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Villa Winter – Drei unter Dach und Fach

Kronberg (mw) – Der Weg war mitunter steinig, doch nun ist das Werk vollbracht und die Kuratorin des Museums Kronberger Malerkolonie sowie künstlerische Leiterin der Kronberger Kunstschule, Dr. Ingrid Ehrhardt mag nach zwei großen Umzügen, erst mit dem Museum aus der Streitkirche in die Villa Winter, nun noch mit der Kunstschule aus den Recepturräumen ins Dachgeschoss der ehemaligen Maler-Villa trotzdem nicht stirnrunzelnd zurückblicken. Geschafft ist geschafft! Und so begrüßt sie die Freunde, Förderer, die Dozenten der Kronberger Kunstschule und alle an der künstlerischen Arbeit Interessierten mit einem Lächeln auf dem Gesicht, nachdem das städtische Haus nach Malermuseum und Kronberger Kulturkreis mit der Kronberger Kunstschule die Dritten im Bunde unter seine Fittiche genommen hat, auch wenn, so gibt sie zu, „der Umzug aufgrund der dünnen Personaldecke wirklich ein Kraftakt war.“ Was unter dem Strich zählt für sie, ist das Ergebnis: „Und das kann sich sehen lassen“, findet die Kunsthistorikerin. Mit den verschiedenen Kultur-Angeboten in einem Haus habe man nun einen wahren Schatz, den es erst noch zu bergen gelte. „Die Erwachsenen schauen beim Malen auf die Burg, die Kinder in die Mainebene“, berichtet sie zur feierlichen Eröffnung mit einem Gläschen Sekt. „Die beiden Räume sind erst einmal getrennt, aber natürlich darf man sich gegenseitig auch künstlerisch befruchten“, sagt sie augenzwinkernd und hofft, dass alle Malerfreunde, ob große oder kleine, in dem neuen, verglichen mit den Recepturräumen etwas nüchternerem Ambiente, heimisch werden. Im Keller der Villa Winter findet sich außerdem ein Raum, in dem nach Herzenslust getöpfert werden kann.

Erster Stadtrat Robert Siedler (parteilos), der in Vertretung für Bürgermeister Klaus Temmen zur Eröffnung der Villa Winter am Berliner Platz vorbeigekommen war, wollte sich auch nach den eineinhalb Jahren, die er inzwischen für die Stadt Kronberg arbeitet, nicht anmaßen, die Geschichte der Kronberger Kunstschule zu kennen. Was jedoch für ihn bereits erlebbar sei, dass die Kunstschule, und das wohl seit Jahrzehnten, mit ihren Kursen für Kinder, aber auch für Erwachsene, fester Bestandteil der Stadt Kronberg sei.

Um so mehr freute er sich mit Dr. Ehrhardt über die neue Kultur-Wirkungsstätte – Drei unter einem Dach. Was könne wohl inspirierender sein, als über den alten Meistern zu thronen und es mit der Kunst selbst zu versuchen, meinte er augenzwinkernd. Und so wünschte er der künstlerischen Leiterin, den Dozenten und allen Kunstschaffenden viel Erfolg unter dem neuen Dach, das „hoffentlich halten möge“. Diese Worte in Anspielung an die tatsächliche Dachöffnung im Zuge der Umbaumaßnahmen, um die Treppe herauszuschneiden, mit dem Kran nach oben herauszuheben und einen Aufzug einzubauen, brachten Ingrid Ehrhardt dann doch noch zu einem erschrockenen Stirnrunzeln. Doch ihre Gesichtszüge sollten sich schnell wieder entspannen, das verdiente Lob blieb nicht aus, die Vorsitzende des Fördervereins für die Kunstschule Kronberg, Caroline Beyer-Enke und der Schatzmeister des Fördervereins für die Kronberger Kunstschule, Jürgen Ottenburger, dankten Ehrhardt für ihre „nicht enden wollende Geduld“ bei den „sehr sehr aufwendigen und nicht enden wollenden Umbauarbeiten.“ Immer sei sie zur Stelle gewesen und habe ein offenes Ohr für alle Fragen gehabt. Abschließend wünschte auch der Stadtverordnetenvorsteher Andreas Knoche allen Mitarbeitern in dem neuen Domizil „tolle Arbeiten und viel Fortune“.

Für die großen und kleinen Gäste war mit einem Kuchenbüfett gesorgt, vor allem jedoch mit jeder Menge Malpapier und Farbe an Tischen und Bänken, sodass die Kunst nicht zu kurz kam. Und wer wollte, konnte sich von der leuchtenden Sonnnenblume, die Gäste mit nach Hause nehmen durften, als Motiv sogleich inspirieren lassen. Von allen Seiten strömten die Besucher auf den Vorplatz der Villa Winter, denn diese war am Sonntag von Feuerwehrfest und Flohmarkt auf dem Berliner Platz quasi flankiert.

