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Ladies lassen es im Land der Träume krachen

Die Gikkelnden Hinkel des Kappen Klub feierten eine ausgelassene Nacht in Las Vegas.

Foto: Westenberger

Kronberg (mw) – Wenn die Ladies des Kappen Klub Kronberg feiern, dann ist die ausgelassene Stimmung fast schon garantiert. Den Fotografen, die für eine Viertelstunde vorbeischauen, bereits zwei andere Fastnachtssitzungen im Hochtaunus hinter sich und noch drei weitere vor sich haben, gefällt das ausgesprochen gut. Denn im Gegensatz zu den mancherorts recht müde dreinschauenden und unverkleideten Fastnachtsgästen der großen Sitzungen im Hochtaunuskreis wissen die Ladies, wie man es richtig krachen lässt. Meist treffen sie sich schon Stunden vor dem Faschingsauftakt der KKK-Damen im Kappen Klub Kronberg, denn sie haben Spaß daran, sich zum entsprechenden Motto einfallsreich zu verkleiden – schließlich werden bei den Ladies die ausgefallensten Kostüme am Ende auch prämiert. Das diesjährige Motto „Quer durch Amerika“, ließ kaum Wünsche offen und die Ladies, die dafür sorgten, dass die Sitzung bereits im November ausverkauft war, nutzen die Bandbreite, um ihre Ideen umzusetzen: Es spazierten Micky Mäuse und eine große Anzahl von Indianern in die Stadthalle, gefolgt von jeder Menge Umsetzungen der New Yorker Freiheitsstatue – darunter auch das gesamte Schulleitungsteam der Kronthal-Schule – genauso wie lebendige Popcorn-Tüten und Cowboys, ja sogar Jelly Bellies wurden gesichtet. Für einen fulminanten Start in eine lange närrische Nacht sorgten die Kappen mit ihrem erfahrenen Moderatorinnenteam Henni Held als hawaiianische Reiseleitung, Carena Seidenthal als Miss Liberty und Corinna Habig-Bauer im US-Stars and Stripes-Anzug. Im Saal sorgte die KKK-US-Police höchstpersönlich für Recht und Ordnung.

„Stand Up for the Champions“ schallte durch den Saal, dazu die passenden Bühnenbilder als durchscheinende Leinwände (Idee und Ausführung von Sandra Kurz) und kurzer Multimediashoweinlage und der KKK-Tanzgruppe „Ahle Hinkel“, die Amerika als Land der Gegensätze darstellten: Hier die außer Rand und Band geratenen Pizza-Hut-Figuren, dort die ihren gertenschlanken Idealen nachrennenden Joggerinnen, da die Petticoat-Paare aus den 50ern, hier die Chearleaderinnen von heute: Die Cheer4you von den Samsung Frankfurt Universe Cheerleadern tanzten und wedelten mit Pompons, langer Mähne und allem, was sie sonst noch zu bieten hatten.

Nach diesem mitreißenden Auftakt – der Saal tobte schon vor dem ersten offiziellen Programmpunkt – hatten die Germania Dreamboys aus Flörsheim keine Mühe, mit ihrer Show „20 Jahre schöne Körper“ den vollen Saal nun komplett zum Toben zu bringen. Damit das die gesamte Nacht hindurch auch so blieb – nach der Show um Mitternacht wurde bis 3 Uhr morgens in der Sektbar und Disco weitergefeiert – folgten verteilt auf die Nacht noch fünf weitere Männerballetts. Vom Kappenklub Kronberg die Daalbachnixen und die Kronberger Schobbedancer, die Bachstelzen vom Clugehu Weißkirchen, die Dalles Dreamboys vom KV 02 Oberhöchstadt und neu dabei die Wernborner Sixpacks, die in ihrer Tanzdarbietung alles gaben – schließlich tanzten sie „ihren letzten Tag in Freiheit“, auch Junggesellenabschied genannt.

Den größten Spaß an diesem Abend bot ebenfalls gleich zum Auftakt Sitzungspräsident von KV 02 Oberhöchstadt, Orlando Kieser, höchstpersönlich. Der Prof. zoolog. aus Florida punktete mit seiner genialen Idee, von zum Aussterben bedrohten Arten zu berichten. Todernst berichtete er von der bedrohten Art des Oberhöchstädters, der von den Orschelern und Kronbergern in die Ecke gedrängt wird, weil er im Gegensatz zum forschen, ja aufdringlichen Kronberger scheu und zurückhaltend sei. Die Saalgäste erfuhren alles über die zwei Spezies, bis zum Darm der Oberhöchstädter, den Fleischfressern, der nicht auf Zwiebeln ausgelegt sei – der hohe Kohlenstoffdioxidgehalt habe schon dazu geführt, dass es in Oberhöchstadt keine weißen Weihnachten mehr gäbe und über das Balzverhalten der Oberhöchstädter Männchen (uiuiuiuiui) und der Weibchen (auauauauau) und dem Wissen, dass die Oberhöchstädter Nestflüchter seien, während die Kronberger, direkt und blind in ein Erdbeerkörbchen hineingeboren würden und als Nesthocker dort auch ein Leben lang blind sitzen blieben. Kieser hatte jedenfalls die Lacher auf seiner Seite. Für Stimmung sorgten nach ihm auch Hans-Georg Kaufmann als Sextherapeut und Marc C. Theis als Paartherapeutin Antje van de Bütt. Kaufmann hatte dieses Mal als Vibratoren-Vertreter einen ganzen Koffer dieser Erotikartikel in allen Größen dabei, um die Damen zu beglücken und ihnen darüber alles, was sie schon immer (oder eigentlich gar nicht) wissen wollten, in ganzer Bandbreite zu berichten. Antje van de Bütt hatte unter anderem aus eigener Praxis viele anschauliche Beispiele aus einer Paarbeziehung mitgebracht. Am Anfang sei die Beziehung mit einem expressiven Bild zu vergleichen, „das dauert dann zwei bis vier Tage“, die restlichen zwanzig bis dreißig Jahre ziehe bildlich eher die „neue Sachlichkeit“ ins Wohnzimmer ein. Beispielsweise, wenn sie am Frühstückstisch sitzend ihre Hornhaut bearbeite, während er dort in seiner Schlafanzugshose – die eine, die er immer trägt – seine Zeitung liest.

Ganz große Bühne boten die KKK-eigenen Frauentanzgruppen. Die Kappen können stolz auf ihre große Tanzgruppe mit vielen neuen jungen Gesichtern sein, ob Cronengarde, Solisten oder Gikkelnde Hinkel, letztere zeigten mit „one Night in Las Vegas“ eine toll getanzte Super-Show.

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