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Bei Künstlern kamen sogar Kaffeekapseln unter den Hammer

Die Mitglieder der Glashüttener Künstlergruppe präsentierte ihre Werke einem interessierten Publikum ihm Rahmen ihrer Jahresausstellung. Foto: Streit

Glashütten (st) – Am vergangenen Wochenende veranstaltete die Glashüttener Künstlergruppe ihre 31. Ausstellung in Bürgerhaus in Glashütten in Folge. Hatte man bisher nur auf die Teilnahme von Künstlern aus der eigenen Gemeinde samt Ortsteilen gesetzt, so lud die Gruppe in diesem Jahr erstmals eine Künstlerin aus Kelkheim ein.

„Wir müssen über den Tellerrand hinausschauen und uns im Hinblick auf ‚Nachwuchs‘ öffnen“, erklärt Jutta Schmidt, selbst Mitglied der Gruppe und auch Pressesprecherin. Zur Vernissage der diesjährigen Ausstellung sprachen am Freitagabend die Bürgermeisterin Brigitte Bannenberg sowie der neue Sprecher der Gruppe, Henri Lyachenko. Er übernahm die Wortführung seines Vorgängers Hans Pohl.

Drei- bis viermal im Jahr treffen sich die Künstler, um über die Planung und Umsetzung ihrer dreitätigen Ausstellung, die jedes Jahr im Herbst in Glashütten stattfindet, zu sprechen. Gemeinsam gemalt und gezeichnet wird nicht, mit ein paar Ausnahmen: Pascale Ihler, Ute Henze-Ludwig, Hanni Nau-Wagner und Gudrun Auner haben sich zusammengetan und gemeinsam das Atelier ‚ES4‘ geschaffen. Hier treffen sich die vier Damen regelmäßig, um sich auszutauschen und um in der Gruppe gemeinsam zu arbeiten.

Die Palette der ausgestellten Bilder, die übrigens fast ausschließlich alle 2016 entstanden sind, umfasst sehr viele Facetten der Malerei: Acryl auf Leinwand, abstrakt, Aktskizzen, Stillleben, Pastelle, Öl auf Leindwand oder Acryl auf Ingres-Papier und Spachteltechniken mit Acrylfarben. Sogar mit leeren Kaffeekapseln wurde gearbeitet. Die bunten Döschen wurden mit einem Gummihammer plattgeklopft und dann auf Leinwand mit Farbe kombiniert. Das Ergebnis ist wirklich sehr schön anzusehen und man erkennt von dem ursprünglichen „Müll“ nichts mehr – Recycling mal anders.

Der Künstler Rainer Nippert hat sich zum Beispiel, seinen Beruf zugrunde legend, der architektonischen Malerei verschrieben. So findet man auf seinen Bildern immer wieder Gebäude, seien es alte Häuser am Comer See, Höfe in der Bretagne oder gar die Königsteiner Burg, die er von verschiedenen Standorten sehr interessant in Szene setzt.

Neben den vielen verschiedenen Werken hatte die Künstlergruppe in diesem Jahr noch ein weiteres Highlight zu bieten: Die Malerin Barbara Aragall, selbst Mitglied der Glashüttener Künstlergruppe, hat einigen Kindern und Jugendlichen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten und in Glashütten eine neue Heimat gefunden haben, die Welt der Malerei eröffnet.

Der Besucher konnte sehen, mit welcher Liebe und Hingabe diese Werke entstanden sind. So malte der 13-jährige Amend aus Syrien ein sehr harmonisches und friedvolles Bild von einem Strand. Der Künstler, der persönlich auf der Ausstellung anzutreffen war, erzählte: „Es war das erste Mal, dass ich so gemalt habe und es macht mir sehr viel Spaß.“ Er und die anderen Kinder und Jugendlichen freuen sich schon darauf, wenn Barbara Aragall wieder ihr Atelier für sie öffnet.

Selbstverständlich hatte die buntgemischte Gruppe von Künstlern auch für das leibliche Wohl gesorgt und so konnten die Besucher, gestärkt von einer Tasse frischen Kaffee und leckeren Plätzchen, den Rundgang durch den großen Saal des Bürgerhauses in Glashütten fortsetzen und die vielen verschiedenen Ausstellungsstücke bewundern.

Jedem, der noch nicht in den Genuss dieser Ausstellung gekommen ist, dem sei geraten, im kommenden Jahr auf die Vorankündigungen der 32. Ausstellung der Glashüttener Künstlergruppe zu achten. Denn eines ist jetzt schon sicher: Es werden über das laufende Jahr wieder viele interessante, ausdrucksstarke und eindrucksvolle Bilder entstehen.

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