschiedene Säuren sowie Urin, geruchsintensiv und nicht ungefährlich war, wurde die Erzeugung in kleine Werkstätten neben den Anwesen verlagert. Nicht weniger als 45 dieser Färberhäuschen säumten im frühen 19. Jahrhundert die Haupt- und nachmalige Hugenottenstraße. Einige, umgewandelt zu Gaststätten oder Läden, stehen noch. Gesellen aus der ganzen Welt kamen in die Hugenottenkolonie, um hier das Färberhandwerk zu erlernen. Die Friedrichsdorfer stellten aber nicht nur unifarbene Stoffe her. Mit Modeln brachten sie sogenannte Papp oder Reservage als Platzhalter auf, bevor das Material in den Kessel mit der brodelnden Farbbrühe getaucht wurde. Erst nach dem Auswaschen zeigte sich das Muster weiß auf farbigem Grund. Mehr über das Friedrichsdorfer Färberwesen erfahren Besucher des Philipp-Reis-Hauses in einer eigenen Abteilung. Geöffnet ist das Museum dienstags und donnerstags von 10 bis 17 Uhr sowie am ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.Foto: Philipp-Reis-Haus
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