Heckstadt unterstützt Erhalt des Grabsteins von Pfarrer Müller

Der Grabstein an seinem neuen Platz

Oberhöchstadt (kb) – Am 9. August letzten Jahres jährte sich zum 50. Mal der Todestag von Pfarrer Hermann-Josef Müller, der ohne Zweifel die katholische Gemeinde in Oberhöchstadt nachhaltig geprägt hat. Er war vom 20. April 1955 bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahre 1968 Seelsorger in St. Vitus und hat sich in dieser Zeit die Wertschätzung nicht nur der Katholiken erarbeitet. In Anerkennung seiner Leistungen wurde er auf dem Oberhöchstädter Friedhof beigesetzt. Der Fußweg „Pfarrer-Müller-Weg” – ehemals Dammsteg – erinnert ebenfalls an sein segensreiches Wirken.

Müller wurde am 20. April 1912 in Reckental im Unterwesterwald geboren, besuchte dort die Grundschule und kam dann an das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium in Montabaur, wo er 1932 das Abitur machte. Er studierte anschließend an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt. Bischof Dr. Antonius Hilfrich weihte ihn am 8. Dezember 1937 im Limburger Georgsdom zum Priester.

Oberhöchstadt war die siebte Wirkungsstätte von Pfarrer Hermann-Josef Müller. Seine Amtszeit als Pfarrer von St. Vitus fiel in eine Ära des Umbruchs in Kirche, Staat und dörflichem Leben.

Beispielsweise wuchs durch rege Bautätigkeit in diesen Jahren die Einwohnerzahl des Ortes rasant. Diesem Umstand trugen der Erweiterungsbau der Kirche St. Vitus und der Neubau des Pfarr- und Gemeindehauses Rechnung, die 1962 eingeweiht wurden.

Außerdem galt es, seine Gemeinde nach dem 2. Vatikanischen Konzil 1962 bis 1965 mit der neuen Liturgie vertraut zu machen. Pfarrer Müller ging dabei mit viel Fingerspitzengefühl vor, sodass es zu keinerlei Unruhe in der Gemeinde kam. Die Änderungen wurden im Gegenteil mit Freude und Dankbarkeit angenommen. Nach vorliegenden Erzählungen galt er als überaus beliebter und geachteter Geistlicher, der es mit seiner leutseligen und humorvollen Art verstand, seine Gemeinde zu führen, zu motivieren, und auch die ökumenische Zusammenarbeit war ihm ein Anliegen.

Vor dem Hintergrund der nach fünf Jahrzehnten abgelaufenen Ruhezeit und im Wissen, dass der Verein „Heckstadt – Freunde Oberhöchstadts“ bereits in der Vergangenheit in Zusammenarbeit mit der Stadt Kronberg wichtige Grabsteine vor der Zerstörung rettete, fragten einige ehrenamtliche Mitglieder des Ortsausschusses und des Ortsteams Verwaltung von St. Vitus an, ob sich der Verein auch beim Erhalt dieses Grabsteins engagieren würde und Heckstadt stimmte umgehend zu.

Die Gremien der katholischen Gemeinde übernahmen es, ein Konzept zu entwickeln und stimmten dieses mit der Stadt Kronberg ab. Der Verein übernahm die Finanzierung der Arbeiten, die durch Spenden und die Stadt zusätzlich unterstützt wurden.

Seit einigen Tagen befindet sich nun der Grabstein an seinem neuen Platz an der Mauer des Oberhöchstädter Friedhofs, zwischen anderen zu erhaltenen Grabsteinen. Dort wird er langfristig bleiben und damit gibt es weiterhin einen Ort, der an Pfarrer Müller erinnert und an dem seiner gedacht werden kann.

Heckstadt Freunde Oberhöchstadts e.V. bedankt sich bei St. Vitus für die immer konstruktive Zusammenarbeit in einem nicht einfachen Projekt.

Hervorzuheben ist nach den Worten der Heckstadt-Vorsitzenden Gabriele Hildmann zudem die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der ausführenden Firma W. Steffens und Sohn in Königstein-Mammolshain, welche die Arbeiten zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten erledigt habe.

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