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Oliver Molliére notierte für die Kelkheimer Zeitung das Wetter im Dezember 2018 und im Jahr 2018 überhaupt

Alle redeten vor dem Jahreswechsel auch vom Wetter im Jahre 2018. Wir machen das mit, mit Hilfe von Oliver Molliére.

Der Dezember 2018 startete bei uns mit südwestlich geprägten Luftmassen und war daher in der ersten Dekade äußerst mild und nass, mit Temperaturen bis zu 11,8 °C (am 3.12.) und auch mit längst überfälligen ergiebigen Regenfällen. Nur ganz langsam änderten sich die Strömungsverhältnisse, und es dauerte bis zum 13. des Monats, bis der erste Luftfrost einsetzte.

Drei Tage später, pünktlich zum 3. Advent, kam auch der erste und einzige Schnee hinzu, was zu zwei Schneedeckentagen mit je zwei Zentimetern Schnee führte. Vom 14.–16. des Monats herrschte in Fischbach sogar Dauerfrost, wenn auch nur ganz leichter. Wie so oft, setzte sich aber kurz vor Heiligabend wieder sehr milde Luft durch, mit Temperaturen erneut über 10 °C. Im Laufe des Weihnachtsfestes wurde es aber wieder deutlich kälter, so dass am 2. Weihnachtsfeiertag und den folgenden zwei Tagen in Fischbach durch inversionsbedingtem Dauernebel erneut Dauerfrost angesagt war (Tiefstwert -4,4 °C am 26.).

Da mag es in den „Bergdörfern“ Eppenhain und Ruppertshain deutlich milder und freundlicher gewesen sein. Übrigens, wer sich am 2. Weihnachtsfeiertag im Raum Frankfurt-Höchst/Nied aufhielt, konnte sogar eine leichte Schneedecke bewundern, auch wenn es sich hierbei nur um Industrieschnee der Chemiewerke handelte.

Letztendlich war der Dezember mit +3,7 °C trotz seiner sechs Eis- und elf Frosttage um +2,7 °C zu mild im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert. Die Milde am Anfang des Monats und kurz vor Weihnachten war extrem ausgeprägt.

Der „Fluch der Niederschlagsarmut“ wurde endlich durchbrochen. Mit 80 Liter auf den Quadratemeter (+11 Prozent zum Mittel) war es der erste Monat seit Januar, der zu nass ausfiel. Die Sonne machte sich diesmal sehr rar und schien nur etwas länger als 20 Stunden, damit nur etwas mehr als halb so viel, wie es im Dezember zu erwarten wäre.

Jahresrückblick:

Das Jahr 2018 begann hier mit 10,1 °C und endete – wohlgemerkt – mit 7,1 °C. Plus. Diese beiden Temperaturwerte sind für einen Jahreswechsel in unseren Breiten natürlich viel zu hoch und symptomatisch für das ganze Jahr.

Das Jahr sprengte alle Rekorde. Die durchschnittlich 11,4 °C bedeuten eine positive Abweichung von unglaublichen +2,6 °C zum Mittel. Der bisherige Rekord von 2014 mit 10,9 °C wurde also um +0,5 °C überboten.

Das ist eine extreme Steigerung. Aber auch kein Wunder, wenn man sich die einzelnen Monate anschaut. Bis auf Februar und März waren alle Monate zu warm, sechs davon mit einer Abweichung von mehr als 3 °C zum Mittel, vier mit mehr als 4 °C, der April sogar mit mehr als 5 °C. Das ist unfassbar viel.

Grund waren sehr dominante und teils stationäre Hochdruckgebiete, die vor allem vom Frühjahr bis Spätherbst unser Wettergeschehen prägten. Das führte zudem dazu, dass es zu extremer Trockenheit kam und hier weniger als 500 l/m an Niederschlag fiel (491 l/m²), was rund 230 Liter zu wenig ist. Alle Monate von Februar bis November fielen teils deutlich zu trocken aus.

Wie es bei den vielen Hochdrucklagen zu erwarten war, gab es einen deutlichen Sonnenscheinüberschuss, denn knapp 2100 Stunden an Sonne sind etwa ein Drittel mehr als normal. Die Höchsttemperatur des Jahres betrug 34,9 °C (31.7.), die Tiefsttemperatur -10,6 °C (28.2.).

Es gab insgesamt fast unglaubliche 76 Sommertage (2017 nur die Hälfte davon).

Interessant ist allerdings, dass trotz der „Rekordwärme“ hier in Fischbach mit 16 Dauerfrosttagen der höchste Wert seit 2013 (24) erreicht wurde.

Allerdings sind 58 Frosttage und 16 Schneedeckentage unterdurchschnittliche Werte.

Soviel Sonnenschein und Wärme wird Viele gefreut, einige aber auch nachdenklich gemacht haben. Wird das jetzt immer so sein? Ich persönlich glaube es nicht, aber wir müssen abwarten, ob es in den nächsten Jahren zu ähnlichen außergewöhnlichen Konstellationen kommt, die so etwas ermöglichen, schließt Oliver Molliére seinen Bericht.

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