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Burgverein Königstein e.V. lüftet das Geheimnis um das neue Burgfräulein

Hier mit ganz großem Gefolge umgeben: Das amtierende Burgfräulein Helen I. und ihre Nachfolgerin Charlotte Pignataro. Foto: Krüger

Königstein (sk) – „Wer ist denn nun das neue Burgfräulein?“ Diese hinter vorgehaltener Hand getuschelte Frage vernahmen zahlreiche Gäste und Mitglieder des Burgvereins, die der Einladung zum Neujahrsempfang am vergangenen Sonntag in das Foyer des Hauses der Begegnung gefolgt sind. Ein Blick in das herrschaftliche Gästebuch verriet einen regen Besucheransturm, 94 Eintragungen hatte es dort gegeben. Mithin füllten also sicher mehr als 100 Gäste das Foyer.

Sie alle mussten sich gedulden und ihre Neugier zügeln, da der Enthüllung des gut gehüteten Geheimnisses die freundliche Begrüßungsrede und der Jahresrückblick der Vereinspräsidentin Birgit Becker vorausgingen. Außerdem durften sich die Gäste einem besonderen musikalischen Genuss hingeben. Die Falkensteiner Mandoliner unter Leitung von Natalie Alencova begleiteten den Neujahrsempfang und boten mit Vivaldis „Winter“, einer fröhlichen spanischen Tanzweise, Michael Jacksons Earth-Song und einem Gay Gordons Tanzstück ein heiteres und lockeres Programm. Birgit Becker begrüßte die anwesenden Vertreter aus der Politik, unter ihnen die Kreisbeigeordnete Susanne Eichhorn, die den später eingetroffenen Landrat Ulrich Krebs vertrat, und den Stadtverordnetenvorsteher Freiherr Alexander von Bethmann sowie Bürgermeister Leonhard Helm. Besonders herzliche Begrüßungsworte richtete sie an den Schirmherrn des Burgfestes, Alexander Fürst zu Stolberg-Roßla. Sie dankte allen Unterstützern und Sponsoren des Burgvereins, die die Vereinsarbeit sowohl tatkräftig als auch finanziell begleiten. Beispielhaft nannte sie das Rote Kreuz, die Polizei, die Freiwillige Feuerwehr und die Damen von der Nähstube, ohne deren Unterstützung die Organisation des Burgfestes gar nicht möglich wäre.

In ihrer Jahresrückschau lobte die Präsidentin unter anderem das unermüdliche und zeitintensive Engagement des amtierenden Burgfräuleins Helen I. und ihrer Vorgängerin Isabella I. mitsamt ihren Gefolgen. „Beide zeichnet eine ganz besondere Leidenschaft für Königstein und für ihr repräsentatives Amt aus“, betonte Birgit Becker. Mit Bedauern verkündete die Präsidentin, dass die von Emil und Ellen Hees vor Jahren ins Leben gerufene Burgfestbrot-Tradition nicht mehr fortgesetzt werde. Das vergangene 67. Burgfest beschrieb die Vereinspräsidentin als besonders fröhlich mit einer ausgeprägten französischen Note, da zahlreiche Gäste aus der Partnerstadt Le Cannet aus Anlass der 45-jährigen Städtebeziehung mitfeierten. Die finanzielle Herausforderung bei der Organisation des Burgfestes beschönigte Birgit Becker nicht. „Die geschätzten Burgfestkosten betragen etwa 95.000 Euro und stellen eine enorme Verantwortung für das Burgvereinspräsidium dar“, stellte sie unmissverständlich klar und begrüßte in diesem Zusamenheng die Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung, dem Verein im Falle eines Verlustes einen Zuschuss zu gewähren in Form einer Ausfallbürgschaft, die allerdings dank eines Zuschusses des Landes Hessen in Höhe von 3.000 Euro nicht in Anspruch genommen werden musste. Gleiches ist für das diesjährige Burgfest geplant.

Die Präsentation des Burgfräulein-Mobils bezeichnete Birgit Becker als außergewöhnlich werbewirksames Mittel, um das Burgfest auch über die Grenzen von Königstein hinweg zu repräsentieren.

