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„Gehen Sie mit mir diesen Weg, die Stadt für die Zukunft zu gestalten!“

Flankiert von Stadtverordnetenvorsteher Alexander Freiherr von Bethmann (FDP, links) und Erstem Stadtrat Walter Krimmel (CDU) legte Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) seinen dritten Amtseid ab: „Ich schwöre, dass ich das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und die Verfassung des Landes Hessen sowie alle in Hessen geltenden Gesetze wahren und meine Pflichten gewissenhaft und unparteiisch erfüllen werde. So wahr mir Gott helfe!“ Foto: Puck

Auch das ein gutes Zeichen für die Zukunft und das Wohl der Bürger: Die Belegschaft der Stadtverwaltung war zur feierlichen Amtseinführung gekommen und unterstrich, gerne unter ihrem alten wie neuen Chef freudig weiterarbeiten zu wollen.

Foto: Puck

Königstein
(pu) – Nur einen Tag nach der 20. Sitzung der Stadtverordetenversammlung (siehe auch weitere Berichte in dieser Ausgabe) lud Stadtverordnetenvorsteher Alexander Freiherr von Bethmann (FDP) an gleicher Stelle zur 21. Sitzung, die mit nur einem Tagesordnungspunkt einzig dem Zweck diente, den im Februar als Gewinner aus der Stichwahl hervorgegangenen Amtsinhaber Leonhard Helm (CDU) offiziell in seine dritte sechsjährige Amtszeit einzuführen, die exakt am 1. Juni startet. Der 53-jährige Rathauschef hatte final mit 52,4 Prozent der abgegebenen Stimmen gegenüber der ALK-Fraktionsvorsitzenden Nadja Majchrzak, die 47,6 Prozent erhielt, knapp die Oberhand behalten.

Zurück zu alten Wegen

Vier Monate nach Ende des teils mit harten Bandagen geführten Wahlkampfs nutzte Helm im Festsaal des Hauses der Begegnung vor etwa 250 Gästen aus Politik, Gesellschaft und Bürgerschaft die Gelegenheit für klare Worte und untermauerte seine schon jüngst formulierte Beobachtung, die politische Kultur habe „arg gelitten“. Im Gegensatz zum liberalen Ersten Bürger der Stadt, Alexander Freiherr von Bethmann, der von einem seinem Eindruck nach „insgesamt fairen und sachlich geführten Wahlkampf“ sprach, ging der Christdemokrat einen Schritt weiter, kratzte an der seiner Meinung nach zu oberflächlichen Betrachtung und lenkte den Blick hinter die Kulissen, wo Boshaftigkeit, Aggressivität, Herabwürdigungen sowohl gegenüber seiner Person als auch gegenüber den Mitbewerbern an der Tagesordnung gewesen seien. Der Rathauschef appellierte, „zurück zu alten Wegen zu finden“, Kontroversen wieder offen und fair auszufechten und ein gutes menschliches Miteinander zu pflegen. „Wir müssen wieder gemeinsam sachlich kämpfen und gemeinsam Dinge anpacken“, nahm Helm in seiner Antrittsrede die politischen Vertreter sämtlicher Coleur in die Pflicht.

Seiner festen Überzeugung nach könne es nur so gelingen, sowohl die Bürger, denen er nochmals für das erneut ausgesprochene Vertrauen dankte, „mehr mitzunehmen“, als auch die nächsten Generationen. „Das Miteinander der Generationen fördern ist meines Erachtens ein Schlüssel für die Gesellschaft!“ Ein „schöner Kindergarten“ sei mitnichten eine Gewähr dafür, dass junge Menschen später Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen. „Wir sollten ihnen vielmehr ein gutes Vorbild vorleben, ihnen helfen, ihre Stärken herausarbeiten und gemeinsam mit ihnen Zukunft gestalten!“

