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Tanz ist eine Leidenschaft: 43. Landesentscheid Tanz im TGK

Cha Cha Cha mit Temperament und höchster Konzentration, dazu die Leidenschaft im Bein... mit dieser Mischung bewegen sich die Füße auf einen Punktgewinn zu. Foto: Diel

Königstein (die) – Die Straße von Königstein nach Falkenstein hätte eigentlich wegen Überfüllung gesperrt werden können, hatten doch die etwa 650 Tänzerinnen und Tänzer ein gemeinsames Ziel – das Taunusgymnasium, um am 43. „Landesentscheid Tanz“ teilzunehmen. Dieser Wettbewerb findet alljährlich als Hessenmeisterschaft der Schulen im Rahmen von „Jugend trainiert für Olympia“ statt.

Busweise rollten die Nachwuchstänzer Hessens an, teils schon in bunten Outfits, teils seriös in Tanzkleid bzw. schwarzer Hose. Die Stimmung war fröhlich, erwartungsvoll und spannungsgeladen, galt es doch, sich an diesem Tag von seiner besten (Tänzer-) Seite zu zeigen. So kamen Teilnehmerinnen und Teilnehmer von zwölf hessischen Schulen, unter anderem Kassel, Gießen, Maintal, Dreieich, Rödermark, Wiesbaden und natürlich von allen drei Gymnasien Königsteins.

Ausrichter ist das Kultusministerium

Der vom Hessischen Kultusministerium veranstaltete Wettbewerb wurde von dem Verbundverantwortlichen für die Schulsport-Region Mitte, Siegfried Böckling, in Zusammenarbeit mit dem Schulsportkoordinator Rainer Müller und dem Schulsportbeauftragten des Deutschen und Hessischen Tanzsportverbandes, Dr. Hans-Jürgen Burger, ausgerichtet. Dabei gab es neben Mannschaftswettbewerben in der Kombination Standard- und Lateinamerikanische Tänze auch Formationswettbewerbe – z.B. Jazz, Modern Dance, Jump Style, Hip Hop – jeweils in drei verschiedenen Altersklassen.

Das Taunusgymnasium war dieses Mal der Gastgeber – und somit hatte Schulleiter Jochen Henkel zur Begrüßung das Wort. Ganz besonders bedankte sich Henkel bei den Organisatoren, Dr. Burger, Rainer Müller und Siegfried Böckling, aber auch Ulrike Hemerka erntete viel Lob. Sie – unterstützt von ihrem Tutoren-Kurs und einem Schüler-Team der BNS – war dafür verantwortlich, dass der Landesentscheid am Taunusgymnasium so reibungslos ablaufen konnte. Ihre „Beharrlichkeit, Begeisterungsfähigkeit und ihr Durchhaltevermögen“, hob der Schulleiter begeistert hervor und die Leistungen Hemerkas waren sogleich einen tosenden Extra-Applaus wert.

Konzentration und Spaß

„Ich musste als Schüler auch tanzen“, verriet Henkel schmunzelnd und zollte Respekt vor dem tänzerischen Können der Schüler, „was ich allein beim Aufwärmen gesehen habe, war schon toll!“ Bereits in der Vorrunde konnte man die auf drei Feldern parallel tanzenden Schülerinnen und Schüler eindrucksvoll erleben. Ganz unterschiedliche Leistungsniveaus und Altersklassen waren zu beobachten, tanzten Kinder und Jugendliche der Jahrgänge 1999 bis etwa 2008.

Männlein tanzte mit Weiblein, aber auch viele Weiblein mit Weiblein, scheinen die Damen beim Tanz doch in der Überzahl zu sein. Musikalität, Fitness, Rhythmusgefühl und Gleichgewichtssinn waren gefragt, daneben auch „miteinander auskommen“, was für manche gerade beim Anfangen auf der Tanzfläche zuweilen nicht ganz so leicht war, stand doch das ein oder andere Paar ein Weilchen, bis der vermeintlich perfekte Augenblick zum gemeinsamen Anfangen gekommen war. Auch ein kleines Schwätzchen beim Tanzen bei manchen, meist „älteren“ Pärchen lockerte die angespannte Stimmung auf.

