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„Helfende Hände“ der Caritas – Wo der Mensch im Mittelpunkt steht

Edeltraud Lintelow (links) und Annette Ochs (rechts)
Foto: Scholl

Königstein (gs) – Eingebettet in die Feierlichkeiten zum 40-jährigen Geburtstag der Zentralstation für ambulante Pflege stellte die Caritas ihr Hilfeleistungskonzept im Rahmen einer Infoveranstaltung vor. Edeltraud Lintelow (Leiterin der Caritas – Pflege und Betreuung Hochtaunus) und Annette Otto (Leiterin Mobiler Sozialer Dienst Königstein) sprachen in unglaublich herzlicher Art über die sensiblen Themen Pflege, Beratung, Hilfe und Demenz. „Ich referiere diese Infoveranstaltung des Öfteren“, so Lintelow, „jedoch gibt es jedes Mal etwas Neues zu berichten, denn die Gesetzeslage ändert sich ständig – glücklicherweise zum Wohle unserer Patienten.“

Wissen vermitteln

Mit diesem Satz sprach sie ein Problem an, vor dem viele stehen, die in ihrer Familie mit der Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen konfrontiert werden und gar nicht wissen, welche Hilfen ihnen zur Verfügung stehen. Ein wichtiger erster Anlaufpunkt wäre hier die von der Caritas angebotene Pflegeberatung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Betroffenen über ihre Rechte und die finanziellen Möglichkeiten der Pflegeversicherung zu beraten. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Betroffenen kennenzulernen und mit ihnen gemeinsam ein sinnvolles und umfassendes Pflegekonzept zu „erarbeiten“. Der Pflegedienst übernimmt daraufhin, auf Wunsch, die pflegerische Betreuung des Patienten. Mit einer Fachkraftquote von mehr als 70 Prozent verfügt die Caritas über eine außerordentlich große Pflegekompetenz, die den betreuten Patienten zu Gute kommt. Das Leistungsangebot deckt sowohl die bedarfsgerechte Körperpflege wie etwa Hilfe beim Duschen oder Waschen, als auch die medizinische Bedarfspflege (beispielsweise Medikamentengabe, Wundversorgung) ab.

Gast und Begleitung

Im Vordergrund stehe, so Lintelow, bei allem der Patient. Die Mitarbeiter der Caritas verstehen sich selbst als Gast im Hause des Patienten, dessen Wünsche, so weit dies möglich ist, respektiert und umgesetzt werden. Darüber hinaus besteht der Ansatz, dass die Betroffenen soviel wie möglich selbstständig erledigen sollen, auch wenn es dann schon mal „Klagen“ gibt, dass die Pflegekraft ja „nur“ danebenstehe, während man alles selbst machen müsse. Edeltraud Lintelow schmückte diese kleine Anekdote mit einem charmanten Lächeln, denn genau dies sei es, was der Caritas Pflegedienst erreichen möchte – den Patienten zu begleiten und ihm ein größtmögliches Maß an Eigenständigkeit zu erhalten. „Die Bedürfnisse des Patienten erfragen und wo Hilfe benötigt wird, unterstützen – mit dem Anspruch, dem Patienten die Zeit zu geben, die er braucht. Das Ziel sollte immer sein, dem Patienten sein zuhause zu erhalten und einen stationären Aufenthalt zu vermeiden“.

Erhaltung Lebensqualität

Beide Referentinnen berichteten von ihren Erfolgen, dass sowohl Betroffene, als auch Angehörige trotz Einschränkungen, Alter oder Krankheit in der Regel zufrieden seien, weil ihnen eine hohe Lebensqualität erhalten werden könne. Um die Erhaltung von Lebensqualität ging es dann auch in dem Vortrag von Annette Otto, die den mobilen sozialen Dienst in Königstein leitet. Das Team besteht aus circa 25 meist ehrenamtlichen Helfern, die älteren Mitbürgern oder Menschen mit Behinderung im Alltag helfend zur Seite stehen. Oft ist es Annette Otto, deren Dienst zunächst um Hilfe im Alltag gebeten wird und deren Expertise über die Alltagsabläufe der Patienten dann dazu führt, dass der Pflegedienst aktiv wird. Manchmal funktioniert es aber auch genau anders herum, weshalb man grundsätzlich Hand in Hand arbeite, so Lintelow und Otto. Das Team unterstützt Hilfsbedürftige auf vielfältige Weise. Ob Begleitung zu einem Arztbesuch oder dem Frisör, gemeinsames Einkaufen mit dem Patienten, die Ermöglichung der Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen oder Unterstützung bei täglichen Mahlzeiten – die Mitarbeiter helfen, wo Hilfe gebraucht wird und machen dadurch vieles möglich, was vorher unmöglich schien. Auch die angebotenen Besuchsdienste sind sehr beliebt und so mancher Mitbürger freut sich am Nachmittag auf eine nette Unterhaltung und eine gemütliche Tasse Tee mit einem ehrenamtlichen Helfer. Übrigens sind erfreulicherweise gerade die jungen Menschen, die als FSJler ihren Dienst bei der Caritas versehen, besonders gerne gesehen. Durch ihre offene, jugendliche Art bringen sie frischen Wind in das Leben der oft älteren Menschen, was diese offensichtlich sehr zu schätzen wissen und das Fehlen der Jugend auch schon mal monieren, falls jemand anderes kommt.

