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Noch offene Fragen zum Nutzungskonzept Taunushalle

Die Taunushalle ist schon lange in die Jahre gekommen. Nun wird neu darüber diskutiert, was mit ihr geschehen soll. Foto: Puck

Schönberg (pu) – Mit Spannung erwartet wurde im jüngsten Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) der Tagesordnungspunkt „Nutzungskonzept Taunushalle“. Dass der Ortskern Schönberg insgesamt mit seiner heterogenen Bebauungsstruktur, sanierungsbedürftigen Gebäuden, engen Bewegungsräumen für Fußgänger und zergliedernden Elementen wie Park- und Müllabstellplätzen, Mauern, ausufernden Grünstrukturen, Treppen, Pergolen ein alles andere als optimales Bild abgibt, darin sind sich seit Jahren sowohl Bürger als auch Politik einig.

Seit vier Jahren Diskussionen

Im Mittelpunkt emotional geführter Diskussionen steht seit vier Jahren jedoch vor allem die Zukunft der sanierungsbedürftigen Taunushalle. Handlungsbedarf vor Augen hatte die Stadtverordnetenversammlung schon im damaligen Herbst auf Antrag der Fraktionen von CDU und SPD den Magistrat gebeten, städtebauliche Entwicklungsvarianten für die Ortsmitte Schönberg (Flächen rund um den Ernst-Schneider-Platz) unter Einschluss der Taunushalle vorzulegen. Daraufhin hatten die städtischen Fachbereiche „Stadtentwicklung und Umwelt“ und „Bauen und Facilitymanagement“ auf der Basis der Daten des Immobilienkonzepts fünf Entwicklungsoptionen vorgelegt, die vom Ist-Zustand beibehalten bis zum Abriss alles beinhalteten. Eine Entscheidung wurde zum damaligen Zeitpunkt wegen noch ausstehender Entscheidungen beim Religionspädagogischen Zentrum sowie der Idee eines möglichen Sportzentrums an der Altkönigschule vertagt.

Aktivierung der Bestandsflächen

In der jüngeren Vergangenheit ist durch die Entscheidung zum Verkauf des städtischen Geländes Altkönigblick (Sportgelände der SGO) erneut Bewegung in die Angelegenheit gekommen, weil ein Teil des Verkaufserlöses in die jeweils sanierungsbedürftige Taunushalle und das Haus Altkönig in Oberhöchstadt fließen soll. Der Erhalt der beiden Häuser ist auch im Koalitionsvertrag von CDU, SPD und UBG verankert. Magistrat und Stadtverwaltung streben nunmehr eine Aktivierung der Bestandsflächen der Taunushalle an, um „Schönberg und das Vereinsleben durch deren Erhalt mitsamt der gastronomischen Nutzung wieder zu stärken, sodass sich solches Engagement gegenseitig befruchten kann“, wie es Erster Stadtrat Robert Siedler (parteilos) im August formulierte.

Stand Gastronomie

Der letzte Gastronomiebetreiber hatte den Pachtvertrag mit der Stadt Kronberg zum 30. Juni gekündigt, den Betrieb jedoch schon Ende letzten Jahres geschlossen. Die Stadtverwaltung hat inzwischen mit einer Ausschreibung für die Gastronomie mit Terrasse, Küche und Nebenräumen den Wettbewerb eröffnet. Nach den Worten des Ersten Stadtrats liegen mittlerweile 20 Bewerbungen vor. Darunter zwei bis drei ernsthaft Interessierte und erfahrene Gastronomen, die laut Siedler, schon außerhalb oder in der Burgstadt selbst tätig sind, weshalb man optimistisch sei, dass nach den zuletzt gemachten schlechten Erfahrungen dieses Mal eine nachhaltige Lösung gelingt. Aktuell ist vorgesehen, mit dem neuen Pächter die Flächen der Taunushalle in eine neue Zuordnung zu bringen. Nach Vorstellungen von Magistrat und Stadtverwaltung sollen ihm zukünftig im Erdgeschoss das bisherige Bistro sowie der kleine Saal zur Verfügung gestellt werden. Dem zukünftigem Pächter obliegt außerdem die Betreuung der Halle, die von der angrenzenden Grundschule ebenso genutzt wird wie von Vereinen.

