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Strahlend funkelnde Klänge in St. Johann

Der Chor der Johanniskirche sang mit großen und kleinen Mitgliedern, dass es eine Freude war. Foto: privat

Kronberg (aks) – Wer sich am dritten Advent mitten im alljährlichen Rummel der Vorweihnachtszeit Zeit und Muße für das Weihnachtskonzert in St. Johann nahm, wurde mit himmlischen Klängen belohnt. Da sangen der Chor der Johanniskirche mit den Jungen des Kinderchors und der Mädchenchor gut gelaunt und voller Vorfreude auf das Fest des Christkinds in strahlend funkelnden Klängen, die die Kirche aus dem Jahr 1440 aufs Schönste füllten. Dem Himmel ganz nah – so fühlte es sich an, wenn die Chöre beliebte Weihnachtslieder aus vielen Jahrhunderten und in vielen Sprachen sangen. Bernhard Zosel führte auch die Jungen des Kinderchors zu sängerischen Höchstleistungen, ihre hellen Kinderstimmen und freudigen Gesichter berührten die Herzen. Begleitet wurde die klangliche Weihnachtspracht vom Bläserensemble Quintessenza aus Frankfurt, drei junge Frauen und zwei Männer, die frisch und frei und voller Glanz und Gloria aufspielten. So klingt Weihnachten – diesmal mit Trompeten und ohne Pauken.

Die Kyrie aus dem „Weihnachtsgottesdienst“ ,eine Komposition aus dem Jahr 2007 von Bernhard Zosel, verbreitete gleich zu Beginn festliche und sehr getragene Weihnachtsstimmung mit majestätischen Orgelklängen von Peter Paulnitz auf der Empore. „Gelobet seist du Jesus Christ, dass du Mensch geworden bist.“ Das Weihnachtskonzert ließ die Menschen die Vorfreude auf die Geburt Jesu spüren und vermittelte in vielen variantenreichen Kompositionen vom 16. bis ins 21. Jahrhundert immer wieder die Botschaft, die das eigentliche Weihnachtsgeschenk ist: Gott schickt seinen Sohn auf die Erde, um die Menschen zu erlösen – das ist das größte Geschenk, das uns Menschen je zuteil wurde! „Hosianna“ , so jubelt der wunderbare Chor in allen Stimmlagen und echte Besinnlichkeit macht sich breit. Herausragend und sehr stimmungsvoll waren die Arrangements für die jungen Bläser: Eva Klimmek und Friedrich Fischbach an der Trompete, Mareike Berg, Horn, Alexander Tauber, Posaune und Stephanie Haack an der Tuba. Gewaltig erklangen da die Weihnachtshits „Morgen Kinder wird’s was geben“, „Oh Tannenbaum“ und „Alle Jahre wieder“ als Medley sowie Kompositionen aus England von Giles Farnaby aus dem 16. Jahrhundert. Einzelne begeisterte Klatscher zwischendrin quittierte Zosel mit einem Grinsen. Eine Bereicherung des klassischen deutschen Weihnachtsrepertoires waren französische, polnische, englische, lateinische und ungarische Lieder, die teils a cappella gesungen wurden, vom Klavier oder von der Orgel begleitet und stahlfunkelnd von den Bläsern in die Lüfte getragen. Der Organist brillierte in Charles Gounods „Béthléem“, in Frankreich ein beliebter Weihnachtschoral. Ein weiterer Höhepunkt war der Choral von Mendelssohn Bartholdy „Hört, die Engelsboten singen“, ergreifend die dritte Strophe:

„Endlich ist der Tag erschienen, der uns lang verkündet ward,

wo du kamst, für uns zu sühnen, Christ, du Sproß aus Davids Art.

Wirst ein Kindlein klein und hilflos, trägst der Menschheit Mühn und Last.

Sei gegrüßt, du Friedensfürst, der du uns erlöset hast!

Hört, die Engelschöre singen: Heil dem neugebornen Kind!“

Beim „Lied für alle“ war Mitsingen angesagt, aber eigentlich waren nur die Chorsänger zu hören, da half auch Zosels Begeisterung nicht so viel. So richtig mit Schmackes klingt anders. „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der König der Herrlichkeit“ kennt vielleicht nicht mehr jedes Kind, aber die meisten Erwachsenen sicher noch als vertraute Kindheitserinnerung. Das spontane „Singalong“ in St. Johann klang eher verhalten, manche Eltern der Chorkinder sangen gar nicht mit. Schade, denn Singen ist gut für die Seele – nicht nur an Weihnachten. Bei „Tochter Zion“ von Händel war dann mehr Emphase zu hören: „Tochter Zion, freue dich, jauchze laut Jerusalem!“. Auf jeden Fall jauchzte und frohlockte der Chor mit großen und kleinen Mitgliedern, dass es eine Freude war. Als ein kleiner Chorjunge nach dem vorletzten Lied „Weihnacht“ ohnmächtig wurde, fragte Bernhard Zosel ins Publikum, ob das letzte Lied überhaupt noch gesungen werden sollte. Einstimmig entschied man sich fürs Weitersingen, auch wenn vor allem den kleinen Sängern der Schreck noch anzusehen war.

Mit vielen schönen Melodien im Ohr, die sicher auch unter dem Weihnachtsbaum erklingen werden, schlenderten die zahlreichen Besucher beseelt in die Adventsnacht nachhause.

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