Hervorragende Phase

Nach zwölf größtenteils schwierigen Jahren mit Finanzsorgen und letztendlich gelungener Haushaltskonsolidierung durch Abbau von Altdefiziten und Kassenkrediten sieht der Bürgermeister die Stadt Königstein im Taunus in „einer hervorragenden Phase“. In diesem Zusammenhang erinnerte er an richtungsweisende getroffene Entscheidungen, wie etwa den Kauf des neben dem Kurbad liegenden Wiesengrundgeländes durch die städtische Grundstücks GmbH oder auch die Anschaffung einer neuen Beckenfolie für das Freibad. Nach Bau eines Burg-Treppenaufgangs, dem HdB-Großprojekt, realisierten Sportplätzen oder des sanierten Dorfgemeinschaftshauses in Mammolshain, um nur einige der umgesetzten Maßnahmen zu nennen, sei das Gebot der Stunde „Königstein weiter zu gestalten!“ Die Sanierung des Kurbads stünde ebenso ganz oben auf der Agenda wie die baldige Beratung und Umsetzung der Pläne zur Umgestaltung des Busbahnhofs in der Georg-Pingler-Straße oder der Neubau des Kernstadt-Kindergartens. „Wir müssen Geld in die Hand nehmen, das wird sicher der schönste, aber auch der teuerste Kindergarten, den die Stadt je hatte, andererseits stehen Kinder im Mittelpunkt unseres Lebens!“ Nicht minder gelte es, in Sachen Jugend „gemeinsam am Strang zu ziehen, um die Stadt voranzubringen“. „Meines Erachtens ist ein Jugendhaus nicht mehr zeitgemäß, wir benötigen eine Lösung für die Zukunft!“

Auf die Fahnen schreiben sollten sich alle dabei nach Auffassung des Bürgermeisters die Stärkung des bürgerlichen Selbstbewusstseins. „Während Gäste immer wieder ihrer Begeisterung von der Schönheit dieser Stadt Ausdruck verleihen, lässt diese Begeisterung in Großteilen unserer Bevölkerung zu wünschen übrig. Dieses Selbstverständnis, hier etwas Besonderes zu haben, müssen wir wieder in der Stadt verankern und auch die Wahrnehmung von Kleinigkeiten wieder wecken!“ Als jüngste Beispiele für kleine Symbole nannte Helm die wieder sprudelnde Fontäne im Kreisel, die eigentlich schon etwas früher in Betrieb gehen sollte, jedoch von einer kleinen Maus, die sich im Schaltkasten wohnlich eingerichtet hatte und für einen Kurzschluss sorgte, ausgebremst worden sei und das wieder zur Verfügung stehende Freiluft-Schachbrett im Kurpark. „All diese Dinge sollten wieder geschätzt werden, denn nicht nur Gebäude, sondern vor allem der Mensch sollte im Mittelpunkt stehen als Zentrum der Demokratie und Gesellschaft!“

Mit den beiden Vorsätzen „etwas weniger zu arbeiten, um auch mal wieder eine Nacht durchzuschlafen“ und sich trotz mit zunehmenden Alter nachlassendem Haarwachstum ein „dickeres Fell zuzulegen“ schwor Helm Politik und Bevölkerung für die kommenden sechs Jahre ein: „Gehen Sie mit mir diesen Weg, entdecken Sie wieder das Selbstbewusstsein für Schönes und haben keine Angst vor Veränderung und Investitionen im gemeinsamen Bestreben, die Stadt für die Zukunft zu gestalten!“

Prognosen, Laudationen und Geschenke

Die dritte Amtszeit des Königstener Rathauschefs wird nach Prognose sowohl des Kreistagsvorsitzenden Jürgen Banzer (CDU) als auch Helms Pendant der „Lieblings-Nachbarstadt“, Klaus Temmen (parteilos), die voraussichtlich Schwierigste. „Humor ist, wenn man dennoch lacht“ und daher würzte Kronbergs Rathauschef im Namen der Kolleginnen und Kollegen der BM KV des HSGB im HTK, als Bürgermeister Kronbergs und last but not least in seiner Funktion als stellvertretender HA Vorsitzender des HSGB, seine Laudatio mit einer großen Prise Humor und unterhielt den kompletten Saal in bester Manier.

