Als im „Geierfeld“ noch die Geier unterwegs waren …

Bild: Altenhainer GeschichtsVerein e.V.

Altenhainer Geschichte(n)

GeschichtsVerein Altenhain e.V.

Altenhain (Sc) – Jeder Ort hat seine Geschichten, die so unglaublich klingen, dass sie eigentlich nur wahr sein können. In Altenhain ist das nicht anders, denn im „Geierfeld“ gab es bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts tatsächlich einmal Geier!

Seinen Grund hat die damalige Anwesenheit der Vögel in der Tatsache, dass Schlachtabfälle „entsorgt“ werden mussten. In früheren Zeiten hatten viele Altenhainer noch Hühner, ein Schwein oder auch eine Kuh. Diese Tiere dienten der Selbstversorgung und so wurde in regelmäßigen Abständen geschlachtet. Dazu kamen zahlreiche Gasthöfe und natürlich die örtlichen Metzger, die ebenfalls Schlachtungen durchführten. Für die Schlachtabfälle gab es naturgemäß noch keine öffentliche Müllentsorgung“ und es bestand die Gefahr, dass Schädlinge, z.B. Ratten, durch die Abfälle in den Ort gelockt werden oder dass sich ggf. Krankheiten ausbreiten könnten. Also war es Usus, die Schlachtabfälle zur „Schinnkaut“ zu bringen. Als „Schinnkaut“ wurde im Mittelalter jener Ort bezeichnet, an dem die „Schinder“ (Abdecker) die Schlachtabfälle entsorgten. Eine der „Schinnkauten“ war in der „Dell“, die sich in der Verlängerung des Bad Sodener Wegs, oberhalb des Fischweihers (Richtung Sodener Tal), befindet. Die dort „entsorgten“ Fleischabfälle waren ein gefundenes Fressen für die Geier, die in den Obstbäumen Richtung „Geierfeld“ bereits warteten, bis wieder eine Fuhre „Futter“ abgekippt wurde. Auf diese Weise erhielt das Gebiet den Namen „Geierfeld“.

Heute stehen an dieser Stelle übrigens schicke Häuser und von den Geiern des Mittelalters ist glücklicherweise nichts mehr zu sehen!



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