titel.png

Startseite > Kronberg > Aktuelles > Kronberg

1.300 Besucher tauchten ein in die faszinierende Genuss-Welt

Das Glas in der Hand streckte man nur gerne schon den Hals nach der nächsten Versuchung in flüssiger Form. Die breit aufgestellte Auswahl bot Wein, Champagner, Whisky, Gin, Bier, Absinth und vieles mehr. Fotos: S. Puck

Kronberg (pu) – Genuss wird in Kronberg im Taunus groß geschrieben! Diese lediglich auf den ersten Blick kühne Aussage wurde am letzten Sonntag durch eindrucksvolle Zahlen gestützt. Am Ende des Tages waren 1.300 Feinschmecker dem Ruf der organisierenden Taste-ination Lars Bender & Michael Radtke GbR gefolgt. Damit setzte die dritte Auflage der Kronberger Genuss-Messe nach dem Ausstellerrekord mit 47 nationalen und internationalen Teilnehmern auch in Sachen Besucherstrom neue Maßstäbe und das an einem Wochenende, das nicht wenige für einen Kurzurlaub außerhalb des Taunus nutzten und trotz starker Konkurrenzveranstaltungen in der näheren Umgebung.

„Es war eine schöne Messe mit einer sehr schönen Stimmung, wir sind voll und ganz zufrieden“, gab Volker Ketter (TDVK Kaffeesysteme) seine persönlichen Eindrücke der Veranstaltung wieder, nachdem die zum eintägigen Genuss-Zentrum umfunktionierte Stadthalle ihre Pforten geschlossen hatte. Nach acht Stunden, die der strahlende Wehrheimer Einzelhändler damit verbrachte, gemeinsam mit seiner Familie Rastsuchende im auf der Bühne betriebenen Café Lounge mit Kaffeespezialitäten und selbst gebackenem Kuchen zu verwöhnen, wagte er angesichts einer offenbar gut gefüllten Sammelbüchse für die Bärenherz-Stiftung für schwerstkranke Kinder die Prognose: „Ich glaube, so viel haben wir noch nie zusammenbekommen.“

Mit diesem positiven Feedback blieb er mitnichten allein. Standbetreiber, darunter etliche mit Erfahrung regelmäßiger Messe-Teilnahmen im gesamten Bundesgebiet sowie aus nah und fern angereiste Besucher stellten dem federführenden fünfköpfigen Ausrichterteam zum wiederholten Mal ein sehr gutes Zeugnis aus. Herausgehoben wurde vor allem die bisher vielfältigste Mischung der angebotenen Produkte, die gewissenhafte Organisation und die familiäre Atmosphäre, die Michael Radtke, Lars Bender, Andreas Berchem, Holger Friedrichs und dem städtischen Wirtschaftsförderer Andreas Bloching am Herzen liegt.

Grie Soß‘ und Apfelvariationen

Wie ein roter Faden zogen sich die unterschiedlichen Variationsmöglichkeiten von Grie Soß‘ und Äppelscher durch die jüngste Auflage der Gewerbeschau. Am Stand von Bembel-Gin eröffnete sich die Chance „den ersten Gin kennenzulernen, der wirklich nach Apfel schmeckt“. Die erstmals in der Burgstadt weilenden begeisterten Apfelwein- und Gin-Liebhaber Andy Sanders und Teilhaber Jorin Karner überraschten mit dieser stark nachgefragten Mischung erfrischender Apfel- und Zitrusnoten und den für Gin obligatorischen Wacholderbeeren, die durch Koriander, Lavendel, Limetten und weitere Botanicals abgerundet werden. Ebenfalls zum ersten Mal mit dabei Andrea Vogels Franken- Sider. Basierend auf der Leidenschaft für ursprüngliche Cidres aus der Bretagne und der Normandie reifte zunächst die Idee, etwas Vergleichbares in Franken herzustellen. Seit der 2008 erfolgten Firmengründung knüpfen die Jungunternehmer die Herstellung von Sider, Secco, Brannt is‘ und der Süßen 17 voller Überzeugung an strenge Kriterien. Zum einen findet der Anbau nach den Richtlinien von Naturland statt, zum anderen entstand zusätzlich ein naturnahes Refugium für Blütenpflanzen, Kräuter, Insekten, Vögel und Kleintiere vor dem Hintergrund, sowohl einen Beitrag zum Erhalt der Bioversität leisten zu wollen, als auch die Bestäubung der Apfelbüten durch Wildbienen zu sichern. Ein exzellentes Beispiel für die Prämisse aller Aussteller der Kronberger Genuss-Messe, sich von üblicher Massenproduktion abzusetzen. Hinter jedem einzelnen Erzeugnis steht die Intension der Schaffung eines Mehrwerts, der Genuss so einzigartig macht.

