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Bundesverdienstkreuz am Bande für Edmund Knapp

Kronberg (pf) – „Er hat sich unermüdlich, sachlich, mit großer Kompetenz und mit Herzblut einen beeindruckenden Zeitraum lang vielfältig ehrenamtlich eingesetzt und viele Institutionen vorangebracht. Er ist ein Vorbild, wie unsere Gesellschaft es braucht.“ Mit diesen Worten lobte der Hessische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Boris Rhein den langjährigen Kronberger Stadtverordnetenvorsteher Edmund Knapp, als er ihn am vergangenen Mittwoch im Rathaussaal mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande auszeichnete.

„Wir haben ganz bewusst den Sitzungssaal unseres Rathauses für die heutige Feierstunde ausgewählt, denn Herr Knapp war nicht zuletzt neben seinen vielen anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten auch Stadtverordneter und Stadtverordnetenvorsteher“, sagte Bürgermeister Klaus Temmen in seinen Begrüßungsworten. Von 1984 bis 2001 gehörte er als Mitglied der CDU-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung an, leitete 1997 bis zu seinem Ausscheiden aus der Kommunalpolitik 2001 die Sitzungen. „Bei allen politischen Unterschieden zeichnete Edmund Knapp sich immer durch Kompetenz und große Sachkenntnis aus und erwarb sich dadurch parteiübergreifend viel Respekt“, bedankte sich der Bürgermeister bei ihm.

Neben der Kommunalpolitik war es vor allem die Kultur, der sich Edmund Knapp in zahlreichen Ehrenämtern widmete. „Kultur lebt von denen auf der Bühne, aber besonders auch von denen, die im Hintergrund stehen und wirken“, meinte Minister Rhein. So gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Kronberg Academy, einer Institution, die heute zu den weltweit führenden Ausbildungsstätten für junge Musiker gehört, wie Rhein hervorhob, und ist bis heute Mitglied im Senat der Kronberg Academy Stiftung.

Er ist in der Museumsgesellschaft Kronberg engagiert und hat mit dazu beigetragen, nach vielen Jahren endlich ein dauerhaftes Museum für die Bilder der Kronberger Malerkolonie zu schaffen, zählte der Minister weitere Ehrenämter auf. Auch als einer der Sprecher der Kulturinitiative Kronberg habe er sich für Sicherung und Ausbau des Kulturstandorts Kronberg eingesetzt. Durch seine Beratertätigkeit als Bankier sei es ihm gelungen, dass Marguerite von Grunelius ihr Vermögen in die Kronberger Kulturstiftung einbrachte, die inzwischen nach der Mäzenin benannt ist und sich der Förderung von Kunst und Wissenschaft sowie sozialer Einrichtungen in den Städten Frankfurt a.M. und Kronberg widmet. Auch in der Altkönig-Stiftung und im Aufsichtsrat der Altkönig-Stift eG engagierte sich Edmund Knapp neun Jahre lang, war stellvertretender Vorsitzender und die letzten drei Jahre Vorsitzender des Gremiums.

„Er ist ein Mann mit außergewöhnlich großer Kompetenz, der angenehm bescheiden im Hintergrund wirkt, ein Mann mit ehrenwerten Charaktereigenschaften, der sich durch Beharrlichkeit auszeichnet, ein Mann mit Kontakten, dem man gerne Geld anvertraut, weil er das Richtige damit macht“, so lobte ihn der Wissenschafts- und Kunstminister, ehe er ihm das Bundesverdienstkreuz ans Revers seines Anzugs heftete.

Raimund Trenkler, Gründer, künstlerischer Leiter und Präsident der Kronberg Academy, war der Erste, der sich anschließend bei Edmund Knapp für sein unermüdliches Engagement in den vergangenen intensiven 25 Jahren, seine Umsicht, Ruhe und Geduld bei vielen wichtigen Entscheidungen bedankte. Durch sein starkes Bewusstsein für die Kronberger Kulturgeschichte sei vor allem er es gewesen, der letztlich, als die Angebote aus Nachbarstädten immer verlockender wurden, dafür gesorgt habe, dass die Kronberg Academy in der Burgstadt blieb und heute unverrückbar zu Kronberg gehört.