Tag der offenen Tür bei der Wehr

Zwar sorgten die Feuerwehrsirenen kurzzeitig für Gesprächsabbruch, dafür genossen Erwachsene als auch Kinder aber das Spektakel auf dem benachbarten Grundschulgelände, auf dem die Feuerwehr an diesem Tag sogleich drei Einsätze simulierte, zwei der Einsatzabteilung und einen der Jugendfeuerwehr. Die Einsatzabteilung zeigte unter anderem die Menschenrettung mit der Drehleiter in schwindelnder Höhe, die Jugendfeuerwehr „hatte das Vergnügen, unter kontrollierten Bedingungen einen Brand zu löschen“, wie Wehrführer Hans-Jörg Hessel es nett umschrieb. Und damit hatte sich das Nachmittagsprogramm für Eltern und Kinder in Kronberg noch nicht erschöpft: Die Feuerwehr präsentierte zum Tag der offenen Tür ihre gesamte Fahrzeugflotte auf der Heinrich-Winter-Straße, was bekanntlich nicht nur auf den Nachwuchs eine Magnetwirkung hat, sondern auf alle Technikbegeisterten. Dazu wartete die Feuerwehr Kronberg mit ihren rund 70 Aktiven dank vielseitiger Mithilfe mit Gegrilltem, Pommes und mit einem großen Kuchenbüfett auf. In der Fahrzeughalle kümmerten sich die „Flambinos“, die Kinderfeuerwehr, um die Kleinsten, die in der Halle Bobbycar fahren konnten. Eine Plakatwand dokumentierte die Arbeitseinsätze und Aktionen der Kronberger Wehr im vergangenen Jahr, weiter sorgten Hüpfburg und eine große Sandkiste dafür, dass die Kleinen toben konnten. Die Erwachsenen nutzten die Zeit für Gespräche oder wohnten der Übergabe der Plakette „Partner der Feuerwehr“ an die Kanzlei „Reis & Partner Rechtsanwälte und Notar“ in Kronberg bei. Diese Art des Dankeschöns an die Arbeitgeber ist ebenfalls eine nicht unwichtige Ehrung, denn sie ermöglichen erst durch Freistellung ihrer Mitarbeiter, dass im Brandfall genügend Feuerwehrleute für die Gemeinschaft abrufbereit sind.

Flohmarkt ruhiger

Etwas ruhiger als gewohnt ließ sich der Flohmarkt auf dem Berliner Platz an. „Es ist ungeschickt, die Nummernvergabe in die Ferienzeit zu legen“, fand eine Mutter. „Doch die Stände waren eigentlich alle ausgebucht, jedenfalls hat meine Freundin keinen Platz mehr bekommen“, meinte eine andere. „Damals, als jeder der wollte, spontan mitmachen konnte, da war es hier noch schöner“, war man sich jedenfalls einig. Doch es gab vor einigen Jahre auch Gründe, warum man sich nun über die Stadt Kronberg anmelden muss. Es hatte immer mehr Teilnehmer von außerhalb gegeben, die den Platz bevölkerten und das Verkehrschaos beim Aufbau war perfekt. „Vielleicht könnte man aber eine begrenzte Anzahl von Teilnehmern aus den Nachbartaunusstädten zulassen“, meinte eine andere junge Frau zu diesem Thema. Auch dass der Flohmarkt zwei Mal im Jahr veranstaltet wird, damit sich die Frühjahrs- und die Herbstsachen für Kind und Kegel besser weiterverkaufen lassen, darum wurde in munterer Flohmarkt-Runde gebeten. Die Stadt solle ihr Angebot wieder erweitern.

Eines ist jedenfalls klar: Der Flohmarkt ist und bleibt ein beliebtes Datum im jährlichen Veranstaltungskalender, und befruchtend für den Tag der offenen Tür und das Kunstschulfest und umgekehrt ist er auch. Auch wenn am Ende des Tages die Umsatz-Bilanz vielleicht etwas schlechter ausfiel als sonst: Die Kronberger wollen ihren kostenfreien Flohmarkt auf dem Berliner Platz behalten und würden ihn auch gerne wieder in den Schulgarten ausdehnen.

v.l.n.r. stellvertretender Stadtbrandinspektor Marcus Lawritsch, Wehrführer Hans Jörg Hessel, Oliver Reis und Christina Nicolai von Reis & Partner, stellvertretender Wehrführer Philipp Milberg, Stadtbrandinspektor Gunnar Milberg, Bürgermeister Klaus Temmen und Erster Stadtrat Robert Siedler.
Foto: privat

Mit dem Umzug der Kunstschule Kronberg von der Receptur in die Heinrich-Winter-Straße und ihrem Sommer-Eröffnungsfest an neuem Platz sind in der Villa Winter nach lange dauernden Umbauarbeiten nun Drei unter einem Dach: das Museum Kronberger Malerkolonie, der Kronberger Kulturkreis und die Kronberger Kunstschule.

Foto: Westenberger

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