Stimmungsvolle Waldweihnacht in Glashütten

Glashütten (bm) – Zum dritten Mal veranstaltete die Nachbargemeinschaft in der Glashüttener Waldstraße in diesem Jahr den kleinen, aber feinen Weihnachtsmarkt, der als „Waldweihnacht“ inzwischen in vielen Kalendern fest eingetragen ist.

Nachdem sich der Weihnachtsmarkt vor dem Bürgerhaus nicht durchsetzen konnte, kam Carina Kootz auf die Idee, die Waldkulisse des Glaskopfs zu nutzen. Mit Tatkraft und Herzblut aktivierte sie Familie, Freunde und Nachbarn – mit einem großartigen Ergebnis, denn in diesem Jahr wurde die Waldweihnacht wieder ein bisschen schöner und größer. Fünf Wochen lang zimmerten Alexander Majunke und Heinz Sauer mit ihrem engagierten Team Hütten, die professioneller nicht aussehen könnten. Unterstützt wurden sie von einer befreundeten Schreinerei, die das fertig zugesägte Holz lieferte. Und in diesen Hütten und an den Ständen wurde dann auch alles feilgeboten, was frierende Besucher in beste Adventsstimmung bringt: heiße Getränke und eine erstaunliche Vielfalt an Speisen, Kunsthandwerk und Attraktionen für die Kleinen.

Einstimmung am Vorabend

Aufgrund der guten Resonanz in den letzten Jahren entschied man sich, bereits am Samstag die Waldweihnacht einzuläuten. Einige Standbetreiber öffneten ihre Stände und versorgten die Gäste, die recht zahlreich gekommen waren, zwischen 18 Uhr und 22 Uhr. Auch wenn das Wetter noch nicht ganz so mitspielte, herrschte doch bereits gute Stimmung. Nicht nur Glashüttener aus allen Ortsteilen begrüßten sich und nutzten den Abend für nette Gespräche.

Der Weg war leicht zu finden, denn die Organisatoren hatten ihn gut beschildert und den Fußweg oberhalb der Verbrauchermärkte liebevoll mit Lichterketten erhellt. Sogar Windlicht-Kerzen leuchteten so manchem fröhlichen Marktbesucher schließlich wieder heim.

Programm am Sonntag

Am Dritten Adventssonntag ging es bereits um 12 Uhr mittags los. Um 13 Uhr eröffnete Bürgermeisterin Brigitte Bannenberg den Weihnachtsmarkt mit seinen über sechzehn vom Schnee überzuckerten Ständen dann offiziell. Stolz darauf, dass die Gemeinde so viele schöne Weihnachtsmärkte und engagierte Mitbürger hat, fand man die Rathauschefin auch am späten Nachmittag (wieder) in der Menschenmenge, wo sie sich Zeit für Gespräche nahm, aber auch die Darbietungen verfolgte.

Auch in diesem Jahr hatten die Veranstalter ein Unterhaltungsprogramm zusammengestellt. Während es den ganzen Nachmittag über Stockbrot am offenen Feuer im Eingangsbereich gab, waren es zunächst vor allem der Nikolaus und das Weihnachtspony im hinteren Teil der Waldstraße, die vor allem die Kleinen magisch anzogen. Das Weihnachtspony von der Doolittle Funfarm in Schloßborn, die Pony- und Eselreiten ebenso anbietet wie Kindergeburtstage und Specials für Erwachsene, ließ sich geduldig streicheln, während der Nikolaus für alle Kinder ein freundliches Wort und eine Nascherei aus dem Bollerwagen hatte.

Andrea Gross und Sébastien Gloux standen stundenlang freiwillig im manchmal ungemütlichen Schneegriesel und gehören, ebenso wie der J.E.T.Z.T.-Verein und die „Alten Schachteln“, der Bushido-Verein Wüstems sowie das Männerballett, um stellvertretend nur einige zu nennen, zu der engagierten, tollen Truppe, die das Event erst möglich gemacht haben.

Musikalische Schmankerl

Mit der hereinbrechenden Dämmerung kam dann auch Leben auf die Glashüttener „Waldbühne“. Gastwirtin Milica Zovko, die nicht nur durch die Bürgerklause, sondern vor allem auch ihr alljährliches Musik-Festival Glashütten bekannt ist, sang Weihnachtslieder mit einem Dutzend Kindern aus der Gemeinde. Für jeden hatte sie eine glitzernde, rote Nikolausmütze und so ergab sich ein buntes Bild, als sie zunächst den Initiatoren Carina und Sascha Kootz für ihr großes Engagement dankte.

Dann aber stimmten die Kinder voller Enthusiasmus zunächst „Rudolph, das kleine Rentier“ und danach „Jingle Bells“ an. Die Besucher waren begeistert von der frischen, fröhlichen Darbietung und positiv wurde vermerkt, dass man sich für sehr schöne deutsche Texte entschieden hatte. Die singende Wirtin schmunzelte dazu: „Zuerst gab es natürlich Diskussionen; die Kinder wollten unbedingt auf Englisch singen! Aber nach der ersten Zeile, die ja so ziemlich jeder kann, wurde es dann doch still und wir haben uns ganz schnell geeinigt.“

Nicht fehlen durfte auch die „Weihnachtsbäckerei“, die von den Kindern mit ganz besonderer Inbrunst geschmettert wurde. Danach aber folgte noch ein feierlich-besinnliches Stück: „O heilige Nacht“ von Adolphe Adam, ebenfalls mit deutschem Text gesungen von Milica Zovko, während die Kinder nun andächtig Teelichter hielten.

Spätestens jetzt entdeckten die Gäste auch die großen Sterne und Engel, die aus Holz ausgesägt in den Ästen der Bäume dekoriert waren. Dann hatten sich auf der Bühne vier Musikerinnen bereit gemacht. Die „Saxophonicas“ aus Schloßborn spielten klassische Weihnachtslieder von „Adeste fideles“ bis „We wish you a merry Christmas“, vom feierlichen Choral über Hirtenmusik bis zum swingigen Jingle Bells. Mit zwei Alt- und zwei Tenor-Saxophonen gelang es der Gruppe um Birgit Menigat trotz Minusgraden, weihnachtliche Stimmung zu erzeugen und zum Mitsingen zu animieren.

Im Anschluss übernahm dann Dr. Lutz Riehl die Bühne und sang durchaus klassische Weihnachtslieder der anderen Art: bei uns auf Weihnachtsmärkten nicht ganz so üblich, aber nicht wegzudenken aus dem großen Repertoire der Advents- und Weihnachtsmusik sind die Christmas Carols und natürlich die „Crooners“, wie zum Beispiel „It‘s beginning to look a lot like Christmas“ oder „White Christmas“.

Rundum zufrieden

Im Laufe des Nachmittags hatten sich immer mehr Besucher eingefunden und auf der Waldstraße und in den Höfen der Anwohner wurde es fast schon mollig warm in der Menge. Die Stimmung war familiär und freudig, Kinder wie Erwachsene kamen vor leicht verschneiter Tannenpracht zusammen, um für ein paar Stunden das liebevoll gestaltete Ambiente zu genießen. Jetzt kann Weihnachten kommen!

Weiße Waldweihnacht mit blauem Wichtelwunder: Auf der „Waldbühne“ eröffneten die jüngeren Sänger das musikalische Programm.
Fotos: Menigat

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