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Fichtegickel in Höchstform bei Verwicklungen um einen Geldkoffer

Henry (rechts) weiht seine Frau Hannah (sitzend) und die Freunde Betty (Zweite von rechts) und John (links) in seine Reisepläne ein. Fotos: A. Puck

Oberhöchstadt (pu) – „In Eurem Verein kommt wohl keiner zu kurz?“ Diese an vier unter einer Decke steckenden Kollaborateuren gestellte Frage eines Sergeants verdeutlicht famos das seit über vier Jahrzehnten erprobte Erfolgsrezept der Theatergruppe des Karnevalvereins 1902 Oberhöchstadt, „Die Fichtegickel“.

Der munteren Truppe gelang zum Beginn der aktuellen Theatersaison mit der von Regisseur Jörg Kuschel umgeschriebenen Komödie des Engländers Ray Cooney „Funny Money“ ein erneuter „Start nach Maß“ im Festsaal des Haus Altkönig. Ausverkaufte Sektpremiere als Vorschusslorbeeren, urkomische Verwicklungen, brillante Schauspieler und ein begeistertes Publikum. Mittendrin der 1952 zu den Wiederbegründern des KV02 Oberhöchstadt zählende Norbert Jäger, der mit Lilli Jerger 1971 „Die Fichtegickel“ aus der Taufe hob, die „Bretter der Theaterwelt“ im letzten Jahr verließ und das neueste Stück aus einer ganz neuen Perspektive erlebte.

Die Handlung nimmt 1979 an einem scheinbar relativ gewöhnlichen Londoner Abend in einer völlig überfüllten U-Bahn ihren Anfang. Vom Arbeitstag gerädert und in Erwartung eines wegen seines Geburtstages anstehenden Abendessens mit seiner Frau Hannah (dargestellt von Birgit Kühn) und dem befreundeten Ehepaar Betty (Ulrike Klein) und John (Andreas Risse) Johnson greift Henry Perkins (Steffen Schmidt) zum Aktenkoffer. Das Dilemma daran – er erwischt nicht nur den falschen, sondern löst mit seinem nachfolgenden Verhalten eine Art Dominoeffekt der kuriosen Risiken und Nebenwirkungen aus. Denn kaum hat er statt der erhofften wärmenden Handschuhe bündelweise gebrauchte 50- Pfund-Scheine im Koffer gefunden, steuert er statt des trauten Heims, wo die gestresste Holde mit letzten Vorbereitungen für die Geburtstagsfeier zugange ist, den nächsten Prince of Wales-Pub an, kippt dort einen Whisky nach dem anderen und besucht mehrfach die sanitären Einrichtungen. Dies erweckt die Aufmerksamkeit des windigen Sergeant Davenport (Christoph Müller), der sich prompt an Perkins‘s Fersen klebt. Er bleibt allerdings mitnichten der Einzige, der die spontan gefassten One-Way-Reisepläne des Geburtstagskindes nach Bali oder Barcelona mit aller Entschlossenheit stört.

Im Handumdrehen scheint halb Australien im Hause Perkins aufgekreuzt zu sein, so jedenfalls der Eindruck des Sergeant Slater (Jörg Kouth), der wegen des Funds eines „nicht mehr ganz frischen“, an Händen und Füßen gefesselten und mit Zement beschwerten Mannes mit Aktenkoffer ermittelt. Taxifahrerin Daisy (Anneliese Hecking) und Frau Murderova (Melanie Rogwalder) machen das Chaos perfekt.

Die Situation ist schließlich so verfahren, dass John völlig konsterniert seufzt: „Egal, was ich jetzt sage, es ist bestimmt falsch!“ Seine Theaterpartnerin Ulrike Klein meisterte ihre Premiere souverän. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Die Inszenierung überzeugt durch die Liebe zum Detail bei Dialogen, eingebrachten Ideen und dem Bühnenbild von Gerhard Patterer. Regisseur Jörg Kuschel wird von den beiden Assistentinnen Birgit Herdan und Yvonne Ruppel-Kulick unterstützt. Drei weitere Aufführungen von „Funny Money“ sind Samstag 28. Oktober um 20 Uhr, Sonntag 29. Oktober um 17 Uhr sowie Samstag, 4. November um 20 Uhr im Haus Altkönig zu sehen. Alle Vorstellungen sind schon ausverkauft.

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