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Püttmann: Abschied aus Königstein Kritik an Umgang mit Unternehmen

Königstein (kw/el) – Die Firma Püttmann, die in der dritten Generation von Diplom-Ingenieur Bernhard Püttmann als Ingenieurbüro geführt wird, verabschiedet sich nach 20 Jahren mit ihren 30 Mitarbeitern aus Königstein und siedelt sich nun in Oberursel an. Bedauerlich, würde man auf den ersten Blick meinen, umso bedauerlicher, da Königstein auf größere Gewerbesteuerzahler wie diesen, der elektrotechnische Produkte für die Industrie vertreibt und namhafte Firmen in Deutschland und Europa zu seinen Kunden zählt, nicht unbedingt verzichten kann und will.

Inhaber Bernhard Püttmann ist diese Entscheidung nicht leicht gefallen, was sich aus seiner Aussage schließen lässt, dass die Firma ihren Abschied mit großem Bedauern verkündet habe.  

Die Gründe für einen Firmenumzug liegen natürlich erstmal auf der Hand, wenn man davon ausgeht, dass ein Unternehmen wie die Püttmann KG stark wächst und daher den damit zusammenhängenden, neuen Raumbedaf abdecken muss. Man habe deshalb auch Ausschau nach neuen Räumlichkeiten in Königstein und Umgebung gehalten, sagt Bernhard Püttmann, der ganz offen Kritik übt an der Einstellung der Stadt Königstein in Bezug auf die Ansiedlung neuen Gewerbes. Er moniert, dass während man in Oberursel gleich Feuer und Flamme gewesen sei, als man vom Vorhaben seiner Firma erfahren habe, das Interesse in Königstein, sein Unternehmen zu halten, eher „unterkühlt“ gewesen sei. In Oberursel habe man gleich Kontaktdaten erhalten, sei vom Bürgermeister empfangen worden und von Seiten des Magistrats seien ihm Objekte empfohlen worden, Netzwerke wurden aktiviert.

Bei Bürgermeister Helm in Königstein habe man das gegenteilige Gefühl gehabt. Schon bei der ersten Wahl von Leonhard Helm habe Bernhard Püttmann ihn noch am Wahlabend selbst darauf angesprochen, ob er sich jetzt mehr für die Königsteiner Gewerbetreibenden interessieren werde. Helm habe ihm die Auskunft gegeben, „er müsse sehen, er habe ja jetzt so viele Angestellte, wer weiß, wann er dazu komme.“

Zwölf Jahre später warte man immer noch auf den ersten Besuch des Bürgermeisters, so der Königsteiner Unternehmer, und das, obwohl man zu den größeren Gewerbesteuerzahlern der Stadt gehöre. Der Königsteiner Bürgermeister habe sich in der gesamten Amtszeit nie blicken lassen, sagt Püttmann. Erst über Dritte, über die Suche nach einem neuen Standort indirekt aktiviert, sei vor geraumer Zeit ein Telefonat erfolgt, das aber nie zu einem Ergebnis – geschweige denn zu irgendwelchen interessanten Objekten geführt habe.

Als alte Königsteiner nehme man nun mit weinenden Augen Abschied, so Bernhard Püttmann. Man wisse, dass einige Königsteiner Mitarbeiter nun einen weiteren Weg zur Arbeit haben werden, aber nach vielen Jahren der Suche habe man sich für neue, größere Räume und damit für den Abschied von Königstein entscheiden müssen.

Befragt hierzu, bezieht Bürgermeister Leonhard Helm ebenfalls Stellung und zieht vorab schon eine Parallele zwischen dem Zeitpunkt und der Form der von Püttmann geäußerten Kritik, die laut Helm schon tief blicken lasse, denn laut dem Königsteiner Rathauschef liege die Vermutung nahe, dass es Herrn Püttmann um eine Beeinflussung der bevostehenden Bürgermeisterwahl gehe, zumal er über seine frühere Ehefrau Anita Püttmann – eine der über Jahrzehnte führenden Damen der ALK – politisch gut verankert sei.

Richtig sei jedoch laut Leonhard Helm in Zusammenhang mit der von Püttmann geäußerten Kritik, dass er Herrn Püttmann selbstständig angerufen habe, als er vor etwa zwei Jahren zufällig erfahren habe, dass sich das Unternehmen mit der Absicht trage, Königstein zu verlassen. Natürlich könne weder er noch irgendjemand im Rathaus von selbst ahnen, dass ein Unternehmen Platzprobleme bekomme. Herr Püttmann habe ihm damals erklärt, so Helm weiter, dass das zwar noch nicht konkret sei, dass er aber tätsächlich darüber nachdenke. Helm: „Er fragte mich, ob ich ein alternatives Grundstück oder Gebäude für ihn wisse. Wir sind damals einige freie Grundstücke, meist nicht in städtischem Besitz, telefonisch durchgegangen. Diese kamen für ihn jedoch jeweils aus unterschiedlichen Gründen nicht in Frage. Wegen ein oder zwei Grundstücken war er jedoch in Verhandlungen. Ich erwähnte noch die Planungen für Gewerbeflächen am Mammolshainer Weg und am Hardtberg.“ Man sei so verblieben, dass er sich melden würde, sobald diese Flächen zur Verfügung stünden oder dass Püttmann von sich hören lasse, sobald seine Absicht wegzuziehen sich konkretisiere. Alles in allem sei es ein freundliches Gespräch gewesen, entsinnt sich der Königsteiner Bürgermeister.

Leider seien beide Flächen noch immer nicht bebaubar, da die Bebauungspläne, die ja politisch lange Zeit heftig umstritten gewesen seien, noch nicht in Wirkung seien und sogar deren Satzungsbeschlüsse erst noch erfolgen müsse, so Helm. Der zwischenzeitliche Versuch, das Römergelände am Forellenweg in der Versteigerung zu ergattern, sei leider ebenfalls gescheitert. Und das freie städtische Grundstück am Kaltenborn habe laut Helm nicht zur Verfügung gestanden, da dort eine Asylbewerberunterkunft geplant werden musste. Insofern habe er Herrn Püttmann keine konkreten Angebote machen können.

Im Übrigen habe ihn Herr Püttmann nie zum Besuch seines Unternehmens eingeladen oder auch nur ansatzweise zu erkennen gegeben, dass er sich über einen Besuch freuen würde. Bei anderen Unternehmen werde der Bürgermeister immer wieder einmal zu Firmenfeiern, Jubiläen, Produktvorstellungen oder auch nur zum Meinungsaustausch eingeladen. Auch zum Königsteiner Wirtschaftsförderungsdezernenten, Stadtrat Dr. Gerhard Adler, habe Herr Püttmann seines Wissens nach keinen Kontakt aufgenommen, sagt Helm.

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