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Gewerbegebiet ist nach dem großen Unternehmer Artur Braun benannt

Bürgermeister Klaus Temmen und Stadtverordnetenvorsteher Andreas Knoche enthüllten gemeinsam mit der Familie Braun eines der Schilder, die auf das Gewerbegebiet Artur Braun hinweisen. Rechts die Witwe von Artur Braun, Elfie Braun, daneben ihr Sohn Dr. Thomas Braun. Foto: Westenberger

Kronberg (mw) – „Es ist ein Herzenswunsch von unserer Familie, der sich heute erfüllt“, sagte Dr. Thomas Braun, der Sohn des Unternehmers Artur Braun. In Erinnerung und als Zeichen der Wertschätzung an den großen Unternehmer Artur Braun hatte die Stadt Kronberg entschieden, dem noch namenlosen Gewerbegebiet in Kronberg Süd, südlich der L3015 und östlich der L3005 gelegen mit Firmen wie Procter & Gamble mit der Braun GmbH, NGK Europe, Nichia, KIA, Allgeier ES, Behlke Power Electronics, Marktex, Merca Leasing, Avalon Premium Cars und Spielmanns den Namen „Artur Braun“ zu geben.

Artur Braun – ein bescheidener Mensch

Die Idee hierfür kam von einem von Artur Brauns ehemaligen Beratern, Horst Eckstein, der neben der Witwe Artur Brauns ebenfalls zur feierlichen Enthüllung der Gewerbegebiets-Beschilderung zugegen war. Sie alle waren sich einig, dass Artur Braun, der als bescheidener Mensch bekannt war, die Würdigung in besonderem Maße gebührt. „Mein Vater war ein sehr zurückhaltender Mensch, der zeit seines Lebens nicht müde geworden ist zu erwähnen, dass der Erfolg von Braun eine Gemeinschaftsleistung war“, so sein Sohn, Dr. Thomas Braun, der an die Erfolgsgeschichte des Unternehmens erinnerte, angefangen mit der „Urkraft“, Max Braun, dem der Aufstieg vom Sohn ostpreußischer Bauern zum Industriellen gelang. Nach seinem frühen Tod 1951 entwickelten seine Söhne Artur und Erwin das Unternehmen Braun weiter. „Die Marke Braun steht für gute Formgestaltung und Qualität. Das Braun-Design spiegelt eine Geisteshaltung wider, die ihren Ausdruck in Ästhetik, Klarheit und Avantgarde findet.“ Erwin Braun als Ideengeber für eine völlig neue Formgebung und Artur Braun als Techniker, begnadeter Entwickler und Konstrukteur, hatten einander ergänzt. „Dass die Stadt Kronberg nun das Wirken meines Vaters mit der Benennung dieses Gewerbegebietes nach ihm würdigt, erfüllt meine Mutter und mich mit Stolz“, so Dr. Thomas Braun.

Kronbergs Bürgermeister Klaus Temmen, der die Beschilderung enthüllte, betonte, dass es der Stadt „eine große Freude und ein großes Bedürfnis“ sei, das Gebiet nach Artur Braun zu benennen. „Wir sind stolz, dass es Menschen wie Artur Braun gab, Persönlichkeiten mit großartigem Unternehmergeist und Visionen, Menschen, die die Entwicklung unserer Stadt maßgeblich und positiv vorangebracht haben. Mit der Namensgebung machen wir den Namen Artur Braun weiterhin und täglich sichtbar“, so Temmen.

Braun: Initialzündung für Gewerbestandort Kronberg

Der Kronberger Bürgermeister dankte der Familie Braun für ihr unternehmerisches Wirken in Kronberg: „Die Marke Braun genießt Weltruf. Das legendäre Braun-Design war und ist stilbildend. Es ist allen voran Artur Braun zu verdanken, dass die Firma Braun sich in den 1950er-Jahren bei der Standortsuche für Kronberg entschieden hat.“ Heute zähle Kronberg zu den gefragtesten Gewerbestandorten, was letztlich auch dem Schaffen von Artur Braun zu verdanken sei. „Diese Unternehmensansiedlung war quasi die Initialzündung für den Gewerbestandort Kronberg im Taunus.“

Auch wenn die Braun AG 1967 an das US-amerikanische Unternehmen Gillette verkauft wurde, das seinerseits 2005 vom US-Konzern Procter & Gamble übernommen wurde, zu dem die Braun GmbH seither gehört, sei der Name Braun nach wie vor eng mit Kronberg verbunden.

