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Academy feierte 25. Geburtstag mit überwältigendem Jubiläumskonzert

Mit dem Geiger Gidon Kremer, dem Bratschisten Yuri Bashmet und dem Cellisten István Várdai musizierten beim Jubiläumskonzert der Kronberg Academy im Wiesbadener Friedrich-von-Thiersch-Saal Künstler unterschiedlicher Generationen gemeinsam mit dem Chamber Orchestra of Europe, künftig Orchestra in Residence in Kronberg.

Foto: Lutz Sternstein/Kronberg Academy

Kronberg/Wiesbaden (pf) – Auf den Tag genau 25 Jahre nach dem ersten Cello Festival, das am 22. Oktober 1993 anlässlich des 20. Todestages von Pablo Casals unter der Schirmherrschaft seiner Witwe Marta Casals Istomin und des weltberühmten Cellisten Mstislav Rostropovich in Kronberg stattfand, feierte die Kronberg Academy mit einem Konzert im Wiesbadener Friedrich-von-Thiersch-Saal ihr 25-jähriges Jubiläum. Wieder war Marta Casals Istomin, die eigens aus Washington D.C. angereist war und von Anfang an Mitglied im künstlerischen Beirat der Kronberg Academy ist, Schirmherrin des Konzerts, gemeinsam mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier.

Es war ein ganz besonderes Konzert, denn gemeinsam mit den Solisten musizierte das Chamber Orchestra of Europe. Noch hat es seine Geschäftsstelle in London. Sobald aber in gut drei Jahren das Casals Forum am Bahnhof Kronberg fertig ist, wird dieses außergewöhnliche Orchester seinen Sitz nach Kronberg verlegen und Orchestra in Residence der Kronberg Academy werden. Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters, die zum Jubiläumskonzert aus Berlin angereist war, kommentierte dies in ihren warmen und herzlichen Begrüßungsworten mit der Bemerkung: „Das einzig Positive am Brexit!“

Sie hatte aber noch eine weitere positive Nachricht dabei: Die Bundesregierung wird sich mit 21,5 Millionen Euro an den Baukosten des Casals Forums beteiligen. Ursprünglich sollten es nur zehn Millionen aus Berlin sein. Nachdem das Bauvorhaben aber wegen der unvorhergesehen schwierigen Bodenverankerung des Kammermusiksaals von 36 auf 45 Millionen Euro teurer wurde, bewilligte der Bund 2016 zusätzliche zweieinhalb Millionen und jetzt weitere neun Millionen Euro.

Das Land Hessen steuert viereinhalb Millionen Euro bei. Denn es ist, wie der Hessische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Boris Rhein in seiner Ansprache betonte, stolz darauf, eine solche „europaweit einzigartige Kulturinstitution zur Ausbildung und Förderung junger, höchstbegabter Musikerinnen und Musiker der Instrumente Violine, Viola und Violoncello“ in Hessen zu haben. „Die Kronberg Academy bringt seit einem Vierteljahrhundert außergewöhnlich begabte junge Geiger, Bratschisten und Cellisten mit den großen Künstlern unserer Zeit zusammen. Die Studiengänge der Academy bilden herausragende junge Musikerinnen und Musiker zu Solisten aus – ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in Europa“, lobte Rhein.

Dieses Konzept wurde auch beim Jubiläumskonzert sichtbar. Denn neben den weltberühmten Künstlern, dem Geiger Gidon Kremer und dem Bratschisten Yuri Bashmet, die seit den Anfangsjahren der Kronberg Academy eng verbunden und Mitglieder im künstlerischen Beirat sind, und dem eine Generation jüngeren Geiger Christian Tetzlaff, der seit Jahren einer der gefragtesten Geiger und spannendsten Musiker der Klassikwelt ist und regelmäßig an der Kronberg Academy unterrichtet, waren auch zwei junge Musiker unter den Solisten, die an der Kronberg Academy ausgebildet wurden und heute weltweit anerkannt sind für ihre Virtuosität: die norwegische Geigerin Vilde Frang und der ungarische Cellist István Várdai.

Wie vor 25 Jahren begann das Jubiläumskonzert mit Johann Sebastian Bach. Christian Tetzlaff und Vilde Frang spielten wunderbar miteinander harmonierend mit dem Chamber Orchestra of Europe sein Konzert d-Moll für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo. Yuri Bashmet gestaltete einfühlsam Peter Tchaikovskys Nocturne op. 19 Nr. 4 und Gidon Kremer mit Elan die heiter-rhythmische Polonaise B-Dur für Violine und Orchester von Franz Schubert. Gemeinsam mit István Várdai waren die beiden „Seniors“ in Alfred Schnittkes Konzert zu Dritt für Violine, Viola, Violoncello und Kammerorchester zu erleben, das dieser 1994 für Gidon Kremer, Yuri Bashmet und Mstislav Rostropovich komponierte.

Zum Abschluss präsentierte sich das Chamber Orchestra of Europe mit Wolfgang Amadeus Mozarts berühmter „Jupiter Sinfonie“ dem Publikum von seiner besten Seite – ohne Dirigent, wie es dem auch in Kronberg gepflegten Geist des „Miteinander“ auf musikalisch höchstem Niveau entspricht. Diese letzte Sinfonie Mozarts, die Carl Maria von Weber als „die große, allgewaltige, ergreifende“ bezeichnete, gestaltete das Orchester mit seiner Konzertmeisterin Stephanie Gonley atemberaubend intensiv, in den Pianopartien in selten erlebter bestechender Durchsichtigkeit und in den fortissimo Passagen von überwältigender Klangfülle und -schönheit. Als Zugabe verabschiedeten sich die europäischen Ausnahmemusiker mit der Europa-Hymne, einer Bearbeitung aus Ludwig van Beethovens neunter Sinfonie auf Schillers „Ode an die Freude“.

Mit diesen Musikerinnen und Musikern als Orchestra in Residence (siehe auch weiteren Bericht in dieser Ausgabe), darin waren sich die Zuhörerinnen und Zuhörer nach Konzertende einig, mit den Solistinnen und Solisten, Dozentinnen und Dozenten und den hochtalentierten Studierenden der Kronberg Academy dürfen sich Kronbergs Musikfreunde nach Fertigstellung des Casals Forums auf unvergessliche Konzerterlebnisse freuen.

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