Überraschende Erkenntnisse

Das aus dem Hessen-Fernsehen bekannte „Aromakünstler-Team“ aus Obertshausen zählt mit seiner kleinen Manufaktur für handgemachtes Fudge (Weichkaramell mit englisch-amerikanischen Wurzeln) zu den Fudge-Pionieren in Deutschland. Rohstoffe aus nachhaltigem Anbau und fairen Handel, aus kleinen Manufakturen und von regionalen Erzeugern sind oberstes Gebot. Tatjana Niedermayer, die Ehefrau des Firmenchefs, schilderte schmunzelnd von ihrer geleisteten Überzeugungsarbeit, bis bei dem einen oder anderen die Neugier die Oberhand über die Vorbehalte gegenüber der neuen Kreation „Grie Se7ven Fudge mit weißer Schokolade, Cashewkernen, verfeinert mit den sieben Kräutern der Grünen Soße gewann. „Der kritische Blick beim Reinbeißen wich meist rasch einem ziemlich überraschten ‚hm, wie lecker‘“, freute sie sich. Für Herbst kündigte sie die Premiere einer Thymian-Orangen-Kombination an. Die Grie Soß‘ Kräuteroriginale Petersilie, Kerbel, Sauerampfer, Pimpinelle, Schnittlauch, Borretsch und Kresse trafen unter anderem in KORNMAYERs Manufaktur ebenso auf Senf wie bei der für ihre Kreativität bekannten Dr. Armgard Müller-Kicherer von „Zitronen Traum“.

Ein Jahr nach dem durch die erstmalige Präsenz bei der Genuss-Messe ins Rollen gekommenen Senkrechtstart des Start-up-Teams „Loch im Brett“ aus dem benachbarten Königstein, vertieften die Geschäftsgründer Johannes Pfaff und Kai Sommer ihre per Bambus-Brettchen geknüpften Kontakte ebenso wie Anna Reckmann, die vor rund zwölf Monaten den Schritt aus der Chemie in die Welt der Pâtisserie wagte und seitdem mit neuen und ungewöhnlichen Geschmacksvariationen besondere Akzente setzt.

Liebe zum Produkt

Altes Handwerk ist unübersehbar ebenfalls noch hoch im Kurs. Um „immer am Ball“ der Zeit zu sein, nahm das seit 1881 existierende Kronberger Unternehmen „Getränke Schleiffer“ im Dezember das bisher drei Sorten umfassende Kronberger Burgbräu neu ins Programm auf. Aus Liebe und Leidenschaft zum Produkt unter der Überschrift „Vom Feinsten das Beste“ veredelt die Lachsräucherei Rinner edelsten Fisch aus den Tiefen des Atlantischen Ozeans mit traditionellen Handwerkstechniken. „Im Gegensatz zu den meisten unserer Zunft machen wir uns die Inhaltsstoffe der Kräten zunutze“, gab Uwe Rinner eines der Erfolgsgeheimnisse preis. Der Erfahrung aus dem letzten Jahr Rechnung tragend hatte die Landfleischerei Opfer dieses Mal eine größere Menge ihrer „Ahle Worscht und mehr“ aus Nordhessen in den Taunus mitgebracht. Am Ende des Tages war dieser Stand dennoch wiederum ausverkauft, gleiches Bild bei „Alles Käs‘“ aus Bad Vilbel, bei Neu-Kronberger und Inhaber von „La Tarte Caree“ Dan Schweizer oder dem Flammkuchen-Bäcker Hans Zapfl. Der 13-jährige Max Gräff aus Wiesbaden, der weiterhin gemeinsam mit seiner jüngeren Schwester Anna und unterstützt von Mama Sabine unter dem Label „Max & Anna“ farbenfrohes Nützliches für den Alltag näht, um in Not geratenen Kindern ein wenig Freude ins Herz zu zaubern durch seine Spenden an Bärenherz, freut sich weiterhin über Stoffspenden oder reduzierte Stoffpreise. Weitere Informationen unter www.maxundanna.com „Von Kindern für Kinder gemacht“ und auf Facebook. Nicht zu vergessen die Musiker-Gruppe „Greenheart“ (Martin Westenberger, Angela Desch, Manfred Kohn), die mit Celtic-Folk für den passenden musikalischen Rahmen sorgte.

Probieren leicht gemacht

Die Mischung von Kronbergerisch bis International und das letztendlich doch noch trockene Wetter verführte geradezu zum mehrstündigen Flanieren, Pendeln zwischen Halle und Berliner Platz und damit verbundenem Wunsch, möglichst viel auszuprobieren. Die Gaumen wurden geschult bei Tastings von Wasser über Steak, Schokolade, Wein, Champagner bis Whisky, durch das Citynfo-Gewinnspiel war gewährleistet, dass die Besucher tatsächlich auch keinen der Aussteller übersehen konnten und die mittels Premium Partnerschaften gelungene Erweiterung durch Avalon Premium Cars Kronberg und deren neuen Jaguar E-Pace oder die von Auto Nauheim mitgebrachten Ford-Modelle und dem damit verknüpften Probefahr- und Kennenlerngenuss setzte dem Erlebtem das abrundende Sahnehäubchen auf.

Der für den verhinderten Schirmherren Landrat Ulrich Krebs eingesprungene Erste Kreisbeigeordnete Uwe Kraft lobte Charme und Bedeutung der Kronberger Genuss-Messe ebenso wie Bürgermeister Klaus Temmen. Der besondere Dank der Veranstalter ging am Abend an alle Aussteller, Helfer, den Medienpartnern Kronberger Bote, Druckhaus Taunus und Kronberger Kino Lichtspiele und den Besuchern – „sie alle zusammen machen diese Genuss-Messe so erfolgreich“, setzte Michael Radtke im Namen der Veranstalter den Schlusspunkt.

Weitere Artikelbilder:

X
Sichere Anmeldung

Diese Anmeldung ist mit SSL Verschlüsselung gesichert