Wie Artur Brauns Sohn erzählte, war auch die damalige Entscheidung seines Vaters, nach Königstein in den Taunus zu ziehen und sein Unternehmen von Frankfurt nach Kronberg umzusiedeln, eher ungewöhnlich. „Für die 50er-Jahre sei auch das neben den Erfindungen eine echte Pionierleistung gewesen“, meinte er schmunzelnd.

Braun – eine wahnsinnige Erfolgsgeschichte

Auch Stefan Schamberg, Geschäftsführer der Braun GmbH, der durch ein Grippe verhindert war, an dieser, wie er sich ausdrückte „bedeutenden Ehrung“ teilzunehmen und seine Dankesrede verlesen ließ, erinnerte an die wahnsinnige Erfolgsgeschichte von Braun, die begann, als 1951 der 26 Jahre alte Artur und sein vier Jahre älterer Bruder Erwin die Leitung des 1921 von Max Braun in Frankfurt gegründeten Unternehmens übernahmen. „In nur acht Monaten gaben sie der Braun-Produktfamilie – von der Küchenmaschine bis zur Musiktruhe – ein komplett neues Gesicht. Klare funktionsgerechte Formen lautete ihr Credo.“ So schmiedeten die Brüder aus einem Unternehmen, das nach dem Krieg gerade einmal 150 Menschen beschäftigte, „einen Konzern mit hohem sozialen Engagement, der tausende Mitarbeiter beschäftigte“, blickte Schamberg zurück. Er selbst hatte als junger Ingenieur 1986 bei Braun in Kronberg als Produktentwickler angefangen und Braun sei ein Teil seines Lebens geworden. „Es erfüllt mich daher persönlich mit großer Freude und Stolz, dass die Stadt Kronberg sich bei der Namensfindung für das neue Gewerbegebiet für ,Artur Braun‘ entschieden hat. Arturs Frau Elfie Braun, stolze 89 Jahre alt, freute sich über die liebevollen Reden und die Würdigung ihres Mannes. „Am liebsten hätte ich natürlich diesen Tag noch gemeinsam mit ihm erlebt, aber man muss das Leben so nehmen, wie es kommt und das Beste daraus machen“, sagte sie und stellte sich mit Freude für diesen besonderen Moment der Schilderenthüllung den Fotografen – auch wenn sie es eigentlich gar nicht mag, fotografiert zu werden, wie sie danach unverhohlen zugab.

Gewerbegebiet mit Namen und Gesicht:

Artur Braun

Das Gewerbegebiet Artur Braun hat nun insgesamt drei Zufahrten, Zufahrt I: Am Auernberg, Zufahrt II: Westerbachstraße/Westerbachcenter/Palais Kronberg und Zufahrt III: Eschborner Straße. Dazwischen liegt die Großeinfahrt von Procter & Gamble als eigenständige Unternehmenszufahrt. „In einem zweiten Schritt plant die Stadt eine weitergehende Beschilderung, die auf die einzelnen im Gewerbegebiet Artur Braun ansässigen Unternehmen hinweist. Hier bedarf es noch der Abstimmung baurechtlicher Fragen“, informierte der städtische Wirtschaftsförderer Andreas Bloching im Rahmen der Schildereinweihung. Und Bürgermeister Klaus Temmen, der die Familie Braun anschließend im Rahmen des Neubürgerempfangs auf ein Glas Sekt einlud, betonte: „Als die Familie Braun mit der Bitte an die Stadt herantrat, im Stadtbild an Artur Braun zu erinnern, war nichts naheliegender, als jenes Gebiet nach ihm zu benennen, dessen wirtschaftlicher Aufschwung ganz maßgeblich mit der Firma Braun verbunden ist. Damit geben wir dem Gebiet nicht nur einen Namen, sondern auch ein Gesicht, wie es besser nicht sein könnte.“

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