Bevor er richtig loslegte, schlug Temmen zunächst ernsthafte Töne an und richtete die Aufmerksamkeit darauf, dass Bürgermeisterwahlen alles andere als ein Selbstläufer sind. Der sogenannte Amtsbonus werde nicht selten zum Amtsmalus. Während man bei der ersten Wahl noch unverbraucht und vor Ideen sprühend im Brustton der Überzeugung behaupten könne „Mit mir wird alles besser“, bei der zweiten Wahl Erfolge vorweisen könne und noch auf Verständnis hoffen, dass man nicht alles in sechs Jahren umsetzen konnte, seien bei der dritten Wahl Erfolge nichts mehr Besonderes, sondern würden erwartet und das Verständnis für nicht umgesetzte Maßnahmen und Projekte „geht gegen Null!“ Darüber hinaus habe man schon von Amts wegen, schon vielen auf die „Füße getreten“ und aus der anfänglichen Freude über die Anwesenheit des Bürgermeisters bei Veranstaltungen und Terminen werde schnell der Vorwurf der Omnipräsenz. Wenn man des Weiteren von zwölf Jahren Amtszeit über zehn Jahre in der Haushaltskonsolidierung steckend als Bürgermeister oft als „Spaßbremse“ agieren musste, sei dies mitnichten hilfreich zur Steigerung des Beliebtheitsgrades.

Maßeinheit ein Helm

„Wenn man trotz alledem, wie Du, lieber Leo, auch die dritte Wahl gewinnt, dann ist das ein Zeichen, dass Du sehr viel richtig gemacht haben musst“, konstatierte Temmen. Allein das Wissen, „dass die Menschen Dich und Deine Arbeit schätzen, sich auf Dich verlassen und Dir vertrauen, ist doch sehr viel wichtiger als nackte Prozentzahlen eines Wahlergebnisses und soll Dir Ansporn und Antrieb für die nächsten sechs Jahre sein!“

Und es komme noch viel besser, denn der vierten Wahl 2024 könne Helm ganz gelassen entgegensehen, die werde deshalb quasi zum Selbstläufer, weil „du bei den Wählern auf die Milde des Alters hoffen kannst, dann mittlerweile zum Inventar der Stadt gehörst und eine ganze Generation von Königsteiner Bürgerinnen und Bürger wird keinen anderen Bürgermeister mehr als Leo Helm kennen und von den Versorgungsansprüchen her bist Du dann ohnehin das Beste, was der Stadt Königstein passieren kann.“

Temmen zufolge freuen sich die Bürgermeisterkolleginnen und -kollegen im Hochtaunuskreis auf die weitere Zusammenarbeit mit dem geschätzten, kompetenten, sympathischen, hilfsbereiten, humorvollen und engagiert Kollegen, den sie trotz seiner manchmal ewas längeren Ausführungen nicht nur wegen seines profunden juristischen Wissen schätzen lernten, sondern der glatt eine Maßeinheit eingeführt habe: „Ein Helm ist gleich eine Viertelstunde Verspätung ….“

Als Geschenk der Kolleginnen und Kollegen der BM KV des HSGB im HTK brachte er dem leidenschaftlichen Cabrio-Fahrer, der bekannt dafür ist, bei Wind und Wetter offen zu fahren, einen Reiseföhn mit 12 Volt-Anschluss für das Auto mit. Die städtische Belegschaft hatte sich mit einer erweiterbaren Collage aller Kollegen ebenfalls etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Musikalisch umrahmt wurde der Abend unter Leitung von Natalia Alencova vom Mandolinen Club Falkenstein.

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