Für das Jahr 2018 kündigte die Präsidentin zunächst die Jahreshauptversammlung des Vereins im März an. Das Burgfest-Buch wird Mitte Juni im Kurbad-Restaurant vorgestellt. Das 68. Burgfest werde allerdings erst am 10. August 2018 stattfinden, da ein früherer Termin mit der Fußballweltmeisterschaft kollidiert hätte, räumte die Präsidentin ein.

Die Kreisbeigeordnete Susanne Eichhorn fand in ihrer kurzen Ansprache lobende Worte für das Engagement des Burgvereins, der es hervorragend verstehe, die Tradition und Geschichte der Stadt Königstein mit dem „Heute“ auf äußerst harmonische Weise zu verbinden. Das Burgfest werde in der Region als einzigartige und herausragende Veranstaltung wahrgenommen und gelte als Aushängeschild für Königstein und den ganzen Landkreis. Es sei besonders anerkennenswert, dass sich viele junge Menschen in dem Verein ehrenamtlich engagierten und sich mit ihrer Stadt identifizierten, um sie nach außen zu repräsentieren. „Wer mit ehrenamtlichem Engagement aufwächst, der wird sich auch im Erwachsenenalter ehrenamtlich engagieren“, so das Statement der Kreisbeigeordneten.

Alexander Freiherr von Bethmann setzte sich in seinen Begrüßungsworten kritisch mit dem inzwischen deutlich negativ belasteten Begriff der Heimat auseinander. Von Rechtsextremen missbraucht, für mobile Jobnomaden entfremdet und als typisierend für die sogenannte Nesthocker-Generation deklariert, sei der Begriff „Heimat“ zur Diskussion über seine Abschaffung freigegeben, was laut Freiherr v. Bethmann eine fehlerhafte Schlussfolgerung sei. Er favorisiere vielmehr einen modernen Heimatbegriff, der ein positives Heimatgefühl ausdrücke und sich durch die Verbundenheit mit Tradition, Brauchtum und Denkmalpflege auszeichne. Wichtig sei ein Umfeld, in dem sich Wurzeln für ein solches positives Heimatgefühl bilden könnten. Der Burgverein biete dafür hervorragende Anknüpfungspunkte in Form des Burgfests mit seinem Festumzug, dem Burgfräulein und den hohen Burgfrauen, die auf Dauer mit der Stadt verbunden seien. Die Abschaffung des Heimatbegriffs sei definitiv nicht der richtige Weg, um traditionelle Bräuche und Rituale aufrechtzuerhalten.

Endlich war es soweit. Birgit Becker enthüllte das Geheimnis um das neue Burgfräulein. Man kenne sie schon als Hofdame von Helen I., deshalb sei die Entscheidung für die 21-jährige Studentin der Kunstgeschichte und Pädagogik - Charlotte Pignataro - leicht gefallen. Denn immerhin gehe sie seit der Inthronisierung von Helen I. in die Lehre. Die zukünftigen Hofdamen werden die 22-jährige Anna Brähler und die 24-jährige Lena Hoffmann sein. Anna macht zurzeit eine vollschulische Ausbildung zur Maßschneiderin für Damen und zeigt sich fasziniert von den Kleidern und Gewändern in der Nähstube des Vereins. Lena studiert ebenfalls Kunstgeschichte in Frankfurt mit dem Nebenfach Geografie. Sie verstehe sich als Spurensucherin in der Vergangenheit und passe daher ausgezeichnet in das Gefolge des Burgfräuleins, erklärte Birgit Becker. Und Junker wird der 20-jährige Moritz Deibel, der zurzeit Mathematik und Geschichte auf Lehramt für Haupt- und Realschule studiert. Als hessischer Jahrgangsmeister in 100m Brustschwimmen habe er bewiesen, dass er für seine Aufgaben als Junker bestens geeignet sei, so die Vereinspräsidentin. Komplettiert wird das Gefolge von der kleinen Hofdame Laetitia Pignataro, die 13-jährige Schwester von Charlotte, die die 7. Klasse in der St. Angela-Schule besucht.

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