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Der Zahndoktor und das liebe Bier

Königstein (hhf) – Das Leben ist ja für manche Kapriolen bekannt, mal mehr, mal weniger willkommen. Eine ganz urige Geschichte hat sich in diesen Tagen in Königstein ereignet, die vielleicht nur das erste Kapitel in einem größeren Zusammenhang darstellt.

Am bisherigen Ende steht Craftbeer-Brauer Dr. Hermann Kretschmer (Studium in Weihenstephan), der auf dem Bild zwischen diversen Sorten seiner Braukunst eine dampfmaschinengetriebene Mini-Brauerei präsentiert – Männerherzen dürften jetzt höher schlagen und eine klare Vorstellung vom perfekten Weihnachtsabend entwickeln. Er sitzt im Wohnzimmer von Dr. Gerd Springer, hier in Königstein, obwohl er im fränkischen Bruchsal wohnt und arbeitet – die Gegend gehört zwar absolut nicht zu Bayern dort wird aber am meisten Bier getrunken nach deutschlandweitem Vergleich.

Dr. Springer – vielleicht als früherer Bewohner des „Schweizer Hauses“ im Kurpark bekannt – ist Jurist und Wirtschaftler (Studium in Wien), spezialisiert auf „M&A“, was grob gesagt bedeutet, dass er Firmen mit Kapital oder anderen Firmen vernetzt, eine Spezialform der Unternehmensberatung. Etwas genauer hat er es wohl seinem Zahnarzt während einer Behandlung erklärt. Mit dem Ausspruch „Ich suche immer Firmen“, stieß er dann bei Dr. Christoph Schlachter auf offene Ohren, denn er ist mit Dr. Kretschmer verwandt, dessen Nachname übrigens so viel heißt wie „Gastwirt, der selber braut“. Nomen est Omen... Der fränkische Bierbrauer kennt nicht nur Königstein von Besuchen, sondern hatte seine erste Stelle bei Binding in Frankfurt angetreten, später zog er weg, machte sich selbstständig und widmete sich schon früh der Erzeugung besonders nachhaltiger, geschmacksintensiver Biere in relativ kleinen Mengen: „Wir füllen vielleicht 200 Flaschen Bier pro Stunde ab“, damit fehlt „Brusl Bräu“ (mundartlich für Bruchsal) locker eine Null im Vergleich zu großen Brauereien.

Mit seinen speziellen Biersorten – vom Sommer-Bock über Double-Stout bis zum „1848“ (Revolutionsbier), Red Ale oder Stark-Weizen nach Rezeptur von Wallenstein – trifft er heute den Trend zu „Craftbeer“ recht gut, daher denkt er über eine Expansion nach. Das bedeutet in seiner Nische natürlich nicht über Massenproduktion, sonder mehr kleine Kessel.

Nun sitzen also die Doktorsleute bei der Dampfmaschine zusammen (das Bier hat der Redakteur zwecks weiterer Recherche mitgenommen) und überlegen, wie sie das Rhein-Main-Gebiet geschmacklich bereichern können. Ob es vielleicht sogar eine Sorte „Königsteiner“ geben wird, steht noch lange nicht fest, aber man darf davon ausgehen, dass man von den Herren noch einiges hören wird. Und die KöWo bleibt natürlich am Ball, dafür sprechen die ersten Proben. Prosit!
Foto: Friedel

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