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Stadtelternbeirat als Tor zu Eltern und zur Stadt sucht neue Mitstreiter

Anja Weinhold (links), Manuel Geiler und Anja Weinhold haben sich in den letzen Jahren für die Eltern und Kinder in Kronberg stark gemacht und wollen den Staffelstaab nun an ein ebenso engagiertes Gremiun weitergeben: Wahlsitzung des Stadtelternbeirates wird am 29. Januar um 20 Uhr sein, in welcher Kita, wird noch bekannt gegeben. Foto: Westenberger

Kronberg (mw) – Auf zwei Jahre wird der Stadtelternbeirat gewählt. Am 29. Januar ist es wieder soweit: und das Vorstandsteam, Anja Weinhold, die schon vier Jahre dabei ist sowie Anna Schneider und Manuel Geiler suchen Nachfolger für diesen nicht unwichtigen Posten in der Stadt, der sich für die Kinder und die Belange der Eltern in Kronberg stark macht. „Wir wollen mit diesem Aufruf die Eltern motivieren, sich für ihre Kinder zu engagieren“, so Anja Weinhold. Dass jedes Engagement auch Arbeit macht, lassen die Drei nicht unerwähnt. Doch etwas bewegen zu können für die Familien dieser Stadt und dabei noch ein funktionierendes soziales Netzwerk aufzubauen und ganz nebenbei Erfahrungen in der Kommunalpolitik zu sammeln, hat ihnen auch viel Spaß gemacht, wie sie betonen.

Auslöser für ihr erfolgreichstes Projekt, bei dem viele Bürger innerhalb der Stadt auf den Stadtelternbeirat aufmerksam wurden, war 2014 der Magistratsvorschlag, die Kitagebühren für die „Ü3“ (die über Dreijährigen) um bis zu 65 Prozent anzuheben. „Das war für uns nicht tragbar“, blickt Anja Weinhold zurück. Was gewöhnlich in einer solche Situation oftmals folgt: ein offener Schlagabtausch, bei dem beide, in diesem Fall Stadt und Elternbeirat vehement ihre kontroversen Standpunkte vertreten, ohne sich jedoch für die Argumente des anderen wirklich zu interessierten, blieb 2014 jedoch aus. Bürgermeister Klaus Temmen dazu: „Ich habe es damals als eine konstruktive und auch kreative Zusammenarbeit von Stadt und Elternbeirat empfunden. Es hat sich ein Dialog entwickelt, der den Blick auf den Mitpartner und gegenseitiges Verständnis voraussetzt.“

Der Stadtelternbeirat – an dieser Stelle dankt Anja Weinhold noch einmal allen weiteren aktiven Mitstreitern – war in punkto Gebührendiskussion ebenfalls angenehm überrascht, über die Möglichkeit, mit der Stadt und den Kommunalpolitikern ins Gespräch kommen zu können. Gut erinnern können sich Weinhold als auch Temmen an den Diskussionsabend mit Vertretern aus Elternbeirat und Politik in der katholischen Kita St. Peter und Paul. Das Interesse an dem Thema war groß und die Diskussion intensiv. Außerdem stellten Aktive aus der Elternschaft damals in kürzester Zeit eine Online-Befragung der Eltern zum Thema Gebührenerhöhung auf die Beine. „So etwas hatte es zuvor noch nicht gegeben“, weiß der Rathauschef. Stadt und Politik hätten dadurch ein „sehr breites Stimmungsbild“ erhalten, innerhalb dessen es auch Verständnis seitens der Elternschaft für die Situation der Stadt gegeben habe, die – angesichts des klaffendem strukturellen Haushaltsdefizits – sparen musste. Die Staffelung der Kita-Gebühren nach Einkommen – die in der Politik seitens der FDP favorisiert worden war, war damals genauso wie die Ermäßigung der Kitagebühren bei Geschwisterkindern Thema bei den Eltern. Im Ergebnis wurde schließlich die angedachte Beitragserhöhung nicht unwesentlich herabgesenkt und es wurde die trägerübergreifende Geschwisterregelung eingeführt, informierte das Vorstandsteam des Stadtelternbeirats, das motivierte Nachfolger sucht und dabei vom Rathauschef Klaus Temmen unterstützt wird: Auch er wünscht sich, gerade mit Blick auf diese konstruktive Zusammenarbeit innerhalb der letzten Jahre, dass sich ein neuer Stadtelternbeirat formiert und 2018 an den Start geht. „Ohne ein solches unabhängiges Gremium ist es weitaus schwieriger, Anliegen der Elternschaft in den politischen Raum zu transportieren“, betont er. Aber auch für die Stadt sei es äußerst hilfreich, weiß Angelika Hartmann, Fachbereichsleiterin Kinder & Familie, einen zentralen Anprechpartner zu haben. Schließlich gibt es in Kronberg in jedem der drei Stadtteile drei Kindertagesstätten, die privaten noch nicht mitgezählt.

Und Themen für das Gremiun gibt es genügend, wie beispielsweise die Parksituation vor den Kitas, als hausgemachtes Problem der Eltern selbst, die hier regelmäßig wieder zu sensibilisieren sind, dass beispielsweise Parkverbotszonen zum Schutz der Kinder eingehalten werden sollten und es der Gesundheit der Kinder dient, wenn sie zur Schule zu Fuß laufen. Und es gibt aktuell politische Themen, die Veränderungen mit sich bringen werden: Temmen nennt hier die vom Land Hessen angekündigte kostenfreie Ü3-Jährigen Betreuung, bei der praktisch der Halbtagesplatz für das Kind kostenfrei sein wird. „Ich denke, das ist ein ambivalentes Thema, wenn auch für die Eltern erst einmal eine tolle Nachricht“, so Temmen. Jedoch sei der Betrag, mit dem die Kommunen als Entlastung rechnen dürften, „nicht auskömmlich“. Temmen rechnet damit, dass viele Eltern die Betreuungszeit angesichts der niedrigeren Kosten ausbauen werden und auch der Mittagstisch höher frequentiert wird. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels im Sektor Erzieherinnen und Erzieher sei das eine herausfordernde Aufgabe für die Kommunen. „Das Land Hessen sollte hier erst einmal in punkto Fachkräftemangel etwas tun und auch über eine Trägerentlastung, also auch über die finanzielle Entlastung von Kommunen und Kirchen nachdenken“, findet er.

Der Appell des jetzigen Vorstandes als auch der Stadt: „Der Stadtelternbeirat als Tor zu den Eltern und zur Politik soll bestehen bleiben. Deshalb hoffen wir, dass sich möglichst viele Menschen finden, die dieses Gremium weiterführen wollen.“ Wer jetzt motiviert ist, sich für seine und andere Kinder einzusetzen und ihnen mit seinem Engagement ein Vorbild zu sein, der möge sich unter der Telefonnummer 0177-8347520 bei Anke Weinhold melden oder eine E-Mail schreiben an: stadtelternbeirat-kita-kronberg[at]web[dot]de.

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