Bad Homburg (hw). Superman muss in eine Bleikiste schauen, um Lois Lane zu retten und sucht Hilfe in der Wissenschaft – diese Aufgabe war Teil des Programms von Dr. Pérez Prada, einem prämierten Science-Slamer und Wissenschaftler am DLR-Institut für den Schutz maritimer Infrastrukturen, der auf Einladung von Physiklehrer Gabriel Schmitt einen Tag an der Humboldtschule lehrte. Dreizehn ausgewählte, besonders begabte und motivierte Schüler der HUS und zehn Gäste aus der Augustinerschule bekamen an diesem Tag statt des normalen Unterrichts Einblicke in aktuelle Forschung zur Teilchenphysik, genauer gesagt in die Myonentomographie.
Die regelmäßig stattfindenden Pullout-Tage an der Humboldtschule sind wichtiger Bestandteil einer intensiven naturwissenschaftlichen Förderung über die normalen Curricula hinaus. In diesem Fall bekamen die Nachwuchsforscher einen Einblick in die Teilchenphysik und lernte ein Verfahren kennen, welches ein Elementarteilchen (das Myon) nutzt, um durch seine Ablenkung oder Absorption eine Aussage über die Materie im Inneren eines Körpers ableiten zu können. Die sogenannte Myonentomographie ist ein bildgebendes Verfahren zur dreidimensionalen Abbildung großer Objekte und wird genutzt, um Schiffscontainer zu prüfen oder neue Kammern in der Cheops-Pyramide zu entdecken.
Das Konzept für diesen besonderen Unterricht wurde ausgetüftelt, um den Pullout-Tag an den Lernstand der begabten Jugendlichen in der 10. Klasse anzupassen. Des Weiteren bereiteten sie mehrere Experimente vor, unter anderem eine Nebelkammer mit Haushaltsmaterialien, um die Teilchenphysik greifbarer zu machen. Lutz Weidenbach, teilnehmender Schüler einer 10. Klasse zieht ein positives Fazit: „Auf meine Fragen gab es als Antwort nachvollziehbare Erklärungen, die uns tiefgehende Einblicke in die Physik gegeben haben.“