Spaß hatten sie alle, das konnte man den Gesichtern und den Bewegungen ansehen. Auch die Jury, die hatte die Leidenschaft im Bein, alles erfahrene Tänzer, die einen ganzen Urlaubstag „geopfert“ hatten, um die jungen Nachwuchstänzer genauestens unter die Lupe zu nehmen. Kaum ein Kampfrichter, der oder die nicht zur Musik wippend beim Cha Cha Cha, Quickstep oder Jive am Rand stand und am liebsten die Fronten gewechselt hätte.

BNS räumt ab

Das Ergebnis des Wettbewerbs war für die Bischof-Neumann-Schule am Ende des Tages sehr erfreulich, stellte sie von den insgesamt 400 Standard- und 250 Formationstänzerinnen und -tänzern den Löwenanteil einer einzigen Schule von sage und schreibe 124 Teilnehmenden. Aber wen wundert es, trägt doch die Schule das Prädikat „Tanzsportbetonte Schule“ des Deutschen Tanzsportverbandes und werden die Schülerinnen und Schüler seit vielen Jahren von dem erfolgreichen Tänzer Dr. Hans-Jürgen Burger trainiert. Seit der ersten Tanz-WM 1993 war er mit seiner Frau Ulrike siebenmal in Folge Weltmeister. Und so konnten die wohltrainierten „BNS-ler“ gleich vier Medaillen mit nach Hause nehmen.

Aber auch das Taunusgymnasium konnte sich tänzerisch mehr als sehen lassen, fungierte Ulrike Hemerka nicht nur als Organisatorin, sondern leitete zudem die Formationsgruppe der Schule, die einen Tanz im Modern Style in einer freien Formation mit Bodenteilen darbot. Das Team besteht aus elf Mädchen, die die fünfte bis siebte Klasse des Taunusgymnasiums besuchen. Und weil zwei der jungen Damen etwas älter als die anderen sind, musste das Team insgesamt in einer höheren Wettkampfklasse starten, was natürlich zu einer strengeren Bewertung führte.

Egal, die Damen holten einen souveränen siebten Platz und waren stolz, dass alles gut geklappt hatte. „Die wollten sofort für das nächste Jahr weitertrainieren“, so Hemerka anschließend. Es sei toll, mit welcher Disziplin die Schülerinnen ihre Freizeit für dieses Projekt investiert haben. „Für uns steht die Freude am Tanz im Vordergrund“, so die stolze Teamleiterin.

Ulrike Hemerka organisiert perfekt

Den Tänzerinnen und Tänzern zuzuschauen, die Musik und die tolle Stimmung zu erleben, das hat diesen Tag für das zahlreich erschienene Publikum sicher zu etwas Besonderem gemacht. Selbst wenn man zwischenzeitlich dem Duft der frisch gebackenen Waffeln aus dem Foyer kaum widerstehen konnte und die Halle kurz mal verlassen musste. Dort stand man Schlange an dem herrlichen Büfett, das Frau Neusser von der BNS gemeinsam mit dem Taunusgymnasium organisiert hatte. Die Beiträge für das Catering hatten fleißige Eltern gespendet.

Der Erlös geht komplett zu jeweils der Hälfte an die Projektregionen Amguri (Taunusgymnasium) und Kiserian (BNS). Auf die Frage am nächsten Tag, ob alles zufriedenstellend gelaufen sei, berichtet Ulrike Hemerka stolz, alles hätte prima geklappt. Und das Wichtigste: Keine Verletzungen. „Doch eine“, so Hemerka, „witzigerweise eine Schnittwunde – beim Catering!“

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