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Keramik im (Sonnen)-licht perfekt in Szene gesetzt

Oberhöchstadt (pu) – Perfektes Kaiserwetter im „Dorf der Ziegeleien“ boten am letzten Sonntag wiederum ideale Voraussetzungen für die knapp 50 besten, aus ganz Deutschland zur fünften Auflage des gemeinsam vom Verein „Keramik-Hessen“ und der Stadt Kronberg ausgerichteten Oberhöchstädter Keramikmarktes angereisten Keramikhandwerker, ihre mit viel Liebe zum Detail gefertigten Produkte „ins rechte (Sonnen)-Licht zu setzen“.

Schon früh war absehbar, dieser Einladung leisteten bei frühlingshaftem Wetter viele Sonntagsausflügler Folge. Das Ordnungsamt hatte entsprechend vorgesorgt und wies die Parkplatzsuchenden freundlich auf dem eingerichteten Sonderparkplatz hinter dem Feuerwehrgerätehaus ein oder gab Auskunft über mögliche Parkalternativen.

Zweifellos ist dieser jüngste der Kronberger Märkte wegen der gelungenen Mischung aus alltagsverschönender Produktpalette, Mitmachaktionen für Groß und Klein, Musik und dem vom Vereinsring Oberhöchstadt bereitgestellten Angebot für das leibliche Wohl so beliebt.

Kein Markt für Schnäppchenjäger

„Der Verein legt größten Wert auf Professionalität. Es steckt viel Vorbereitung, Kreativität, Stil, Mühe und Arbeit dahinter, ein so breit aufgestelltes Ausstellerfeld zu präsentieren“, unterstrich das Vorstandsmitglied von Keramik Hessen, Birgit Großmann-Kraus, während der gemeinsamen Veranstaltungseröffnung mit Erstem Stadtrat Robert Siedler und dem Vereinsring-Vorsitzenden Hans-Georg Kaufmann. Sie machte in diesem Zusammenhang deutlich, sie sehe sich weder als Marktschreierin noch stehe die Veranstaltung unter der Prämisse, die Jäger von Sonderangeboten oder Schnäppchen zufriedenzustellen. „Nehmen Sie sich Zeit, genießen Sie mit Muße und dann werden Sie beim aufmerksamen Spaziergang durch die Reihen rasch feststellen, diese Unikate sind ihren Preis wert“, appellierte Großmann-Kraus an die Marktbesucher.

Der Reiz bestehe darin, dass zwar alle mit dem gleichen Werkstoff arbeiteten, dennoch die Resultate sich durch unterschiedliche Techniken, individuelle Glasurenrezepte oder Farbvorlieben unterscheiden, sodass „kein Krug, kein Henkel oder Stand dem anderen gleicht“. Sie ermunterte die Besucher, das Gespräch mit den Ausstellern zu suchen. „Lassen Sie sich inspirieren, wir freuen uns über ein interessiertes Publikum, stellen Sie gerne alle ihnen unter den Nägeln brennenden Fragen, denn auch kein Keramikmarkt gleicht dem anderen in Bezug auf die jeweils vertretenen Keramiker. „Dieser Markt hier in Oberhöchstadt ist einmalig – selbst bei folgenden ähnlichen Veranstaltungen in Hanau oder Flörsheim ist die Mischung wieder eine ganz andere.“

Ausdrücklich lobte sie die „gute Zusammenarbeit mit der Stadt, die nun schon fünf Jahre Früchte trägt“. Diese Veranstaltung trage den Namen Oberhöchstadts weit über die Grenzen hinaus. Erster Stadtrat Robert Siedler (parteilos) sah das ebenso. Auch er dankte allen an der Organisation Beteiligten und legte unter anderem die „Empty Bowls-Aktion“ des Kirchorts St. Vitus nochmals allen wärmstens ans Herz.

Am dortigen Stand standen die erfahrenen Suppenköche parat, um hausgemachtes Chili con Carne und eine vegane Kartoffelsuppe in von den Keramikkünstlern gespendeten Schalen zu verkaufen und auf diese Weise „Hilfe zur Selbsthilfe“ für afrikanische Schulkinder der Paul Albert Simon-Schule in Himo (Tansania) zu leisten, um deren Hunger zu stillen. Durch die Sicherung einer warmen Schulmahlzeit wollen sie ihnen gleichzeitig die Chance zu geben, durch Bildung einen Weg aus ihrer Armut zu finden.

Am Stand des Vereinsrings ging es den ganzen Tag ebenso „rund“ durch nicht nachlassende Nachfrage für Gegrilltes oder Kaffee und Kuchen, weil die meisten Besucher das perfekte Angebot für „Augen, Ohren und Magen“ nutzten, um einige Stunden zu verweilen und die familiäre Atmosphäre zu genießen.

Auch Männer brauchen Schönes

Bei Alltag verschönernden Unikaten denken die meisten an Geschirr oder Deko für Haus und Garten. Viel zu kurz gedacht, findet Rainer Braun aus Köln. Der Liebhaber von Farben und Modellieren feierte mit Prozellanschmuck und Rasierutensilien für den Mann Premiere in Oberhöchstadt. „Meiner Meinung nach brauchen auch Männer etwas Schönes und deshalb habe ich mir einiges für die Nassrasur einfallen lassen.“ Schon zum dritten Mal dabei war Birgit Palt aus Offenbach-Rumpenheim mit ihrem dreidimensionalem Dekor. „Zweidimensional war mir zu langweilig und deshalb habe ich so lange getüftelt, bis es passte.“ Ihre Geschirrserie „Dotty“ – Tassen und Teller mit „Noppen“ haben ganz besondere „Neben“-Eigenschaften durch Massageeffekt und Verhinderung von Verbrennungen. „Durch den Abstand zum Gefäß verbrennt man sich nicht die Finger, deshalb brauchen diese Tassen auch keine Henkel!“

Sonja und Ricu Sebes‘s Schalen beeindruckten durch Kristallglasuren und die besondere Musterung ihrer Dekore, die dadurch entsteht, weil es sich bei ihrem Brennofen um eine umgebaute Getreidemühle handelt.

Soweit das Auge schweifte, jedes Stück einzigartig, ob durch den Tag begleitendes Gebrauchsgeschirr in unterschiedlichsten Farben und Formen wie die „Morgenmuffel-Tasse“ oder Spardosen, Schmuck, Blumen am Stil, Heizungs-Verdunster-Figuren, Brunnen, Kräuterzwerge und -stecklinge, Vasen, Gartenkeramiken, Pflanzgefäße, Keramiktiere und vieles mehr. Nach wie vor zu den Anziehungspunkten zählte Moni Funck mit ihrer Raku-Brennaktion, die Idee von Sabine Breidenbach aus Wehrheim, die Kinder dazu animierte, eine keramische Frühlingswiese zu kreieren, fiel nicht minder auf fruchtbaren Boden und die Kinder waren mit Begeisterung dabei. Ein besonders von Kindern beachteter Hingucker war ein mit keramischen Enten und Schildkröten bestückter Teich.

Die Zahl „Fünf“ spielte eine zentrale Rolle bei der diesjährigen Ausstellung im Dallessaal. Die Exponate waren als „Fünfer-Bembel“, „fünf Freundinnen“ oder keramische Familienaufstellung angeordnet– auch so ließ sich die Handwerkskunst publikumswirksam in Szene setzen. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die musikalische Unterhaltung von „everyfriday“, die zusätzlich für beste Stimmung sorgten.

Weitere Impressionen finden sich auf der Bilderseite oder auf unserem Internetportal, www.taunus-nachrichten.de.

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