Er habe immer wieder Mut gemacht, unterstützt und den gewaltigen Zug mit angeschoben, die Weichen gestellt und ihn ins Rollen gebracht, hob Trenkler hervor. „Ohne ihn wäre die Kronberg Academy nicht das, was sie heute ist.“ Mit seinem diplomatischen Geschick, seinem Verständnis und Einfühlungsvermögen habe er die Kronberg Academy durch die Geburtswehen geführt, uneitel und immer werteorientiert, habe immer den richtigen Ton gefunden, Mut gemacht und durch langen Atem mitgeholfen, dass die Kronberg Academy die Erfolgsgeschichte wurde, die sie heute ist.

Trenkler war eigens zwei Tage früher als ursprünglich geplant aus der nordchinesischen Zehn-Millionen-Stadt Harbin nach Kronberg zurückgeflogen, wo er als Juror zu einem Musikwettbewerb eingeladen war. Er hatte auf die Abschlusskonzerte verzichtet, um an der Feierstunde für Edmund Knapp teilnehmen zu können.

Grüße des Rotary Clubs Kronberg überbrachte Dr. Rainer Stoll und attestierte ihm die preußischen Tugenden Ordnung, Fleiß, Bescheidenheit und Gottesfürchtigkeit, die dem preußischen König Friedrich Wilhelm I. Leitmotive bei seiner Thronbesteigung waren. Dazu kämen noch viele weitere Tugenden, meinte er, wie Aufrichtigkeit, Toleranz, Zuverlässigkeit, Gradlinigkeit, Pflichtbewusstsein, Gewissenhaftigkeit und Unbestechlichkeit, die er während seiner Präsidentschaft zum Wohl des Clubs bewiesen habe.

Für die Laudatio und die warmen, herzlichen Grußworte bedankte sich Edmund Knapp sichtlich bewegt und bekannte, er habe sich über die besondere und hohe Ehre der Auszeichnung sehr gefreut. Es sei nicht immer der eigene gute Wille und das eigene Verdienst gewesen, wenn ihm im Leben etwas geglückt sei, meinte er bescheiden. Es sei auch viel Glück, Fügung und Zufall gewesen. Und er zitierte Albert Schweitzer, der einmal gesagt habe, Zufall sei das Pseudonym, wenn der liebe Gott inkognito bleiben wolle.

Viele Menschen hätten mitgewirkt, damit Ziele erreicht und verwirklicht werden konnten und hätten ihm ihr Vertrauen geschenkt wie Raimund Trenkler und Gabriela Denicke von der Kronberg Academy und Thekla Thiede-Werner und Matthias Schuhenn vom Vorstand des Altkönig-Stifts. Die ehrenamtliche Arbeit sei nicht immer nur opferungsvolle Mühe gewesen, sondern es habe ihm auch sehr viel gegeben, unmittelbaren Einfluss zu nehmen, etwa auf das Wohlergehen der Bewohner des Altkönig-Stifts. „Wenn man eine Begabung mitbekommen hat, hat man auch die Pflicht, sie zu nutzen“, meinte er. Ein Ehrenamt sollte in diesem Sinne Pflicht und Ansporn sein. Die Feierstunde klang – wie sollte es bei einem Mitbegründer der Kronberg Academy auch anders sein – mit einem Musikstück aus. Die beiden jungen Solistinnen der Kronberg Academy Lara Boschkor, Violine, und Hayoung Choi, Violoncello, spielten virtuos und mitreißend Johan Halvorsens Passacaglia für Violine und Violoncello über ein Thema von Händel.

Der Hessische Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein heftete Edmund Knapp das Bundesverdienstkreuz am Bande ans Revers.

Fotos: Wittkopf

Zum Abschluss der Feierstunde erklang Musik. Lara Boschkor und Hayoung Choi spielten von Johan Halvorsen die Passacaglia für Violine und Violoncello über ein Thema von Händel.

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