titel.png

Startseite > Kronberg > Verlag > Zentrale

Kronberger Bote - Zentrale

Die Annahme ...

ist Telefonzentrale und Herzstück unseres Verlages in einem. Hier laufen alle Fäden zusammen. Sie ist erste Anlaufstelle und Orientierung zugleich für die Kunden.

Wer eine Kleinanzeige schalten möchte, der wird hier entsprechend beraten und der Text von 

unseren Mitarbeiterinnen Monika Basche und Sandra Ganser entsprechend der Kundenwünsche erfasst, so dass er zum gewünschten Termin erscheinen kann.

Ebenso sind hier die Koordination der Austräger sowie die Abonnenten-Pflege und Verwaltung angesiedelt.

Sie können die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Zentrale wie folgt erreichen:

Telefon: 0 61 74 / 93 85 0
Telefax: 0 61 74 / 93 85 50

E-Mail: zentrale@hochtaunus.de

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr.
Mittwoch und Freitag nachmittags geschlossen.

kronbergerbote.png

ihre regionale Wochenzeitung für Kronberg, Oberhöchstadt und Schönberg und zwar seit 1996.

(S)TÜRMisches

Die Zeiten als Kinder sich für Leinwandhelden wie Lassie, den zahmen Grizzly Ben, Flipper oder Black Beauty (die Titelmelodie mit dem galoppierenden, bildschönen Rappen, jagt mir heute noch einen Schauer über den Rücken) begeistern konnten – gehören längst der Vergangenheit an. Ihre heutigen Stars finden Kinder und Jugendliche auf Youtube. Sogenannte „Influencer“ sind beliebter als jeder Filmstar. Und diese „Beeinflusser“ sind im Übrigen selbst meist Jugendliche oder vielmehr in beängstigend zunehmenden Maße Kinder. 30.000 „Mini-Influencer“ posieren mittlerweile auf Youtube, Instagram und Facebook. Allein 13,9 Millionen Follower haben die Zwillinge Lisa und Lena aus einem baden-württembergischen Dorf bei Stuttgart;die beiden 16-Jährigen gehören damit zu den erfolgreichsten Influencern Deutschlands. Der achtjährige US-Amerikaner Ryan hat im vergangenen Jahr 19,4 Millionen Euro verdient – er ist der jüngste und erfolgreichste Youtube-Star. 17 Millionen Menschen haben ihn „abonniert“!

Die Werbebranche hat längst den Marktwert dieser Kleinstunternehmer entdeckt. Nirgends erreichen sie so günstig direkt ihre Zielgruppe. Denn natürlich werden diese „Homestories“ stets mit Produktplatzierungen gespickt. Die Einnahmen aller Youtuber in Deutschland liegen bei 560 Millionen Euro, 2020 sollen sie die Milliardengrenze knacken. Vielen Eltern ist mittlerweile klar geworden, was für eine Einnahmequelle sie da unter ihrem Dach haben. Nicht wenige geben sogar ihren Beruf auf und bestreiten ihren Lebensunterhalt komplett mit den Einnahmen ihrer Sprösslinge. Kinder werden schon morgens beim Aufwachen gefilmt, wenn sie sich die Zähne putzen oder frühstücken und Mama der Tochter die Zöpfe flechtet. Abgesehen von der Tatsache, dass es gerade in der heutigen Zeit, wo der Schutz der Privatsphäre „Dank“ der medialen Rundumvernetzung ein besonders heikles Thema ist, völlig undenkbar erscheint, seine Kinder mit voller, kommerzieller Absicht ins Netz zu stellen, fragt man sich augenreibend, wer schaut sich diesen Mist eigentlich an? Was treibt 700.000 Menschen dazu, das Video der Geburtstagsparty eines wildfremden neunjährigen Mädchens und ihrer Freundinnen aufzurufen? Es sei denn er ist pädophil und sucht neue Opfer? Das Mädchen heißt Miley. Es gibt etwa 1.600 Videos von ihr, die es ihren Eltern ermöglichten, ihre Jobs an den Nagel zu hängen und fortan ihre Tochter zu vermarkten. Natürlich blieb diese Entwicklung auch dem Jugendamt nicht verborgen. Kinderarbeit mit gewissen Einschränkungen ist nicht verboten: 30 Arbeitstage oder 60 halbe Arbeitstage pro Jahr sind erlaubt. Ab kommendem Jahr benötigen Kinder eine Arbeitserlaubnis, die nur erteilt wird, wenn eine Bescheinigung des Kinderarztes, der Schule und des Jugendamtes vorliegt. Nur ist das Thema Mini-Influencer für die Mitarbeiter des Jugendamtes Neuland und die Entscheidung, was geht und was nicht, ist oft schwer zu fällen. Der Religions-und Medienpädagoge, Prof. Rosenstock, hat sich eingehend mit diesem Thema beschäftigt und warnt. Die Kinder leben zwei Identitäten, so der Wissenschaftler, das mediale Ich und das reale Ich. Ersteres werde höher bewertet, weil damit die Familie Geld verdiene. So komme es unweigerlich zu einer Auseinandersetzung der Kinder zwischen ihrer medialen und ihrer realen Identität. Können die Eltern dieser Kinder eigentlich noch unterscheiden, zwischen dem Ernährer der Familie, der funktionieren muss und dem Kind mit seinen ureigenen Bedürfnissen, dass möglicherweise Null-Bock auf diese Dauerinszenierung hat?

Das fragt sich

X
Sichere Anmeldung

Diese Anmeldung ist mit SSL Verschlüsselung gesichert