Ein dritter, wichtiger Schwerpunkt in der Arbeit der Caritas ist die Demenzbegleitung – ein Thema, das mehr und mehr Raum einnimmt. Diese Arbeit findet unter dem Dach des Projektes „Lichtblicke“ statt. Mit sechs Mitarbeitern liegt der Schwerpunkt auf der Beratung und der familiennahen Unterstützung in der Betreuung verwirrter Menschen. Darüber hinaus werden Angehörige durch qualifizierte Ehrenamtliche zu Hause aktiv entlastet. Um den Angehörigen, deren freie Zeit mehr und mehr durch die Demenzpflege ausgefüllt wird, eine Möglichkeit zum Austausch mit anderen Betroffenen zu ermöglichen, wurden Gesprächskreise für die pflegenden Angehörigen ins Leben gerufen. Hier können sie durchatmen, über dringende Themen sprechen oder einfach das gemütliche Beisammensein genießen. Die häusliche Begleitung dementiell erkrankter Personen ist nicht nur für die direkt Betroffenen wichtig, sondern in erster Linie auch ein Dienst für die Angehörigen. Sie können beruhigt das Haus verlassen, wenn sie den Pflegebedürftigen in guten, qualifizierten Händen wissen. Der Erkrankte hingegen erfährt durch die Betreuung eine besondere Aufmerksamkeit. Zuhören ist dabei eine der wichtigsten Tätigkeiten. Wichtig sei es herauszufinden, was dem Erkrankten guttut, worüber er sich freut oder was ihn belastet. Hier leisten die speziell geschulten Mitarbeiter eine wichtige Aufgabe, denn Angehörige sind oftmals seelisch und körperlich so sehr belastet, dass einfaches Zuhören nur noch schwer möglich ist. Die Mitarbeiter sind dabei bestrebt, alle Sinne der Erkrankten anzusprechen, sie zu fordern, aber auch zu fördern. Erinnerungen wecken zu können, die Lebensfreude wieder erwachen zu sehen oder ein glückliches Lächeln sind der Lohn des sehr anspruchsvollen Einsatzes der Mitarbeiter.

Zum Ende der sehr informativen und mit viel Herz vorgetragenen Infoveranstaltung appellierte Annette Otto an ihre Zuhörer, sich zu trauen, Hilfe anzunehmen und offen zu sein für Veränderungen. Die Wichtigkeit einer frühzeitigen Beratung für Betroffene, wie auch Angehörige, sei nicht zu unterschätzen. Mit der richtigen, kompetenten und fachkundigen Beratung und Hilfe kann vielen Missverständnissen und Unwägbarkeiten vorgebeugt werden. Sorgen können zerstreut und somit die Möglichkeit gegeben werden, die nun verbleibende Zeit harmonisch und einem veränderten Augenmerk auf die wesentlichen Dinge des Lebens gemeinsam zu genießen. Wer dem engagierten Vortrag von Edeltraud Lintelow und Annette Otto aufmerksam zugehört hatte, der hegte an diesem Anspruch keinen Zweifel, denn die herzliche, kompetente und auch liebenswerte Art, mit der die beiden Damen dieses komplexe Thema regelrecht herzerfrischend zu vermitteln wussten, hat ganz sicher viel Vertrauen geschaffen und dazu beigetragen, dass Betroffene den Mut fassen, die angebotenen Hilfen auch in Anspruch zu nehmen.

veränderten Augenmerk auf die wesentlichen Dinge des Lebens gemeinsam zu genießen. Wer dem engagierten Vortrag von Edeltraud Lintelow und Annette Otto aufmerksam zugehört hatte, der hegte an diesem Anspruch keinen Zweifel, denn die herzliche, kompetente und auch liebenswerte Art, mit der die beiden Damen dieses komplexe Thema regelrecht herzerfrischend zu vermitteln wussten, hat ganz sicher viel Vertrauen geschaffen und dazu beigetragen, dass Betroffene den Mut fassen, die angebotenen Hilfen auch in Anspruch zu nehmen.

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