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Auftakt zum 35. Bestehen mit Mozart und Schubert

Bravo! Die sieben Ensemblemitglieder von Mundanus, die mit Mozart und Schubert im Bürgerhaus Glashütten brillierten. Von links nach rechts: Stephanie Breidenbach (Violine), Sabine Krams (Cello), Yukie Takad (Klavier), Christine Schwarzmayr (Violine), Wolf Attula (Viola), Tania Comejo Robles (Viola), Siegried Dietrich (Kontrabass), mit der Vorsitzenden des Kulturkreis Glashütten, Elvy Mäkitalo.
Foto: Sura

Glashütten (aks) – Der Kulturkreis Glashütten hatte zum 35-jährigen Bestehen zwei Lieblingskomponisten, Mozart und Schubert, gewählt und für die Interpretation ein Kammermusik-Ensemble aus Frankfurt eingeladen, das dieser musikalischen Herausforderung virtuos gewachsen war.

Mozarts Streichquintett, das selten aufgeführt wird, verlangte den zwei Violinen, zwei Violen und dem Cello Höchstleistung ab. Trotz der g-Moll Tonart, die für tiefgründige Gefühlsregungen steht, prägte eine subtile Leichtigkeit das gemeinsame Spiel. Mozarts Komposition ist ein Spiel mit den Streichern und dem Publikum, sie überraschte im Duktus, der sich stets veränderte. Dabei entstand ein hochfeiner Dialog der Streicher, die sich nur mit Blicken verständigten und dennoch nie ihre Einsätze verpassten. Im Mittelklang standen die Bratschen, um die sich diese Komposition dreht, die einen wunderbaren Ausdruck im Spiel von Wolf Attula, Solo-Bratscher im Frankfurter Museumsorchester, und der Peruanerin Tania Cornejo Robles fand, die seit Herbst im Staatsorchester Mainz spielt. Die erste Geige von Christiane Schwarzmayr, die zu den ersten Violinen im Opern- und Museumsorchester Frankfurt zählt, war leidenschaftlich und hoch konzentriert, hatte sie doch alle anderen sechs Kammermusiker immer im Blick. So erklang ein harmonisch aufeinander abgestimmtes Musikstück von großer Schönheit, das die vielen Zuhörer an diesem Abend zu einem entschleunigten Hörerlebnis führte. Sabine Krams, die passionierte Cellistin an diesem Abend, ist stellvertretende Solocellistin des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters und lebte früher in Glashütten.

Ein weiterer kammermusikalischer Höhepunkt war das berühmte „Forellenquintett“ von Franz Schubert aus dem Jahr 1819. Hier wurde ein großes Stilspektrum hörbar. Ein Werk, das zwischen Volksmusik, Salon, der Wiener Rossinimode und der Romantik die Brücke schlug. Das Thema ist heiter fröhlich, wie Forellengedichte eben so sind. Zwischen Tempo und Temperament, der den fünf Künstlern eine große Leistung abverlangte, meinte man sogar, den Wiener „Schmäh“ und Heurigenglückseligkeit sowie große Wanderlust herauszuhören. Hier verdient die Japanerin Takada ein großes Lob, die in sensibler Innigkeit mit den Streichern, dank höchster Aufmerksamkeit, niemals auftrumpfte, stets im Gleichklang blieb mit ihrem klangstarken und meisterhaft gespielten Flügel.

Der Kulturkreis Glashütten bemüht sich seit 1983 mit derzeit 150 Mitgliedern um kulturell anspruchsvolle Jahresprogramme. So betonte es die Vorsitzende des Vorstands, Elvy Mäkitalo, die sich auf weitere 35 Jahre freut, in ihrer persönlichen Ansprache und so steht es auch in der Satzung: „Der Kulturkreis Glashütten hat es sich zur Aufgabe gemacht, kulturelle Programme zu entwickeln und diese der Allgemeinheit zugänglich zu machen…“. Dabei werden Veranstaltungen geboten zu Kunst- und Kulturgeschichte, Literatur, Philosophie und Naturwissenschaften bis hin zu Theater und klassischer Musik, auch Jazz und Chansons gehören zum reichen Angebot nicht nur für Glashüttener Bürger. Junge Künstler sollen dabei besonders gefördert werden sowie Künstler aus der Region. Dabei ist es wie für viele Vereine eine besondere Herausforderung, die Jugend für derlei Programme zu gewinnen. So waren im vergangenen Jahr der renommierte junge Pianist Christopher Park auf der Bühne, ebenso wie der Bariton Johannes Martin Kränzle, berühmter Sänger der Frankfurter Oper und der Metropolitan Opera.

Der Ausblick auf das neue Jahr zeugt von kulturellem Anspruch und verspricht unterhaltsame Abende. Zum Vormerken: Am Donnerstag, 7. März ist im Evangelischen Gemeindehaus Glashütten der Vortrag von Prof. Dr. Norbert Abels, Chefdramaturg an der Oper Frankfurt: „Giacomo Puccini und Richard Strauss“ vorgesehen. Am 23. März kommt das Phönix-Trio mit Sophie Müller zu einem Kammerkonzert ins Bürgerhaus Glashütten.

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