Optionen

Magistrat und Stadtverwaltung plädieren für eine Hallennutzung in ihrer bestehenden Kubatur. Abbruch und Neubau oder ein Abbruch und sonstige Vermarktung der Flächen kommen nach aktuellem Stand der Dinge nicht in Betracht. Eine rechtliche Prüfung hat, so Siedler, ergeben, dass die Halle für eine geeignete gewerbliche Nutzung aufgestockt werden kann. Denkbar wären beispielsweise Arztpraxen, Kanzleien oder Büros. Die Aufstockung soll der Ergebnisverbesserung dienen. Andere Nutzungsoptionen als Gewerbe wie beispielsweise die Errichtung einer Kindertageseinrichtung oder die Schaffung von Wohnraum wurden demnach aus den unterschiedlichsten Gründen (bereits ausreichend vorhandenes Betreuungsangebot oder befürchtete Konflikte aus dem Wohnen oberhalb einer Gaststätte) verworfen. Das Ende der in die Jahre gekommenen Kegelbahn im Untergeschoss scheint wegen geringer Nachfrage besiegelt, diese Flächen könnten einer anderen Nutzung (Versammlungen, Vereine etc.) zugeführt werden. Zur Sprache kamen während der Ausschusssitzung auch die momentan von der Feuerwehr genutzten Lagerräume, deretwegen seitens der Wehr schon Befürchtungen laut geworden waren, diese Flächen stünden in naher Zukunft für solche Zwecke nicht mehr zur Verfügung. Siedler beruhigte, es handele sich bisher lediglich um perspektivische Denkansätze.

Reaktion der Ausschussmitglieder

Darüber hinaus wurden vorliegende Zahlen zur jeweiligen Wirtschaftlichkeit von Status Quo, aktivierbaren Flächen im Bestand und Zusatzflächen durch Aufstockung mit Gewerbeflächen samt notwendigen Investitionen, Abschreibung, Mieteinnahmen, Fördergelder für energetische Sanierung, Abbau des Investitionsstaus und zu erwartendem Ergebnis kurz angesprochen. Ins Detail ging man nicht. Die Ausschussmitglieder gaben sich bei aller durchweg geäußerten Freude über die Wiederaufnahme dieses Themas mit dem Vorliegenden nicht zufrieden. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Becker mahnte das Fehlen einer Berechnung von Abriss und Neubau an. „Eine Sanierung ist im Endeffekt doch nur Stückwerk“, hielt er mit Kritik nicht hinter dem Berg. Ein Neubau böte dagegen die Chance nach heutigen Bedürfnissen und Standards zu bauen.

Auch Siedlers Einwand der dann zu stemmenden Probleme wie notwendige Verlagerung von Sport und Vereinsleben an andere Standorte für die Bauzeit und zu befürchtende schwierige Verhandlungen mit dem Kreis nahm Becker keinen Wind aus den Segeln. Nachdem die Sozialdemokraten ihrerseits deutlich zum Ausdruck brachten, es sei angesichts der aktuellen Wohnungssituation keinesfalls vorrangig für die Stadt, an dieser Stelle weiteres Gewerbe zu schaffen, sondern vielmehr Wohnraum und auch die übrigen Fraktionen mit Nachdruck durchblicken ließen, sie wollten vor einer endgültigen Entscheidung weitere fundierte Zahlen, Daten und Fakten auf dem Tisch haben, wurde der Vorgang ohne Abstimmung in die nächste Sitzungsrunde geschoben. Vorher ist es nach den Worten Siedlers nicht machbar, das Geforderte „in vernünftiger Form“ vorzulegen.

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