Stadtmitte fest im Griff der Baustellen

Da nutzt auch der Fahrradschutzstreifen nichts – am Parkhotel geht es derzeit nicht weiter, da die Anschlüsse zur Wasser- und Energieversorgung unter der Straßendecke erneuert werden müssen, es bleibt gerade noch genug Platz für die Fußgänger. Foto: Friedel

Königstein (hhf) – Eindrucksvoll schwebte am vergangenen Mittwoch ein riesiger Tresor über der vorderen Hauptstraße, ein Autokran bugsierte ihn vom Kapuzinerplatz aus in die Commerzbank. Die Autofahrer ließ das Geschehen weitgehend kalt, denn die Umfahrung des Parkplatzes Stadtmitte ist derzeit ohnehin gesperrt, um die Versorgungsanschlüsse vor dem ehemaligen Parkhotel zu verlegen.

Während einige Passanten fürchteten, die Stadtverwaltung habe nun drastischere Strafen für Parksünder ins Auge gefasst, waren andere der Meinung, man könne den Geldschrank mit etwas Schwung ruhig durch das Fenster ins Ordnungsamt befördern. Mit dessen Arbeit in Sachen Verkehrsregelung und Absperrungen zeigten sich einige der Betroffenen nicht recht zufrieden, unter anderem wurde moniert, dass die Ausfahrt am Parkplatz in beide Richtungen der Georg-Pingler-Straße freigegeben ist, obwohl jeder, der links herum fährt, dann wieder über den Parkplatz zurückgeleitet wird. Tatsächlich ist es für große Fahrzeuge auch schon zu spät, wenn ihre Fahrer erst am Zebrastreifen das Schild „keine Wendemöglichkeit“ sehen. Ob da vielleicht der Kran helfen soll?

Anwohnerin Christina Sander ärgerte sich besonders über den so neu entstandenen Kreisverkehr vor ihrem Wohnzimmerfenster und wandte sich direkt an die Mitarbeiter des Ordnungsamtes, mit wenig Erfolg: „Der Versuch, dem Ordnungsamt hinsichtlich der irreführenden wie auch unlogistisch vorgenommenen verkehrsleitenden Maßnahmen belehrend zur Seite zu stehen, wurde von diesem rigoros abgelehnt; obgleich dessen Mitarbeiter, bedingt durch den neuen Amtssitz in der Hauptstraße, in der Lage sein müssten, durch hautnahe Beobachtung des fehlgeleiteten Verkehrs unverzüglich eine korrigierende Verkehrsführung zu veranlassen.“

Nun ja, vielleicht ist der Blickwinkel aus den Augen des Gesetzes doch ein anderer als jener der Anwohner... In jedem Fall bleibt zu hoffen, dass die Bauarbeiten nun zügig vorangehen und der Parkplatz ab dem Wochenende wieder wie gewohnt umrundet werden kann – auch von den Bussen, die in der Adelheidstraße zeitweise wieder in zweiter Reihe halten und den Verkehr somit empfindlich behindern. Eine Beobachtung, die unbedingt in die Planungen zur Umgestaltung der Stadtmitte einfließen sollte!

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